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Klimaneutralität als Pflicht

Swiss lanciert Flug ohne Wahlmöglichkeit bei der Treibhausgas-Kompensation

In ihrer Klimaschutzstrategie geht die Schweizer Airline einen Schritt weiter: Neu gibt es Flüge, bei denen Klimaneutralität nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht ist.

Dirk-Ruschmann

Dieter Vranckx
Wer von hier nach Zürich fliegen will, wird bald etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Dafür wird die Umwelt dankbar sein. Swiss
Man kennt das seit langer Zeit: Integraler Teil des Buchungsprozesses für ein Ticket bei der Schweizer Airline Swiss ist die Abfrage, ob man die Treibhausgas-Emissionen seiner Flugreise kompensieren möchte. Mehrere Möglichkeiten stehen offen, von wenigen Franken für Klimaschutzprojekte über eine Mittelstufe, die 70 Prozent Klimaprojekte plus 30 Prozent Ersatz des üblichen Flugbenzins Kerosin durch nachhaltiges «Sustainable Aviation Fuel» (SAF) vorsieht, bis hin zur Vollstufe, die den kompletten Ausgleich der durch die Reise entstandenen Treibhausgase verspricht: dank 100 Prozent Ersatz des Kerosins, das aus fossilen Quellen stammt, durch SAF, das etwa aus gebrauchten Fetten oder Speiseölen gewonnen wird.
Nun geht die Swiss einen Schritt weiter. Bald soll es einen ersten Flug geben, der keine Wahl mehr lässt, sondern nur mit dem Ausgleich der Emissionen gebucht werden kann: Der Inlandflug Zürich–Genf; der einzige, den die Swiss im Programm hat. Insidern zufolge hat Swiss-CEO Dieter Vranckx diesen Entscheid gegen internen Widerstand durchgesetzt.
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