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Reisen

Marrakesch: Weekend in Afrika

Wer nicht in eines der vielen Luxushotels will, logiert in einem kleinen Privathaus, Riad genannt.

Daniel Tschudy

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Der Djemaa el Fna in Marrakesch (Perle des Südens) ist der zentrale Marktplatz. RMS

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Einfach ein paar Tage weg vom Stress und von allen Verpflichtungen. Wochenend-Trips ins Ausland sind nach wie vor in Mode und dank dem heutigen Angebot schnell umsetzbar. Kurzfristig ein, zwei Tage freizunehmen ist dank dem flexibleren Arbeitsumfeld auch nicht mehr so schwierig. Neu ist, dass die Auswahl an Kurztrips breiter wurde. Es braucht nicht immer nur Paris oder London zu sein. Man kann sogar den Kontinent verlassen. Dank der Direktverbindungen von Edelweiss Air ist Marrakesch nur drei Flugstunden von ZΓΌrich entfernt. Ab Ende MΓ€rz bedient die Swiss-Schwester die Kulturhauptstadt Marokkos wieder mit drei FlΓΌgen pro Woche, sodass man am Donnerstagnachmittag hinfliegen und am Sonntagabend wieder heimwΓ€rts reisen kann.
Man erreicht eine ganz andere Welt. Es ist nicht diejenige des Mittelmeers, sondern eine relativ unbekannte arabische, in der NΓ€he der schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. Dieser erstreckt sich vom Westen an der AtlantikkΓΌste bis zur algerischen Grenze und bildet fΓΌr Marokko eine Wetterscheide gegen die KlimaeinflΓΌsse der Sahara. Dabei ist der Toubkal, der hΓΆchste Berg, nur 300 Meter niedriger als das Matterhorn.
Sich zu verlaufen ist auch spannend
Marrakesch, die alte HΓ€ndlerstadt mit tausendjΓ€hriger Geschichte, inspiriert heute KΓΌnstler, Schriftsteller und Modemacher. Speziell die Altstadt begeistert die Besucher. Die Medina wird durch 20 Tore einer 19 Kilometer langen Festungsmauer erreicht, wobei die gesamte Befestigung aus gestampftem Lehm gebaut und rosafarben gehalten ist. Eine mystische Stimmung, welche speziell am spΓ€ten Nachmittag aussergewΓΆhnliche LichtverhΓ€ltnisse schafft und zum Fotografieren ideal ist. Auch Winston Churchill ergab sich einst als regelmΓ€ssiger Besucher diesem Flair und sprach in seinen Memoiren vom Β«geliebten MarrakeschΒ».

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Kein Wunder also, erkundet man die Stadt am besten zu Fuss, noch besser mit gutem Schuhwerk. Die Medina ist eng, lΓ€rmig sowie intensiv, und viele der Gassen werden leider von alten, abgasintensiven MotorrΓ€dern befahren. Zwar werden dort, wo sich die meisten Touristen aufhalten, mehrere Marktgassen fΓΌr diese Fahrzeuge gesperrt, aber fΓΌr Besucher interessant sind vor allem die weniger populΓ€ren Quartiere, wo sich primΓ€r Einheimische aufhalten. Sich zu verlaufen ist ΓΌbrigens einfach – aber Marrakesch ganz ohne FΓΌhrer zu erkunden ist eben auch spannend. Hilfreich sind deshalb vorbereitete Zettel in arabischer Schrift, die auf Hotels oder Treffpunkte hinweisen. Zwar ist Marrakesch seit der franzΓΆsischen Besetzung sehr frankophon, aber es sind eher die Jungen und die Angestellten in der Tourismusindustrie, die sich bequem auf FranzΓΆsisch unterhalten kΓΆnnen.
Djemaa el Fna als die grosse BΓΌhne
HΓΆhepunkt der von der Unesco als Weltkulturerbe bestimmten Medina ist der riesige Marktplatz Djemaa el Fna (Platz der GekΓΆpften). Dieser hat sich nur schon mit seinem Namen in der Geschichte verewigt. SpΓ€ter wΓ€hlte ihn Alfred Hitchcock als Schauplatz fΓΌr seinen 1956er-Thriller Β«Der Mann, der zuviel wussteΒ». Vor zwei Jahren gab es dort, beim CafΓ© Argana, leider auch einen Terroranschlag. Aber der Djemaa el Fna ist vor allem das Zentrum des Lebens und der Mittelpunkt aller Menschen – Touristen wie Einheimische. Bauern, Bettler und Beduinen sind da. SchlangenbeschwΓΆrer, GeschichtenerzΓ€hler und Wahrsagerinnen bieten ihre Dienste an. Hunderte von Open-Air-VerpflegungsstΓ€nden sind von zwei Dutzend teilweise exzellenten Restaurants umgeben. Die Luft ist geschwΓ€ngert von FrΓΌchten, GemΓΌsen und Grilladen …und manchmal auch Abgasen. Ein richtiges TheaterstΓΌck, das ein Muezzin fΓΌnfmal am Tag mit seinen Gebeten begleitet.

