Guten Tag,
Der CEO ist ein Konzernveteran – und steht genau deshalb unter Beobachtung. Freixe muss sich auch gegen interne Vorbehalte behaupten.
Kämpfer für den Turnaround: Laurent Freixe soll Nestlé wieder zu alten Wachstumszahlen und steigenden Aktienkursen führen.
AFP, BloombergHandball ist ein Sport für harte Jungs. Am Kreis wird ordentlich ausgeteilt, Ellbogen wischen über gegnerische Gesichter, Hände ziehen an Trikots und halten Wurfarme fest. Laurent Freixe war mit 16 französischer Meister im Handball, im Jahr darauf noch einmal Vize. Mit Nahkampf hat der Mann Erfahrung.
Das widerspricht dem Stereotyp, Freixe sei ein freundlicher Mensch der leisen Töne – doch auch die beherrscht er. Bei der Vorbereitung seines ersten Kapitalmarkttages als CEO im vergangenen November liess er während der Probe nur vereinzelt kurze Bemerkungen fallen wie «Könnte man hier nicht» oder «Habt ihr auch bedacht». Sein Vorgänger Mark Schneider hatte hier, wie Teilnehmer berichten, gern mit Nachdruck angeordnet, wie er es haben wollte – und wie nicht.
Am 13. Februar stellten sich für Freixe wie Schneider entscheidende Weichen: Beide ernteten willkommene Erfolgsmeldungen. Schneider wurde in den Aufsichtsrat der deutschen Siemens AG gewählt, mit 99,18 Prozent erzielte er die meisten Ja-Stimmen aller Kandidaten. In zwei Jahren soll er dort den Vorsitzenden Jim Hagemann Snabe beerben; Siemens, das ist Champions League der Wirtschaft. Bei Nestlé präsentierte Laurent Freixe am selben Tag die Jahresergebnisse, übertraf in Umsatz, Gewinnmarge und organischem Wachstum die Erwartungen der Finanzmärkte. Vor allem im vierten Quartal, als Freixe bereits im Chefsessel sass, hatte er das Geschäft beschleunigt, zudem bereits einige Hundert Millionen seines neuen Kostensparprogramms eingesammelt.
Werbung