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Samsung zeigt in Barcelona eine Verlegenheitslösung

Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona mit einem Tablet anzutreten ist gewagt. Doch Samsung wagt es, während andere ein Geräte-Feuerwerk abbrennen. Das Galaxy S8 ist schlichtweg nicht fertig geworden.

Thomas Heuzeroth

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Barcelona: Samsung stellte das Galaxy Tab S3 vor. Keystone RMS

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Ein grösseres Smartphone-Display, ein schnellerer Handy-Prozessor, eine bessere Kamera, neue Handy-Funktionen? Zum Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hat der südkoreanische Smartphone-Gigant Samsung von alldem nichts mitgebracht. Stattdessen zeigte das Unternehmen am Sonntagabend während einer Präsentation einige Tablets. Ja, Tablets.

Auf der weltweit wichtigsten Leistungsschau der Mobilfunkindustrie mit einem Tablet anzutreten ist gewagt. Der Markt für Tablets ist nicht nur klein, er schrumpft auch zusehends. Nach den jüngsten Zahlen des Marktforschers IDC sind die Verkäufe zuletzt um ein Fünftel eingebrochen. Doch tatsächlich hält die Zurückhaltung der Verbraucher schon Jahre an.

Selbst Marktführer Apple kann von seinen iPads immer weniger verkaufen. Samsung hält immerhin einen weltweiten Tablet-Marktanteil von 15 Prozent, musste aber zuletzt auch einen Rückgang von mehr als zehn Prozent hinnehmen.



Auftritt in Barcelona als Verlegenheitslösung

Warum also Tablets? Der Auftritt in Barcelona war eine Verlegenheitslösung. Eigentlich zeigen die Südkoreaner dort ihr Galaxy-Flaggschiff-Smartphone, zuletzt das Galaxy S7, zu dessen Präsentation sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf die Bühne kam. Samsung produziert auch eine VR-Brille in Zusammenarbeit mit Oculus, das von Facebook gekauft wurde.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Samsung ist mit dem Galaxy S8 schlichtweg nicht fertig geworden. Der Konzern befand sich im vergangenen Jahr zeitweise im Ausnahmezustand. Ausgerechnet die Akkus seines grossen Galaxy Note 7 fingen mehrfach Feuer.

Die Ursachensuche und eine Rückrufaktion für drei Millionen Geräte beschäftigten den Konzern so sehr, dass er mit seinem S8 in Verzug geriet. Das Note-7-Desaster bescherte den Südkoreanern Verluste und entgangene Umsätze in Höhe von fünf Milliarden Dollar.



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Galaxy S8 soll Ende März vorgestellt werden

Das Galaxy S8 soll nun Ende März vorgestellt werden. Zwar ist der Konzern damit später dran als die meisten seiner Konkurrenten, die ihre Top-Smartphones entweder vor oder auf dem MWC präsentieren, doch immerhin noch ein halbes Jahr vor Apple, das seine neuen iPhone-Modelle immer im September zeigt.

Als wäre das Durcheinander nicht Strafe genug, mussten die Südkoreaner nun zur Kenntnis nehmen, dass der iPhone-Konkurrent auch noch Samsung vom Smartphone-Thron gestossen hat. Wie die Marktforscher von Gartner melden, sind die Smartphone-Verkäufe bei Samsung im vergangenen Quartal um acht Prozent eingebrochen. Damit hat Apple die Spitzenposition der Smartphone-Hersteller eingenommen und liegt nun leicht vor Samsung.

Selbst das nun in Barcelona präsentierte Tablet dürfte schon bald in den Schatten von Apple treten. Voraussichtlich im März wird Apple seine iPad-Modelle auffrischen. Beobachter erwarten ein iPad Pro mit einer Bildschirmgröße von 10,5 Zoll, neben einem Gerät mit 9,7 Zoll und dem großen iPad mit 12,9 Zoll.

Gänzlich auf den Tablet-Markt will sich Samsung auch mit seinem Tab S3 nicht verlassen. In Barcelona zeigte der Konzern neben dem Android-Tablet auch zwei Galaxy Books mit 10,6 und zwölf Zoll. Mit einer ansteckbaren Tastatur werden die Geräte zu einem Notebook mit Windows-10-Betriebssystem. Während der PC-Markt schrumpft, gehören diese 2-in-1-Geräte zu den wenigen Kategorien, die überhaupt noch wachsen.

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VR-Brille bekommt einen Controller

Auch Samsungs Virtual-Reality-Brille Gear VR bekommt eine Auffrischung. Der Konzern hatte die Gear VR in Zusammenarbeit mit der Facebook-Tochter Oculus entwickelt.

Künftig wird die Gear VR mit einem Controller verkauft, der eine grössere Interaktion zulässt als bisher. Nutzer mussten bislang über ein berührungsempfindliches Touchpad an der Seite der Brille Apps und Spiele steuern. Nun ist dies mit dem drahtlosen Controller möglich. Die Batterien des Controllers, der mit Bewegungssensoren ausgestattet ist, halten bei täglicher Nutzung von zwei Stunden insgesamt 40 Tage durch.

