Walter Ruggle sorgte kürzlich am «Europaforum» im Kultur- und Kongresszentrum in Luzern für ein nettes Aperçu. Der Direktor der Stiftung Trigon, die vor allem hervorragende Filme aus Nicht-Industrieländern in Schweizer Kinos bringt und als kleine Kraft gegenüber den US-Majors wirkt, hat in einer langfädigen Podiumsdiskussion Überraschendes erzählt. Bestandteil des bereits mehr als zehnjährigen Gatt-Abkommens sei damals ein Deal zwischen Kino- und Flugbranche gewesen. Die Swissair erhielt von den US-Behörden unter anderem die Lande- und Startrechte für Atlanta, die amerikanischen Film-Majors durften im Gegenzug den liberalisierten Schweizer Filmmarkt nützen und damit den ungehinderten Einzug in unsere Kinosäle antreten. Seither herrscht allüberall Hollywood, egal ob mit guten oder schlechten Produkten. Unwahrscheinlich erscheint nun, dass nach dem Wegfall der Atlanta-Destination von Swissair auch in den Schweizer Kinos Slots frei werden.