Ich habe schon Smartphones mit jedem relevanten Betriebssystem benutzt, auch ΓΌber lΓ€ngere Zeit. Mit einer Ausnahme: Windows Mobile verwendete ich nie lΓ€nger als nΓΆtig. Zu kompliziert die Bedienung, zu freudlos und trΓ€ge die am PC angelehnte OberflΓ€che, zu schwach die Features. Und das in allen sechs Versionen, die Microsoft in den letzten acht Jahren lancierte. Offensichtlich war ich nicht der Einzige, denn trotz allen Anstrengungen hat der Softwareriese gegen Apple, Android und Blackberry nie wirklich ein Bein auf den Boden gebracht.
Jetzt nimmt Microsoft einen siebten Anlauf, und es dΓΌrfte die letzte Chance sein. Windows Phone 7 wurde von Grund auf neu entwickelt. Bei der Hardware gibt der Konzern strenge Vorgaben, die einzelnen Modelle unterscheiden sich deshalb nur wenig. Mein TestgerΓ€t, das LG E900 Optimus 7, wirkt stabil und wertig, der Screen gefΓ€llt mir sehr gut, die Batterie ist ausdauernd. Ich vermisse aber eine Zweitkamera fΓΌr Videochat und Platz fΓΌr externe Speicherkarten β beides hat Microsoft nicht vorgesehen. Die BenutzeroberflΓ€che von Windows Phone 7 ist von schnΓΆrkelloser Eleganz, stringent und schnell. Man findet sich sofort zurecht. Und es macht Spass, das GerΓ€t zu bedienen, was man bei den auf Effizienz getrimmten Microsoft-Produkten sonst selten behaupten kann. Aber noch zeigt Windows Phone 7 Kinderkrankheiten: Das Synchronisieren mit einem Outlook-Exchange-Server klappt nur manchmal, die Verbindung mit verstecktem WLAN gar nicht, eine Copy/Paste-Funktion fehlt. Dieses KunststΓΌck gelang einst auch Apple beim ersten iPhone. Und vor allem sieht der Marketplace fΓΌr Apps aus wie ein Konsummarkt zu DDR-Zeiten: gΓ€hnende Leere in den Regalen, und das bisschen, was es hat, ist teuer.