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Schweizer Firmen schlampen bei Nachhaltigkeit

Keine Umweltdaten, fehlende Kontrolle, Täuschung: Neue Studien zeigen Mängel bei den Unternehmen. Der Bundesrat will die Regeln verschärfen.

Fabienne Kinzelmann

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Jahresbilanz von Nestlé: Der Lebensmittelriese wendet für die Nachhaltigkeitsberichterstattung keine klaren Standards an. Keystone

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Bystronic musste keine Kritik fürchten. Wie alle in der Schweiz börsenkotierten Unternehmen musste der Maschinenhersteller den Aktionärinnen und Aktionären dieses Jahr erstmals seinen Nachhaltigkeitsbericht zur Abstimmung vorlegen. Bei der Generalversammlung im April erhielt nicht nur der Jahresbericht problemlos Zustimmung, auch die nichtfinanziellen Belange schafften die Kür. Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten einen Bericht, in dem der Maschinenhersteller seine Anstrengungen in den Bereichen Umweltbelange (insbesondere die CO2-Ziele), Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie bei der Bekämpfung von Korruption detailliert beschrieb. Der Haken an der Sache? Der Bericht war noch gar nicht vollständig, die Nachhaltigkeitsdaten wurden erst ein Vierteljahr später veröffentlicht. Trotzdem sagten die Aktionäre fast einstimmig Ja.
«Wie können wir solche Berichte verabschieden?», fragte Ethos-Geschäftsführer Vincent Kaufman kopfschüttelnd am Donnerstag in Zürich. Die Schweizerischen Stiftung für nachhaltige Entwicklung (Ethos) hat die Nachhaltigkeitsberichte der 143 berichtspflichtigen Unternehmen analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Schweiz ist im grossen Stil ungleich und mängelhaft. Es fehlen oft unabhängige Prüfung, ambitionierte Ziele oder wesentliche Informationen. Das Ethos-Team hat zahlreiche Negativbeispiele gefunden.

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