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Premiere

Künstler Not Vital zeigt sich dem Schweizer Publikum

International anerkannt, kennen den Bildhauer und Maler Not Vital hierzulande erstaunlich wenige. Die beste Gelegenheit, den Engadiner Künstler zu entdecken, bietet nun das Kunstmuseum in Chur.

Seit 1993 gibt es bereits das «Bilanz»-Künstler-Rating. Das sind die zehn wichtigsten Schweizer Künstler 2017:Platz 10: Markus RaetzIm Vorjahr noch auf Platz 15 schafft Markus Raetz in diesem Jahr den Sprung in die Top Ten. Preisspanne: 20'000 - 250'000 Franken
Platz 9: Claudia ComteVon der jüngeren Generation hat die 34-jährige Lausannerin (Vorjahr Rang 12) ihre Stellung als eine der faszinierendsten jungen Künstlerinnen durch weitere Projekte bestätigt. Im Coachella Valley bei Palms Springs schuf sie eine Betonwand, auf der strenge Zickzacklinien zu delirischen Kurven morphen — und arbeitete als einzige Schweizerin Schulter an Schulter mit amerikanischen Kunststars wie Richard Prince und Doug Aitken. Preisspanne: 2000 - 100'000 Franken
Platz 8: Ugo RondinoneDer Installationskünstler klettert von Platz 10 auf den achten Rang. Rondinone lebt in Zürich und in New York und ist bekannt für seine Wörter in Regenbogenfarben, die von Fassaden leuchten. Preisspanne: 35'000 - 1 Millionen Franken
Platz 7: Christian MarclayAuf Platz 7 (Vorjahr Platz 4) liegt der Schweizer Christian Marclay. Mit seinen Werken erforscht Marclay die gemeinsamen Muster von Ton, Fotografie, Video und Filmkunst. Für seine Performances benutzt er Schallplatten und andere Tonträger, die er manipuliert, verformt, oder sogar zerstört, um Soundeffekte wie Endlosschleifen zu erzielen. Preisspanne: 2'000 - 100'000 Franken
Platz 6: Olivier MossetVon der Jury ebenfalls zu den zehn wichtigsten Künstlern gewählt: Olivier Mosset. Der Maler monochromer und geometrischer Bilder belegt im «Bilanz»-Rating den sechsten Platz und verbesserte sich damit um einen Rang. Preisspanne: 40'000 - 250'000 Franken
Platz 5: Urs FischerDer in New York lebende Schweizer Urs Fischer, der mit Wachs und Farbpigmenten lebensgrosse Figuren formt, belegt den fünften Platz, nach Rang 6 im Vorjahr. Preisspanne: 50'000 - 2,6 Millionen Franken
Platz 4: Thomas HirschhornDass das Kunsttreiben zurzeit weniger auf Oberflächenreize ausgerichtet ist, bestätigt Thomas Hirschhorn (Vorjahr Rang 5), der seit je zu den zeitkritischsten Geistern gehört und international Furore macht. Er verweist immer wieder mit affektstarken Materialassemblagen auf unhaltbare politische und soziale Zustände. Preisspanne: 18'000 - 450'000 Franken
Platz 3: Pipilotti RistSeit Jahren Dauergast auf den vordersten Plätzen ist die Video- und Installationskünstlerin Pipilotti Rist (Vorjahr Rang 2). Die St. Gallerin mit ihren sinnlichen Arrangements und utopischen Videos ist auf dem internationalen Parkett gefragter denn je. 2016 brillierte sie in der Pinakothek der Moderne in München und im New Museum in New York mit einer Einzelausstellung, dieses Jahr hat sie eine grosse Soloschau in Sydney. Preisspanne: 5000 - 500'000 Franken
Platz 2: Roman SignerEinen Platz nach unten ging es für den Meister poetischer Sprengkunst. Sein Erfolg wurde durch wichtige Museumsausstellungen in der Barbican Art Gallery in London und im Dundee Contemporary Arts Centre in Schottland gefestigt. Preisspanne: 3000 - 250'000 Franken
Platz 1: John ArmlederDer Genfer Hoteliersspross hat es in diesem Jahr an die Sptize geschafft (Vorjahr Platz 2). Der 69-Jährige erlebte seinen internationalen Durchbruch an der Biennale Venedig 1986. Seither hat er mit seinen spielerischen Installationen, den sogenannten Furniture Sculptures, mit Malerei und Zeichnungen, die zwischen Ironie und Pathos oszillieren, eine solide internationale Karriere geformt. Preisspanne: 4000 - 200'000 Franken
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Er ist ein international anerkannter Künstler aus dem Engadin, aber in der Schweiz erstaunlich wenig bekannt. Das könnte sich ändern, denn das Bündner Kunstmuseum in Chur zeigt erstmals eine Werkübersicht des Bildhauers und Malers Not Vital in einem Schweizer Museum.
«NOT VITAL.univers privat» heisst die Ausstellung, die das vielfältige Schaffen des Engadiner Künstlers von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart umfasst. Museumsdirektor Stephan Kunz sprach am Freitag von einer «grossen, sehr wichtigen Ausstellung». Gezeigt werden einige Werk Vitals, die überhaupt noch nie öffentlich ausgestellt wurden.

Bandbreite in 50 Werken

Die Exposition vereint verschiedene Medien, derer sich der 69-jährige Unterengadiner bedient: Zeichnung und Malerei gehören dazu, Skulptur, Installation oder Aktion. Der Künstler, der stets einen Hut trägt, liess dem Museum bei der Auswahl der Werke freie Hand. Entstanden ist laut Museumsdirektor Kunz eine «luftige, spielerische, tänzerische und poetische» Schau.
Die gemäss Museumsangaben «oft rätselhaften, hermetischen und doch sinnlich-vitalen Werke» sind bis zum 19. November sowohl im Hauptgebäude Villa Planta in Chur als auch im neuen Erweiterungsbau des Museums gleich daneben zu sehen. Die grosse Schaffensübersicht enthält etwa 50 Werke.

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Schlossbesitzer mit Vision

Der Künstler wuchs in Sent im Unterengadin auf. Er zog schon früh los in die Welt, um die «die Bildwelt, die ihn seit seiner Kindheit und Jugend prägte, an anderen Orten und in Kontakt mit anderen Kulturen neu aufzuladen», wie das Museum schreibt.
Der Künstler lebt noch heute in Sent, aber auch in Peking und in Rio de Janeiro. Aufsehen erregte Vital in seiner Heimat Unterengadin, als er vor eineinhalb Jahren das Schloss Tarasp kaufte. Er erstand das weitherum sichtbare, auf einem Hügel stehende Unterengadiner Wahrzeichen für 7,9 Millionen Franken.
Vital will aus dem Schloss einen Ort der Begegnung und der kulturellen Bedeutung schaffen. Seine Vision ist es, die Anlage mit zeitgenössischer Kunst und einem Skulpturenpark zu einer Kulturattraktion zu entwickeln.
(sda/jfr)

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