Vorbei geht es an Hunderten von anstehenden Menschen, die an diesem Nachmittag in Barcelona ganz regulΓ€r einschiffen. Die Β«SplendidaΒ» von MSC Crociere kann fast 4000 Passagiere mitnehmen. Vor dem Cruise Terminal wurde man von einem der wartenden Butler empfangen. Er wird sein Dutzend GΓ€ste die nΓ€chsten Tage rund um die Uhr betreuen β sofern man dies von ihm wuΜnscht. SelbstverstΓ€ndlich durfte man sein GepΓ€ck schon draussen abgeben. Es wird noch vor den GΓ€sten in einer der grΓΆssten der 1637 Kabinen sein. Auf Begehr wird der Inhalt des Koffers vom Bediensteten unter Anleitung sogar ausgepackt.
Der klassisch gekleidete Butler aus Indonesien fuΜhrt die GΓ€ste direkt an Bord. Obwohl man als Passagier dazu sonst eine Cruise Card als Ausweis braucht, schleust er einen ohne diese Plastikkarte ins Innere des Ozeanriesen. Das Vorweisen des Passes oder der ID genuΜgt. Mit dem Lift geht es hoch ins 15. von 18 Stockwerken. Im vorderen Teil des Decks der Β«Leonardo Da VinciΒ» angekommen, betritt man die Concierge Area. Hier wird das Bild fuΜr die Cruise Card mit einer Webcam geschossen. Wenig spΓ€ter ist man im Besitz der Legitimation, die fortan belegt, dass man zur auserlesenen Klientel gehΓΆrt.
Nur im Refugium bevorzugt behandelt
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Diese und weitere Privilegien sind Teil des Konzepts MSC Yacht Club, uΜber das momentan zwei der elf Schiffe der italienischen Reederei mit Sitz in Genf verfuΜgen. Nummer zwΓΆlf, der Neubau Β«DivinaΒ», wird es ab Mitte 2012 in modifizierter Form gleichfalls fuΜhren. Der MSC Yacht Club ist eine geschlossene Zone, die ihren GΓ€sten in edlem Ambiente wohltuende Ruhe sowie PrivatsphΓ€re bietet, obwohl man sich auf dem Rest des Dampfers mit Tausenden anderen Passagieren tummelt. Solange man sein geschuΜtztes Refugium nicht verlΓ€sst, merkt man davon nichts. Sobald man sich nach draussen wagt, spuΜrt man unweigerlich, dass man auf einem sogenannten Gigaliner ist. In den ΓΆffentlichen Bereichen wird man nicht mehr wirklich bevorzugt behandelt.
Die 71 gerΓ€umigen Suiten auf der Β«SplendidaΒ» (Deck 15 und 16) β 23 bis 53 Quadratmeter und meistens mit Balkon β zeichnen sich durch eine hochwertige Inneneinrichtung aus, etwa HolztΓ€felung oder Marmorbad. Auch eine Auswahl an Kopfkissen und Bettdecken fehlt nicht. Zum MSC Yacht Club gehΓΆren ausserdem ein eigenes, leider kleines Schwimmbad samt Whirlpool und Bar auf der privaten Sonnenterrasse (Deck 18), die exklusive Panorama Top Sail Lounge mit Blick von oben vorne aufs Meer (Deck 15), genau uΜber der KommandobruΜcke gelegen, sowie ein diskreter Zugang via Geheimlift zum MSC Aurea Spa (Deck 14), dem Wellness- und Fitnesszentrum an Bord.
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Auch speisen kann man unter seinesgleichen. GefruΜhstuΜckt wird meistens in der Panorama Top Sail Lounge. Ausserhalb der Zeiten fuΜr das Mittag- und Abendessen findet man hier stets ein HΓ€ppchen-Buffet. FuΜr die grossen Mahlzeiten geht man ins exklusive Gourmetrestaurant LβOlivo (Deck 15), wobei es weder Tischordnung noch Sitzungstermine gibt. Der Makel daran: Man muss vom MSC Yacht Club bis nach ganz hinten gehen. Das Schiff ist uΜbrigens 333,3 Meter lang. Dies wird auf der neuen, nochmals grΓΆsseren Β«DivinaΒ» anders sein, weil das Gourmetrestaurant dort vorne liegt und von Anfang an fuΜr die GΓ€ste des MSC Yacht Club konzipiert wurde. Auf der Β«Splendida Β» war es urspruΜnglich fuΜr alle Passagiere als Premiumlokal gegen Aufpreis gedacht.
Wie das Villenviertel einer Grossstadt
Β«Es geht uns nicht darum, den Luxusreedereien mit ihren kleinen yachtΓ€hnlichen Schiffen Konkurrenz zu machenΒ», erklΓ€rt Paul Egli, GeschΓ€ftsfuΜhrer von MSC Kreuzfahrten in der Schweiz. Doch der persΓΆnliche Butler und die Β«Members onlyΒ»-Zone hoben das Serviceniveau auf einem Gigaliner dieser GrΓΆssenordnung auf eine neue Stufe. Β«Die Idee hinter unserem exklusiven Konzept ist es, ein neues Kundensegment zu erschliessen, das zwar im Villenviertel lebt, aber nicht auf die Annehmlichkeiten einer Grossstadt verzichten will.Β» Quasi wie zu Hause kΓΆnne man spontan entscheiden, ob man in den Ausgang gehen wolle oder nicht.
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Zudem ist es ein Luxus, den man sich leisten kann, weil er nicht snobistisch uΜberteuert ist. Pro Person kostet eine Suite fuΜr eine achttΓ€gige Mittelmeer-Kreuzfahrt nach Katalogpreis ab 4000 Franken β mit FruΜhbucherrabatt sind es schnell mal 1500 bis 2000 Franken weniger. DafuΜr ist neben den Leistungen einer Standardschiffsreise im MSC Yacht Club eine Auswahl an alkoholischen GetrΓ€nken und Softdrinks inbegriffen, gleichsam aus der Minibar in der Suite. Zudem: Die AtmosphΓ€re ist nicht steif, die Kleiderordnung oft leger und Kinder sind willkommen.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik Kreuzfahrten