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Im Sinne des Erlebens ist Marrakesch also Luxus pur. Wer noch mehr will, kann neben Besuchen traditioneller Museen und ΓΌppiger Parkanlagen auch einen Heissluftballon mieten oder in rund 40 Kilometern Entfernung den Stausee Lalla Takerkoust oder das Ourika-Tal bereisen. Kein Geheimtipp mehr ist auch Marrakeschs Golfangebot, mittlerweile gibt es neun PlΓ€tze. Davon ist der des Amelkis Resort mit der unglaublichen Fernsicht auf den Hohen Atlas ein ganz spezielles Bijou.
FΓΌr ein Marrakesch-Weekend braucht man dann nur noch eine passende Unterkunft. Da gibt es viele Nobelherbergen, aber auch kleine PrivathΓ€user, Riad genannt. Eines ist das von der Hamburgerin Ina Tibke gefΓΌhrte Β«The Great GetawayΒ» mitten in der verwinkelten Altstadt. Es ist ein altes Stadthaus mit gerade mal sieben persΓΆnlich eingerichteten Zimmern und einer Dachterrasse mit Blick ΓΌber die Medina. Dort, zum FrΓΌhstΓΌck, oder dann in der privaten Bibliothek treffen sich die GΓ€ste aus aller Welt und tauschen sich aus. Ein solcher Aufenthalt ist sehr persΓΆnlich und auch ursprΓΌnglich. Die meisten Riads im Zentrum bieten ΓΌbrigens keine Hauptmahlzeiten an. Man verpflegt sich in den vielen kleinen Restaurants in der Umgebung. Wer nur kurz in einem typischen marokkanischen Haus bleiben will, kann fΓΌr die weiteren NΓ€chte in die grossen HΓ€user umziehen. Eines wie das FΓΌnfsternehotel Sofitel Palais Imperial, das zum Luxussegment der franzΓΆsischen Accor-Gruppe gehΓΆrt. 378 Zimmer stehen im Angebot, viele davon mit Balkon und Sicht auf die Bergkette. HΓΆhepunkt, auch um sich von den StadtgΓ€ngen zu erholen, ist die herrliche Gartenanlage mit zwei Pools und einem modernen Spa-Bereich.

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Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es ein paar ganz aussergewΓΆhnliche Luxushotels. Zum Beispiel das Β«Mount NelsonΒ» in Kapstadt (SΓΌdafrika), das Β«Old CataractΒ» in Assuan (Γ„gypten) oder das Β«Victoria Falls HotelΒ» bei den ViktoriafΓ€llen (Simbabwe). Genau in diese Kategorie gehΓΆrt das sagenumwobene Β«El MamouniaΒ». 1923 erbaut, 2009 komplett renoviert und modernisiert. Es war und ist immer noch ein Showcase sowohl der marokkanischen Architektur als auch der nordafrikanischen Gastfreundschaft. Tradition pur. Eleganz garantiert. Das Β«El MamouniaΒ» befindet sich innerhalb der Medina und bietet 200 Art-dΓ©co-Zimmer und Suiten an.
Die Recherche wurde unterstΓΌtzt von Edelweiss Air.
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