Tesla stürmt den Massenmarkt: Elon Musk hat sein neuestes Baby, das «Model 3» präsentiert. Damit will der Autobauer die E-Mobilität in der Mittelklasse etablieren. Und tatsächlich, der Hype ist gross.
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Jetzt ist klar, wie der Tesla Model 3 aussieht: Konzernchef Elon Musk hat das erste Elektroauto für den Massenmarkt aus seinem Hause präsentiert. Viele technische Daten waren bisher nicht bekannt...RMS... nun ist es offiziell: Der Tesla Model 3 soll es von null auf 100 Kilometer in sechs Sekunden schaffen. Mit einer Batterieladung fährt das Auto rund 345 Kilometer weit. Tesla erlebte zur Präsentation einen regelrechten Ansturm.RMSMusk zufolge gab es in den ersten 24 Stunden gut 115'000 Vorbestellungen. In vielen Tesla-Filialen - auch in der Schweiz – standen die Menschen am Donnerstag Schlange, um mit 1000 Franken Vorschuss ein Fahrzeug zu reservieren.RMSEin Grund für das Interesse ist der moderate Preis: Der neue Tesla soll in den USA rund 35'000 Dollar kosten, das sind etwa 33'600 Franken. Frühestens Ende 2017 ist das Auto erhältlich.TeslaRMSMit dem Model 3 will Firmenchef Elon Musk Tesla zum Massenhersteller machen. Ab dem Jahr 2020 soll der Konzern 500'000 Autos pro Jahr fertigen....Keystone... somit will Tesla die Produktion verzehnfachen: Letztes Jahr liefen in der Fabrik im kalifornischen Fremont über 50'000 Autos vom Band. Bald will Tesla auch in Europa und China Werke eröffnen.RMSMit dem Model S hat Tesla den Durchbruch geschafft: Das Auto ist ein Verkaufsschlager - auch in der Schweiz ist es zurzeit die bestverkaufte Oberklasse-Limousine. Flickr/CC/anisoboyRMSLetzten Herbst lancierte Tesla den Nachfolger des S, seinen Luxus-Geländewagen Model X. Blickfänger des SUV sind die Flügeltüren.RMSDas erste Modell war der Roadster im Jahr 2008. Tesla bezeichnet den Elektroflitzer als das erste autobahntaugliche rein elektische Serienfahrzeug.RMSTesla stellt seinen Käufern in vielen Ländern ein Netz an Schnellladestationen zur Verfügung, wo sie die Elektrowagen mit Strom betanken können. Ende 2016 sollen weltweit 900 dieser Stromtankstellen in Betrieb sein. FlickrRMSTelsa baut auch Batterien, und dies nicht nur, um die eigenen Autos auszustatten. Der Konzern verkauft seine «Powerwall»-Batterien an Hausbesitzer, welche den Strom aus Sonnenkollektoren speichen wollen. In der Schweiz vertreibt die Landi das Produkt.RMSFirmenchef Elon Musk beschränkt sich nicht auf Autos und Batterien: Mit seiner Firma Space X ist er in auch der Raumfahrt tätig. Das selbst gesteckte Ziel ist ambitiös: Space X soll mithelfen, den Mars zu besiedeln.Bilder: Keystone/Flickr/TeslaRMS
Campierende Fans vor den Läden, begeistertes Publikum bei der Premiere: Der Rummel um den ersten Mittelklassewagen des Elektroautobauers Tesla ist riesig - die Nachfrage auch. Innerhalb von 24 Stunden seien bereits 115'000 Vorbestellungen für das «Model 3» eingegangen, verkündete Firmenchef Elon Musk in der Nacht auf Freitag bei der mit Spannung erwarteten Präsentation in den Tesla-Designstudios in Hawthorne bei Los Angeles.
Unter dem tosenden Applaus der Anhänger enthüllte Musk, der wie üblich mit einiger Verspätung die Bühne enterte, das Objekt der Begierde. Zum Vorschein kam ein Fünfsitzer im gewohnt eleganten Tesla-Design, der in der Basisvariante eine Reichweite von gut 345 Kilometern pro Batterieladung hat und sich in sechs Sekunden von null auf 60 Meilen (knapp 97 Kilometer) pro Stunde beschleunigen lässt.
Auslieferung ab Ende 2017?
Das «Model 3» soll ab Ende 2017 ausgeliefert werden, allerdings musste Musk angesichts von Teslas Hang zu Verspätungen bei dieser Ansage selbst schmunzeln. «Ich bin recht zuversichtlich, dass es nächstes Jahr wird», sagte der Tesla-Chef unter dem Gelächter der Zuschauer. Bei anderen Modellen musste das Unternehmen die Premieren öfters verschieben.
Der Preis des «Model 3» beträgt 35'000 Dollar (rund 34'000 Franken), dürfte aber nach staatlichen Vergünstigungen noch deutlich sinken. Tesla bietet damit erstmals ein für die breite Bevölkerung erschwingliches Modell an, das in hoher Stückzahl gefertigt werden soll. Bislang verkauft das 2003 gegründete Start-up mit der Oberklasse-Limousine «Model S» und dem Luxus-SUV «Model X» nur Premium-Fahrzeuge, die mehr als doppelt so teuer sind.
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Anzahlung von 1000 Dollar für Warteliste
Der Hype um das Auto, das der Elektromobilität den Weg in den Massenmarkt ebnen soll, war schon am Vortag in vollem Gange gewesen. Obwohl das Fahrzeug noch nie öffentlich präsentiert wurde und Details zu Design und Ausstattung noch weitgehend unklar waren, bildeten sich vor den Tesla-Geschäften Schlangen von Käufern. Bedingung, um sich in die Wartelisten einzutragen, ist eine Anzahlung von 1000 Dollar.
Experte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Uni Duisburg Essen glaubt, dass Teslas «Model 3» den Elektroantrieb, der bislang nur ein Nischendasein fristet, in den Massenmarkt bringen kann: «Die Verkaufszahlen dürften deutlich besser sein als beim BMW i3, denn das Preis-Leistung-Verhältnis spricht für den Tesla 3.»
Zusammen mit dem Chevrolet Bolt EV der Opel-Mutter General Motors (GM) könnte Teslas neue Offerte Mittelklasse-Stromer salonfähig machen. Der Bolt soll bereits in ein paar Monaten auf den US-Markt kommen und hat ebenfalls eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern. Sein Kaufpreis soll bei gut 37'000 Dollar liegen, laut GM-Chefin Mary Barra aber nach Abzug staatlicher Rabatte auf etwa 30'000 Dollar sinken. In Europa kommt das Modell wenig später als Opel Ampera raus.