Abo
Überraschung

Professionelle Gamer gewinnen Millionen

Einige Gamer verdienen beim Spielen viel mehr als ihre Lebensgrundlage. Mit Selbstvermarktung und Sponsoringverträgen liegt noch viel mehr drin. Ein kurzer Einblick in die Randsportart.

Lukas Rohner

Rang 10: Jiajun Liu «Sylar» ist 22 Jahre alt und hat bisher 305'127 Dollar gewonnen.
In diesem Jahr dominieren chinesische Spieler die Top Ten der höchsten Gewinne im Jahr 2014.
© ESL | eslgaming.com
Rang 9: Fan Bai «rOtK» (22) kommt auf 307'128 Dollar im Jahr 2014. 
Die höchsten Preisgelder fliessen bei Tournieren des Spiels Defense of the Ancients (Dota) 2. Das Echtzeit-Strategiespiel hat das Softwareunternehmen Valve entwickelt und ist kostenlos erhältlich.
© ESL | eslgaming.com
Rang 8: Junhao Xie «Super» (21) mit bisher 353'545 Dollar im Jahr 2014.
2013 haben die 100 Meistverdienenden Gamer durchschnittlich 90'992 Dollar an Preisgeldern gewonnen. Die Spanne liegt zwischen 35'027 bis 320'990 Dollar.
© ESL | eslgaming.com
Rang 6: Linsen Xu «fy» (19) kommt auf 353'609 Dollar.
Aus der Schweiz nehmen etwa 25 Spieler an verschiedenen Wettkämpfen teil. Mit Preisgeldern im Wert von 13'236 Dollar hat Mathieu Quiquerez «Maniac» in diesem Jahr am meisten von allen Schweizern gewonnen.
© ESL | eslgaming.com
Rang 6: Lu Chao «Fenrir» (25) mit bisher 353'609 Dollar.
Der erste international bekannte Profi-Gamer ist Johnathan Wendel «Fatal1ty» (33). Der Amerikaner ist seit 1999 aktiv und bessert sich mit dem Computerzubehör «Fatal1ty Gaming Gear» sein Einkommen auf.
© ESL | eslgaming.com
Rang 5: Ning Zhang «xiao8» (23) mit bisher 1'032'369 Dollar im Jahr 2014.
Mit einem Preisgeld von bis zu 5 Millionen Dollar zählt der alljährliche Wettkampf «The International» zum grössten Wettbewerb in der eSport-Welt. 
OnlyBrothersGamers/youtube
Rang 4: Pan Zhang «Mu» (23) mit bisher 1'083'989 Dollar im Jahr 2014.
Am diesjährigen «The International» stammten von 16 Teams sechs aus Europa.
OnlyBrothersGamers/youtube
Rang 4: Zhaohui Wang «SanSheng» (23) mit bisher 1'083'989 Dollar im Jahr 2014.
Der 24-jährige Spanier Carlos Rodriguez «Ocelote» gibt gegenüber der spanischen Zeitung ABC an, dass er durch Preisgelder, Sponsoring und weiteren Aktivitäten jährlich etwa 950'000 Dollar verdient.
OnlyBrothersGamers/youtube
Rang 1: Jiao Wang «Banana» (26) mit bisher 1,1 Millionen Dollar im Jahr 2014.
Der Einstieg in die Welt des eSports ist steinig und hart umkämpft. Nur wenigen gelingt es, sich gegen viele Konkurrenten durchzusetzen.
OnlyBrothersGamers/youtube
Rang 1: Chen Zhihao «Hao» (23) mit bisher 1,1 Millionen Dollar im Jahr 2014.
Viele professionelle Spieler stammen aus den Vereinigten Staaten, Südkorea, China, Deutschland und Schweden.
OnlyBrothersGamers/youtube
1 / 10
RMS

Werbung

Stundenlanges Spielen kann sich lohnen. Einige professionelle Spieler können davon mühelos Leben und sogar einem luxuriösen Lebensstil frönen. Neben Ländern wie Deutschland, Schweden und Grossbritannien ist diese Wettkampfart besonders in den USA und Südkorea am weitesten verbreitet. Das zeigt sich auch in den Meisterschaften (siehe Bildergalerie oben). Die besten Gamer der Welt haben in diesem Jahr schon deutlich über eine Million Dollar verdient – so viel wie noch nie zuvor laut dem Internetdienst «E-Sports Earnings».
Im Juli wurde in Seattle das Turnier «The International» mit dem höchsten Preisgeld der Geschichte ausgetragen: Insgesamt wurden über 10 Millionen Dollar ausgeschüttet, für den ersten Platz gab es eine Million Dollar. Zwar war das ein Grossereignis und solch hohen Preisgelder sind noch immer selten. Doch inzwischen können immer mehr Gamer davon leben: Gemäss «E-Sports Earnings» haben im vergangenen Jahr die 100 bestverdienenden Spieler durchschnittlich 90'996 Dollar gewonnen.

Etwa 25 Schweizer Gamer sind international aktiv

Dieses Jahr wird dieser Betrag noch höher ausfallen. Zum Vergleich: Das Gehalt eines um Rang 100 positionierten Profi-Tennisspielers dürfte nach Abzug von Steuern und Spesen kaum deutlich darüber liegen. Das ist durchaus mit dem eines Angestellten vergleichbar.

Partner-Inhalte

Wermutstropfen für die Schweiz: Hierzulande ist es noch immer kaum machbar, eine professionelle Gamerkarriere zu verfolgen. Insgesamt haben seit 2005 rund 25 Schweizer an internationalen Wettkämpfen teilgenommen. Der 24-jährige Mathieu Quiquerez aus Porrentruy im Jura gewann in diesem Jahr bislang rund 13'000 Dollar an Preisgeldern.

Wettkampfstadien und Spiele

Im Gegensatz dazu geniessen Videospielwettkämpfe in Ostasien eine weitaus höhere Beachtung. Die Branche boomt und ist mit Erfolgsgames wie das im September erschienene Spiel «Destiny» inzwischen ein neues Hollywood mit über 100 Milliarden Dollar Umsatz.
Besonders in China und Südkorea können Spieler ihre Passion als Beruf ausleben. In Südkorea gibt es drei professionelle Ligen und zwei Wettkampfstadien, die bei Top-Spielen bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Darüber hinaus strahlen zwei Fernsehstationen die Wettkämpfe rund um die Uhr aus. Ein gutes Umfeld für die Gamer, um mit Sponsoring, Merchandising und anderen Aktivitäten mehr Geld zu verdienen. Unter den Südkoreanern erfreut sich dabei vor allem das Echtzeit-Strategiespiel «Starcraft» hoher Popularität.
Bei «Starcraft» müssen die Spieler Rohstoffe abbauen, um Gebäude und Truppen für den Angriff zu produzieren. Mit einer guten Taktik und einer hohen Geschwindigkeit können dann die Gegner besiegt werden. Die Geschwindigkeit eines Spielers wird in Aktionen pro Minute (APM) gemessen. Die APMs sind Anweisungen, die durch Klicks und Tastenbefehlen erteilt wurden. Gelegenheitsspieler erreichen etwa 50 APM, Profi-Spieler hingegen schaffen es locker über 200 APM. Wie dies Aussieht ist im Video ersichtlich.

Werbung

frameborder="0" height="360" src="//www.youtube.com/embed/YbpCLqryN-Q?rel=0" width="648">

Werbung