Misst man die Freude des KΓΌchenchefs an der Anzahl der servierten Amuse-Bouches, liegt β angesichts der Parade von HΓ€ppchen, die man als kleine GrΓΌsse aus der KΓΌche an den Tisch geschickt bekommt β die Vermutung nahe: Hier steht ein Wonneproppen am Herd. Der GlΓΌckliche heisst Sandro Steingruber. Er hat nach seiner Kochlehre im Hotel Reber in Lugano und weiteren Stationen β unter anderem beim begnadeten Beat Bolliger im Β«WalserhofΒ» in Klosters β nun im kleinen Gourmet-Glashaus des Hotels Waldhaus in Flims den idealen Rahmen gefunden.
Hier sitzen wir nun an einem Winterabend, rundherum liegt der erste Schnee, der im milchigen Mondlicht schimmert. Drinnen flackert Kerzenlicht, diskrete Musik perlt aus dem Lautsprecher, wΓ€hrend das aufmerksame Serviceteam uns auf HΓ€nden trΓ€gt.
Perfektion. Steingrubers Konzept ist einfach: Jeden Abend schlΓ€gt er ein Menu mit sechs GΓ€ngen vor, eine knapp gehaltene Karte sorgt fΓΌr Alternativen. Der 35-jΓ€hrige KΓΌchenchef sagt: Β«Wer hier isst, soll etwas erlebenΒ» β und das kΓΆnne man kaum mit einem oder zwei GΓ€ngen. Niemand muss das volle Programm bestellen, aber mindestens bis zum KΓ€segang sollte man sich verfΓΌhren lassen. Wir bekamen unter anderem gebratene Jakobsmuscheln mit knusprigen Serrano-Chips, eine einzigartige Marronisuppe mit GΓ€nseleber, Zander auf Sauerkraut, einen KalbsrΓΌcken mit Schwarzwurzeln an TrΓΌffelΓΆl, liessen den gut bestΓΌckten KΓ€sewagen aus, konnten aber dem ZitronenkΓΌchlein aus MΓΌrbeteig nicht widerstehen. Alle Gerichte zeugen von viel Produktkenntnis, von absoluter Geschmackssicherheit, Detailversessenheit und Ideenreichtum. Und β wie gesagt β von viel, viel Freude.
Partner-Inhalte
Werbung
Ebenfalls zum Β«EpocaΒ»-Konzept gehΓΆren Steingrubers Weinempfehlungen. Zu jedem Gang wird ein anderer Wein serviert. Bei unserem Besuch standen GewΓ€chse aus der BΓΌndner Herrschaft im Mittelpunkt. Nicht die bekannten Gantenbeins und Fromms, sondern Tropfen, die sogar meine Begleitung aus eben diesem Weingebiet zu ΓΌberraschen vermochten: etwa der krΓ€ftige Grauburgunder von Peter Wegelin oder der markante Freisamer von Cottinelli. Wer nach all dem nicht mehr fahren mag: Die Betten des Β«WaldhausesΒ» liegen nur ein paar Schritte vom Β«EpocaΒ» entfernt.
Zeit vom Platznehmen bis zum ersten Bissen: Nach wenigen Minuten standen schon hausgemachte Grissini auf dem Tisch.
Was man unbedingt essen sollte: Alles β ohne DiΓ€tvorsΓ€tze!
Restaurant Epoca im Hotel Waldhaus Flims Via dil Parc 7018 Flims, Telefon 081 928 48 48 www.waldhaus-flims.ch
GeΓΆffnet Mittwoch und Donnerstag ab 19 Uhr, Freitag bis Sonntag 12 bis 14 Uhr und ab 19 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen sowie im Sommer am Freitagmittag.