Samsung ist mit seinem Controller ein Nachzügler. Der Internetkonzern Google hatte seine Daydream-Brille mit einem solchen Controller eingeführt. Tatsächlich lassen sich damit Spiele deutlich einfacher bedienen als mit der bisherigen Gear VR von Samsung.



Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.
Am Mobile World Congress in Barcelona werden die wichtigen Neuheiten der Branche vorgestellt: Eine Frau testet eine Virtual-Reality-Brille aus.
Der neue 3D-Modus der Handys von ZTE. Die Chinesen haben eine Spielzeuglandschaft am MWC aufgebaut, die sich für plastische Testbilder eignet.
Die Connected-Car-Simulation von BMW in Kooperation mit Intel und Ericsson. BMW ist das erste Mal am MWC.
Am Stand von IBM gibt es ein farbenfrohes Kleid zu bestaunen. Die LED-Lichter des «cognitiv dress» passen sich den Emotionen von Tweets an.
Tierisches aus Schottland: Die University of Scotland hat mit Vodafone Tracker entwickelt, die halb so gross sind wie bisher. Diese werden in den Nacken der Tiere gesetzt, um ihre Bewegung und die Entwicklung der Population zu verfolgen.
Mastercard ermöglicht eilige Menschen noch mehr Zeitersparnis. Zusammen mit GM entwickelte das Unternehmen ein System, mit dem im Auto zum Beispiel ein Kaffee im Lieblingscafé vorbestellt und bezahlt werden kann. Es soll dieses Jahr lanciert werden.
Smarte Kleidung - die Elektronen sind eingewebt und überwachen Körperfunktionen wie Temperatur und Herzschlag.
Den Spielroboter aus Korea namens Cubroid können Kinder selbst zusammenbauen und per App steuern.
Ebenfalls einen Roboter gibt es auf der Startup-Bühne «4 Years From Now» (4YFN) zu sehen, die dem Mobile World Congress angehängt ist. Pibo kommt aus Korea und soll seinen Besitzern ein Freund sein. Das Ziel ist es, diese zu mehr Emotionalität und einem besseren sozialen Miteinander zu bringen.
Für rund 950 Dollar kann Oval gekauft werden, das ein spanisches Startup an der 4YFN präsentiert. Das digitale Instrument hat die Form eines Ufos und kann ein Schlagzeug aber zum Beispiel auch eine Geige imitieren.
Ein israelisches Startup will an der 4YFN die Living Box an den Mann bringen. Damit sollen selbst Stadtbewohner ohne Balkon ihr Gemüse züchten können. Das Gewächshaus ist zusammenklappbar und wird mit Solarenergie betrieben. Natürlich gibt es auch eine passende App zum 300-Dollar-Spass.
Auch branchenfremde Unternehmen nutzen die Bühne, so werden Tech-Messen immer stärker zu Automessen. Peugeot präsentiert das Konzept «Freedom» in Kooperation mit Samsung. Es soll abgestuft autonom fahren je nach den Wünschen des Fahrers und sich zugleich mit anderen Geräten zu Hause und im Büro koppeln.
Bei Seat können Besucher der Messe gleich in den Simulator einsteigen.
«City of Tomorrow» heisst die Losung bei Ford: Damit will der Autobauer Lösungsansätze für Mobilitätsherausforderungen in Ballungsräumen wie Staus und Luftbelastungen liefern. Die Ideen drehen sich um Lieferkonzepte mit Elektroauto und Drohne.
Die Korean Telekom testet aktuell Live-Übertragung aus der Perspektive von Skifahrern und 360-Grad-Umsicht. Sie soll mit 5G-Datengeschwindigkeit funktionieren und bei der Winterolympia 2018 in Pjöngjang weltweit für Zuschauer verfügbar sein.
Für Spass ist am Stand von Noitom gesorgt: Der Cyber-Handschuh «Hi5» agiert in Kombination mit VR-Brillen. Mehrere Spieler werden in die gleiche virtuelle Landschaft projiziert und können sich so zum Beispiel virtuell Bälle zuwerfen.
LG bietet mit seinem neuen Smartphone ein neues Format: Das 5,7-Zoll-Display kommt im Verhältnis von 18:9 daher. Das hilft beim Abspielen von manchen Filmen, aber damit kann vor allem Multitasking betrieben werden. Zwei Quadrate werden nebeneinander angezeigt und erlauben so ergänzende Aufgaben, wie etwa das Fotografieren und gleichzeitige Anschauen des Ergebnisses.
Dafür hat der Neuling G6 auch eine besonders gute Kamera.
Sony wartet mit dem Xperia XA1 auf. Ein Highlight gegenüber dem Vorgänger XA ist die verbesserte Kamera, die es mit der der Premiumlinie aufnehmen kann. Dieses Modell und die Ultra-Version sollen im Frühling mit Android Nougat lanciert werden. Die Kunden können zwischen Weiss, Schwarz, Pink und Gold wählen.
Ebenfalls Neues gibt es im Hochpreissegment: Das Xperia XZ Premium hat als erstes Smartphone ein 4K HDR Display.  first 4K HDR display in a smartphone. Ein neues Kamerasystem namens «Motion Eye», das 960 Bilder pro Sekunde machen und in Superslowmotion abspielen kann.
