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Oldtimer

Lincoln-Zephyr V12: Der mit dem Wind tanzt

Der Lincoln-Zephyr V12 ist der amerikanische Aerodynamikerfolg der Vorkriegsjahre. Es war der Versuch gute Aerodynamik mit einem nicht zu futuristischen Aussehen zu koppeln.

Bruno von Rotz

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Der Lincoln Zephyr Fordor (1940) - mit vier TΓΌren.Ford Motor Company/zwischengas.com RMS

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«Man hat in Amerika durch den besseren Absatz wieder mehr Mut bekommen, und dies drückt sich durch einige Neukonstruktionen und grâßere Auflageziffern für 1936 aus. Als eine der auffÀlligsten Neuerscheinungen wÀre in erster Linie der Lincoln-Zephyr von Ford zu nennen, der einen eigenartigen Mischmasch darstellt. Der Lincoln gab den 12-Zylinder-V-Motor mit 110 PS bei 3900 Umdrehungen und neuen Stahlgußkolben, der bekannte Ford V8 das Triebwerk, wie Querfedern, Achsen und dergleichen, und Briggs, der Karosseriebauer, schuf den Tragkârperaufbau, durch den der Rahmen überflüssig wird.»
So stand es damals in der Motorwelt Nummer 1 des Jahres 1936 geschrieben. Dies waren andere Zeiten! Und aerodynamische Autos hatten sich damals als nicht erfolgreich erwiesen, der Chrysler Airflow hatte nur geringe StΓΌckzahlen gebracht und wurde allgemein als Flop gesehen.
Trotzdem setzte Lincoln beim Zephyr auf geringen Luftwiderstand: «Dieses neue Automobil ist der schon lÀngere Zeit beabsichtigte billige Lincoln-Wagen, der jetzt zum Preise von rund 1300 Dollar (das sind rund 5000 RM für einen 110 PS 12-Zylinder!) angeboten wird. Die Àußere Form ist nach Stromlinien-Gesichtspunkten entworfen und erinnert in der Vorderpartie an ein Motorboot.»

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Nicht zu futuristisches Aussehen

Aus der Erfahrung mit dem Chrysler Airflow heraus wollten es die Lincoln-Leute, besser machen. John Tjaarda, der Vater von Tom Tjaarda, der unter anderem den De Tomaso Pantera zeichnete, und E. T. Bob Gregorie waren fΓΌr das Design zustΓ€ndig und sie versuchten, gute Aerodynamik mit einem dem Endkunden nicht zu futuristischen Aussehen zu koppeln. Vor allem an der Front wΓ€hlten sie eine volkstΓΌmlichere Gestaltung anstelle der runden Formgebung des Chyslers. Als Ausgangspunkt fΓΌr das Design nahmen sie den Briggs Dream Car, der allerdings mit Heckmotor ausgerΓΌstet gewesen war. Im Lincoln-Zephyr sass der Motor natΓΌrlich vorne.
Die Γ„nderungen wirkten sich nicht negativ auf den Luftwiederstand aus, mit 0,45 cw setzte der Zephyr dem Wind weniger entgegen als der Chysler Airflow. Der Name Β«ZephyrΒ» suggerierte ΓΌbrigens Aerodynamikbestleistungen, denn er war vom ersten wirklich windschlΓΌpfigen Eisenbahnzug namens Β«Burlington Silver Streak ZephyrΒ» abgeleitet.
Edsel Ford schielte bei der Technik zum Ford V8 herΓΌber. Der Motor wurde vom Ford Flathead abgeleitet und erhielt einfach vier zusΓ€tzliche Zylinder. Die Karosserie konzipierte man selbsttragend und sparte damit viel Gewicht. Der ganze Wagen kam auf rund 1520 kg. Mit 110 PS erreichte der Lincoln-Zephyr rund 140 km/h. Die Bremsen waren kabelgesteuert, 1939 stieg man auf hydraulisch betΓ€tigte Bremsen um und passte das Styling dem aktuellen Geschmack an. 1940 dann gab es noch etwas mehr Kofferraumvolumen dazu.

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Erfolgreich

Bereits im ersten Jahr konnten 15’000 Lincoln-Zephyr verkauft werden, was 80 Prozent der gesamten VerkΓ€ufe von Lincoln ausmachte. Es gab ihn 1936 als zwei- und viertΓΌrige Limousine. Ein abschliessbares Handschuhfach war Serienausstattung, das Radio musste extra bezahlt werden. Im Folgejahr gab es zusΓ€tzlich ein CoupΓ© mit drei Seitenfenstern und eine Stadt-Limousine, 1938 kam dann eine offene CoupΓ©- und Limousinen-Variante dazu. Im Jahr 1940 wurde die viertΓΌrige Cabrioletvariante nicht mehr angeboten.
Ab 1939 kamen zudem die Continental-Varianten dazu, die in weitgehender Handarbeit noch mehr Luxus versprachen. 1940 wurde entschieden Lincoln-Zepyhr nicht mehr als Marke sondern die Zephyr-Modelle als Lincoln-Typen zu verkaufen und ΓΌber die ersten Nachkriegsjahre hinweg kamen so immer noch direkte Nachkommen des ursprΓΌnglichen Lincoln-Zephyr bis 1948 auf den Markt.

Nur wenige haben ΓΌberlebt

Von den Zehntausenden Lincoln-Zephyr haben nur geringe StΓΌckzahlen ΓΌberlebt, zwei davon ein Β«Convertible SedanΒ» und ein Β«CoupeΒ» versteigerte RM Auctions im August 2014 in Monterey.
Mehr zum Lincoln-Zephyr V12 lesen Sie bei zwischengas.com.

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