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Kreativität

Herzog & de Meuron: Star-Architekten aus Basel

Das renommierte Basler Architekturbüro gestaltet weltweit einzigartige Bauwerke. Ob Hochhaus, Stadion oder andere Gebäude: Herzog & de Meuron hat seine Fans und Kritiker auf sicher.

Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer,

Karen Merkel

Im Bau befindet sich zur Zeit der Roche-Turm in Basel. Der «Roche Bau 1» soll bei der Fertigstellung 2015 rund 175 Meter hoch sein. Damit wird das Prestigeprojekt des Pharmakonzerns das höchste Haus der Schweiz, zumindest vorübergehend... Bloomberg
... denn nach den Plänen von Herzog & de Meuron bekommt das Gebäude bis 2021 einen 205 Meter hohen Zwilling. Der gesamte Roche Campus soll drei Milliarden Franken kosten und wird das Gesicht der Stadt Basel grundlegend verändern. Roche
Obwohl Herzog & de Meuron inzwischen auch Zweigstellen in London, München, Barcelona, San Francisco und Tokio betreiben, bleibt Basel der «Showroom» der beiden. Nirgends finden sich so viele Bauten der Architekten wie am Rheinknie. Das Bild zeigt die Apotheke des dortigen Kantonsspitals aus den Jahren 1995 bis 1997. Wikimedia/CC/Tobias Helfrich
Die neueren Gebäude von Herzog & de Meuron sehen anders aus. Bekannt ist beispielsweise die Firmenzentrale des Pharmakonzerns Actelion in Allschwil direkt an der Stadtgrenze zu Basel. Keystone
Obwohl Herzog & de Meuron schon vorher im Ausland gebucht wurden, kam der grosse Durchbruch mit der Erweiterung der Tate Gallery in London. Das Museum wurde im Jahr 2000 in einem alten Ölkraftwerk, der Bankside Power Station eröffnet. 2001 gewannen die Architekten den renommierten Pritzker-Preis. Keystone
Viel Erfahrung haben Herzog & de Meuron im Bau von Stadien. 1998 bis 2001 bauten sie den St.-Jakob-Park in Basel. Der kristallförmige Turm kam im Zuge der Erweiterung für die EM 2008 dazu. Wikimedia/CC/Sven Scharr
Mit der Allianz Arena in München ersetzten die Basler das berühmte Olympiastadion als Heimstätte der Bayern. Die Arena schwebt wie ein UFO über den Feldern von Fröttmaning. Wikimedia/CC/Poco a poco
Viel Kritik gab es indes für den Bau des «Vogelnestes» für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Menschenrechtler prangerten die Zusammenarbeit mit dem Regime an und Chinesen sahen im Projekt den Missbrauch Chinas als Experimentierfeld. Herzog & de Meuron planten das Stadion zusammen mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Wikimedia/CC/Peter23
Gar als Skandalprojekt gilt inzwischen die Elbphilharmonie in Hamburg. Das seit 2007 im Bau befindliche Konzerthaus sollte eigentlich 77 Millionen Euro kosten und 2010 eingeweiht werden. Inzwischen ist die Eröffnung auf 2017 verschoben worden und die voraussichtlichen Kosten betragen unglaubliche 789 Millionen Euro. Wer am Fiasko schuld ist, soll ein Untersuchungsausschuss klären. Keystone
Das 2008 eröffnete CaixaForum in Madrid ist ein eher kleineres Projekt der Basler Architekten. Mit einem Preis von 60 Millionen Euro blieben sogar die Kosten für einmal im Rahmen. Keystone
Stilmässig decken Herzog & de Meuron eine grosse Bandbreite ab. Die Prada Boutique in Tokio aus dem Jahr 2003 weicht beispielsweise stark ab von dem Minimalismus vieler anderer Projekte. Keystone
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RMS

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Ihre bizarren Formen prägen das Antlitz unseres Planeten: Das Zeitalter der Hochhäuser hat geschlagen. Weltweit wurde nie mehr Geld in Wolkenkratzer investiert als in den letzten anderthalb Dekaden. Und mit der Bekanntgabe der Baupläne für den zweiten Roche-Tower in Basel ist klar, dass ein Schweizer Architekturbüro im Wettbewerb der Superlativen sein Revier behauptet: die berühmten Planer von Herzog & de Meuron, die seit 1978 ihr Büro in Basel betreiben.
Damit überholen die Erbauer sich selbst. Wenn «Roche Bau 1» 2015 fertig steht, ist das Gebäude mit 175 Metern das höchste Gebäude der Schweiz.  Solange bis 2021 der zweite Turm zu Basel mit 205 Metern vollendet ist – falls alles nach Plan läuft.  Drei Milliarden Franken ist Pharmariese Roche das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum wert, im Turm mit 50 Stockwerken sollen rund 1900 Mitarbeiter unterkommen, in einem zweiten Gebäude weitere 1700.

Basler Projekte längst nicht die grössten

Die Heimatprojekte von Herzog & de Meuron sind dabei längst nicht die grössten im Portfolio. Der internationale Durchbruch gelang dem Duo mit der Erweiterung der Tate Gallery in London Ende der 1990er-Jahre. Es folgten zahlreiche berühmte Bauten – zum Beispiel gigantische Sportstätten wie die Allianz-Arena in München oder das Olympia-Vogelnest in Peking, das gemeinsam mit dem viel beachteten Künstler Ai Wei Wei entstand.

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Das Projekt für die Sommerspiele 2008 ist aber zugleich ein Beispiel für die Kritik, der sich die Architekten in den letzten Jahren vermehrt stellen mussten. