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Luxusuhr via Mausklick: Das sind die teuersten Modelle

Wer sich eine Luxusuhr kaufen will, macht dies mit dem Smartphone oder per Mausklick. Auf der Plattform Chrono24 werden über 300'000 Uhren angeboten - von teuer bis ungewöhnlich. Ein Vergleich.

Gabriel Knupfer

Luxusuhren findet man nicht mehr nur bei Juwelieren und in Boutiquen, sondern auch Online: Chrono24 gehört zu den grössten Uhrenplattformen im Netz.
Hier sind die teuersten Uhren der Webseite*:
*Chrono24 erstellte die Liste manuell, um Fantasiepreise auszuschliessen und weil besonders teure Exemplare mit «Preis auf Anfrage» inseriert sind (Stand 14.02.2017).
10. Jaeger-LeCoultre Master Grande Tradition Grande Complication
Die technische Meisterleistung von Jaeger-LeCoultre mit fliegendem Tourbillon und Minutenrepetition gibt es laut diesem Inserat für 285'000 Dollar. In anderen Versionen, die ebenfalls auf der Seite angeboten werden, kann sie auch mehr als 400'000 Franken kosten.
9. Hublot MP-05 LaFerrari Sapphire
Hublots Hommage ans gleichnamige Auto von Ferrari kostet auf Chrono24 rund 450'000 Franken – im Vergleich zum Supersportler (Preis rund 1,5 Millionen Franken) ist die Uhr ein Schnäppchen.
8. Greubel Forsey GMT
Jedes Modell der Manufaktur in La Chaux-de-Fonds kostet auf der Webseite über 100'000 Franken. Bei der abgebildeten GMT ist der höchste angegebene Preis im Moment 620'000 Franken.
7. Vacheron Constantin Traditionnelle Kaliber 2755
Die Komplikationsuhr der ältesten ununterbrochen tätigen Uhrenmanufaktur der Welt gibt es ab etwa 550'000 Franken. Die Preise reichen bis weit über 700'000 Franken. Das abgebildete Exemplar kostet 615'000 Franken.
6. Richard Mille RM27 Rafael Nadal
Wer die Uhr besitzen will, die der Tennisstar im Finale der Australian Open gegen Roger Federer trug, muss auf Chrono24 650'000 Franken und mehr ausgeben.
5. Richard Mille RM38-01 Tourbillon G-Sensor Bubba Watson
Die Golferuhr der Manufaktur aus Le Breuleux misst unter anderem die Wucht des Schlägerschwungs. Der US-Spitzengolfer Bubba Watson trägt seit 2011 Uhren von Richard Mille. Diese hier ist auf 50 Stück limitiert und kostet gut 800'000 Franken.
4. Audemars Piguet Royal Oak Grande Complication
Die Komplikationen der Waadtländer sind auf Chrono24 ab etwa 200'000 Franken zu haben. Die abgebildete Uhr kostet etwa 820'000 Franken. Noch teurer sind einige Taschenuhren der Waadtländer.
3. Patek Philippe 5208P-001 Grand Complications
Der selbstständige Uhrenhersteller aus Genf baut die teuersten Armbanduhren der Welt. Stellvertretend für eine ganze Reihe von relativ ähnlichen Patek-Philippe-Uhren steht die Referenz 5208 mit einem Preis bis etwa 1,2 Millionen Franken.
2. Patek Philippe Sky Moon Tourbillon
Die blaue Patek Philippe mit Sternenhimmel kostet je nach Kaliber und Version 1,2 bis 1,7 Millionen Franken. Einzelne Ausführungen können auf Chrono24 auch bis zu 2 Millionen Franken kosten.
1. Patek Philippe 6300G-001
Die Top-Uhr von Patek im Netz ist im Moment bei einem Händler in Hongkong...
... und kostet 4,8 Millionen Franken. Da lohnt es sich persönlich vorbeizugehen und einen oder zwei Experten mitzubringen, wenn man die Uhr tatsächlich haben will.
Bilder: Hersteller/Chrono24
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Wer sich eine Luxusuhr kaufen möchte, kann das heute bequem vom Schreibtisch aus machen. Uhrenportale, Sammlerseiten und zahlreiche Läden und Marken verkaufen ihre Stücke inzwischen im Web. Ein besonders grosses Angebot gibt es auf dem deutschen Portal Chrono24.
Von der 20-Franken-Plastikuhr bis zur hochkomplexen Patek Philippe: Es gibt kaum einen Zeitmesser, der auf der Webseite nicht von einem Händler irgendwo auf der Welt angeboten wird. Mit fast 300'000 Uhren in 97 Ländern ermöglicht das Portal einen Preisvergleich, wie er bei Herstellern oder im Laden nicht möglich ist.

«Regelmässig» sehr teure Uhren

Einige Uhren auf Chrono24 kosten 1 Million Franken und mehr. Er sei selber manchmal erstaunt, dass derart teure Stücke auf der Seite angeboten werden, sagt Tim Stracke, Co-CEO der Plattform. Doch: «Es kommt regelmässig vor, dass sehr teure Uhren über unsere Plattform gehandelt werden.» Zwar werde der eigene Treuhandservice bei solchen Uhren kaum genutzt, doch man bekomme die Onlinekommunikation zwischen Händler und Interessenten mit.
Wer Uhren auf Chrono24 kauft, kann für eine Gebühr von 3,5 Prozent des Kaufpreises den sogenannten «Trusted Checkout» nutzen. Dabei wird das Geld erst freigegeben, wenn der Käufer die Uhren in den Händen hält und mit dem Zustand und der Qualität zufrieden ist. «Bei Uhren im Bereich von über 500'000 Franken kommt unser Service allerdings meist nicht zum Einsatz. Diese Stücke werden direkt verkauft», so Stracke.

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Verkäufer und Käufer bleiben anonym

«Wir hatten eine Patek Philippe Ref 2499 der ersten Serie für 2,75 Millionen Franken auf der Seite», erzählt Stracke. «Selbst bei diesem Preis gab es mehrere Anfragen und offenbar ernsthafte Interessenten.» Solche Stücke würden üblicherweise von einem Sammler, der selbst nicht in Erscheinung treten will, über einen Händler angeboten.
Die Suche übers Internet mache aber auch für die Käufer Sinn, denn solche Kunden möchten nicht unbedingt in einem Laden gesehen werden, so Stracke. Wie viel am Ende tatsächlich bezahlt werde, könne man bei Chrono24 in der Regel aber nicht wissen, denn die sogenannten «Asking Prices» seien bei extrem teuren Uhren oft noch deutlich verhandelbar.

Intensive Verhandlungen

Zwar sind die Händler frei, den Preis festzulegen, wie sie es für richtig halten. Solange die Kunden das «Trusted Checkout» nicht nutzen, verdient die Plattform nicht an den Verkäufen, sondern verlangt eine monatliche Gebühr von den Händlern, die auf Chrono24 präsent sein wollen. Dennoch seien die Preise realistisch, versichert Stracke.
«Der Endpreis liegt im Schnitt weniger als 1 Prozent unter dem geforderten Preis», sagt Stracke. Nur bei den teuersten Modellen mit einem «Asking Price» gebe es mehr Verhandlungsspielraum. Dort erfolge jeweils eine sehr intensive Kommunikation von Händler und Kunden, bevor es zum Verkaufsabschluss komme.

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Patek Philippe und Audemars Piguet

Doch welche sind die teuersten Marken und Modelle der Welt? Eines ist klar: Die Topuhren stammen alle aus der Schweiz. Unter den grossen Marken führt bei den Durchschnittspreisen laut Chrono24 Patek Philippe mit 40'500 Franken. Dicht dahinter folgt mit 36'800 Franken Audemars Piguet. Beide Marken sind auch bei den einzelnen Exemplaren ganz vorne mit dabei (siehe Bildergalerie oben).
Erschwinglicher ist Rolex mit durchschnittlich 8500 Franken. Die besten Preise für eine Luxusuhr bekommt man aber bei TAG Heuer. Uhren der Marke aus dem LVMH-Konzern sind meist für weniger als 3000 Franken zu haben.

Rolex ist am populärsten

Aufschlussreich ist auch eine andere Statistik von Chrono24. Besonders eine Marke steht im Fokus der potenziellen Käufer: 26 Prozent und damit mehr als ein Viertel aller Suchanfragen entfielen im letzten Jahr auf Uhren von Rolex. Es folgen Omega mit 9 Prozent und Breitling mit 5 Prozent der Klicks auf der Webseite.
Die drei populärsten Modelle – Rolex Daytona, Rolex Submariner und Rolex Datejust – holten sich zwischen 4 und 5 Prozent aller Klicks auf der Seite ab. Das ist mehr als alle Marken ausser Rolex, Omega und Breitling insgesamt für sich verbuchen konnten.

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Viele Klicks bei Richard Mille

Da von diesem Marken aber jeweils sehr viele Uhren zum Verkauf stehen, hat Chrono24 auch eine Liste der «interessantesten Uhren» erstellt, in der die Klicks relativ zur Zahl der angeboten Uhren berechnet werden: Wenig überraschend schneiden hier vor allem die ultrateuren Uhren von Richard Mille stark ab, die drei Top-10-Plätze erreichen.
Die ersten drei Ränge der «interessantesten» Uhren gehen an die Patek Philippe Sky Moon Tourbillon, die Hublot MP-05LaFerrari und die Hublot Bigger Bang. Zwei von ihnen finden sich auch im Ranking der teuersten Uhren auf Chrono24.
Wer es sonst noch in die Top 10 geschafft hat, sehen Sie in der Bildergalerie oben.
Die schönsten Bilder vom Uhrensalon SIHH 2017:
Die 27. Ausgabe der Genfer Luxusuhrenmesse Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) hat begonnen.
Ein Hauptthema der Ausgabe 2017 sind Autos, wie hier bei Richard Mille aus dem Kanton Jura...
... oder den Genfern Baume & Mercier.
Die Luxushersteller tun alles, um sich im besten Licht zu präsentieren.
Viele Stände der Fachmesse gleichen Boutiquen in einer Luxusmall.
Wobei der neue Stand von IWC eigentlich eher an die Eingangshalle eines barocken Schlosses erinnert.
Doch im Mittelpunkt des Interesses stehen die Uhren der 30 Aussteller.
Aus aller Welt ist das Fachpublikum zur ersten Luxusuhrenmesse des Jahres angereist.
Cartier zeigt beispielsweise diese schöne Frauenuhr.
Ein Sammlerstück ist das Modell Pin-Up von Ulysse Nardin.
Audemars Piguet ist an der Messe ebenso vertreten...
... wie Baume & Mercier und auch...
... Montblanc.
Ein neues Modell von Montblanc.
Details der Meisterwerke zeigen sich erst beim genauen Hinschauen.
Dieses Modell von Roger Dubuis hat durchschlagende Kraft.
Die SIHH nimmt dieses Jahr 13 kleine Hersteller auf, die im «Carré des Horlogers» ausstellen.
Hier sind Rebellen wie H. Moser & Cie aus Schaffhausen vertreten. Das ist die Uhr aus gehärtetem Vacherin-Käse.
Romain Jérôme hat Uhren zu beliebten Games wie Donkey Kong...
... oder Space Invaders designt.
Avantgarde bei Urwerk.
Die SIHH 2017 läuft noch bis am Freitag 20. Januar.
Am Freitag ist die Messe erstmals in ihrer Geschichte auch dem breiten Publikum zugänglich.
Bilder: Gabriel Knupfer/Lisa Burth/Keystone
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RMS
Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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