Xperia Ear ist ein Kopfhörer mit integriertem Digitalassistenten. Damit hat man gemäss Sony freie Hände, Augen und sogar Ohren - denn die Technologie leitet den Sound direkt in den Hörkanal, Nutzen können Umgebungsgeräusche beim Musikhören oder Kommunizieren weiter wahrnehmen.
«Xperia Touch» ist ein interaktiver Projektor, der jede Oberfläche zum Touchscreen machen kann - Klavierspielen am Boden oder Malen an der Wand sind nicht länger unmöglich. Das Gerät soll in Europa im Frühling in den Handel kommen, günstig ist es mit 1499 Euro nicht.
Einen Assistenten gibt es ebenfalls.
Samsung hat am Mobile World Congress dieses Jahr nur Tablets vorgestellt. Das Samsung Galaxy Book richtet sich an Geschäftsleute. Es funktioniert mit dem S Pen wie auch das...
... Samsung Tab S3, über das im Vorfeld bereits viel bekannt wurde. Zum Smartphone Galaxy S8 nannte Samsung das Präsentationsdatum: der 29. März. Das Samsung Tab S3 ist eine klare Ansage an Apple: Gute Leistung, hochwertige Verarbeitung. Front und Rückseite aus Glas plant Apple erst für sein nächstes iPhone.
Der S Pen zeigt sich im Kurztest gut in der Handhabung und reaktionsschnell. Die Spitze ist 0,7 mm dünn. Nachteil: Er kann nicht am Gerät befestigt werden.
Das Galaxy Book kommt in zwei Grössen und läuft mit Windows 10. Das macht es zum direkten Konkurrenten vom Microsoft Surface, ist aber vor allem beim Gehäuse hochwertiger verarbeitet.
Das Amoled-Display der grösseren Variante gibt die Farben brillant wieder. Samsung hat bereits im Galaxy S7 auf die Technologie gesetzt.
Nachteil ist ein höherer Preis. Samsung macht noch keine Angaben, aber zwischen 700 und 800 Euro für die kleinere 10-Zoll-Variante erwartet und sogar bis zu 1600 Euro für die 12-Zoll-Variante. Preis für die Schweiz gibt es noch keine, Verkaufsstart soll im Juni sein.
Und noch eine weitere Neuheit von Samsung: Ein Controller für die VR-Brille der Koreaner. Das handliche Gerät verfügt über ein Touchpad, einen Home-Button und Knöpfe für die Lautstärke.
Die meisten anderen grossen Handyhersteller nutzen das Wochenende vor dem MWC, um ihre neuen Smartphones zu zeigen. So auch Nokia - das den Klassiker 3310 inklusive Snake wieder aufgelegt hat.
Darüber hinaus bringt Nokia und HMD Global drei Android-Smartphones auf den Markt. Das Nokia 6 war bereits bekannt, die kleineren Nokia 5 und Nokia 3 sind neu präsentiert worden. Nokia fokussiert sich mit günstigen Smartphones stark auf Schwellenländer in Afrika sowie Indien.
Richard Yu, Chef der Sparte Consumer Devices von Huawei, präsentierte das neue P10. Es glänzt...
...mit einer aussergewöhnlichen Farbenpracht. Neu gibt es die Huawei-Smartphones auch in grün und blau. Auch verfügt es erneut über eine Dual-Kamera von Leica. Huawei kooperiert für das Gerät neu mit GoPro. Der Actionkamera-Hersteller stellt eine App für Video-Editing zur Verfügung, die vorinstalliert wird.
Blackberry hat den Anfang gemacht und am Samstag das KeyONE präsentiert. Das Smartphone ist das erste, dessen Entwicklung komplett in der Hand der chinesischen Firma TLC gelegen hat. Das Gerät bringt die klassische Tastatur zurück, für die Blackberry bekannt ist. Die Kanadier haben die Entwicklung eigener Smartphones aufgegeben, nachdem der Martanteil zu sehr geschrumpft war.
Vom spanischen Telekomriesen Telefonica kommt die Plattform «Aura» mit technischer Hilfe von Microsoft. «Aura» kann als App genutzt werden und ist mit Amazons Echo kompatibel. In den nächsten 12 Monaten soll es in Spanien, Grossbritannien und Deutschland auf den Markt kommen. Die Technik soll den Nutzer die Macht über ihre Daten zurückgeben.
Über die Präsentationen von neuen Smartphones und Retro-Klassikern hinaus, beschäftigt sich die Messe mit anderen Themen. DIe Zukunft smarter Geräte und das Internet of Things stehen im Fokus in der Trendausstellung...
...bei der zahlreiche Konzerne ihre kommenden Produkte präsentieren. Auch für Autobauer ist der Mobile World Congress ein wichtiger Termin geworden. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit einem Rekord von 101'000 Besuchern. Die Messe in Barcelona hat sich zur weltgrössten Mobilfunkmesse entwickelt, sie findet dieses Jahr vom 27. Februar bis zum 2. März statt.
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RMS

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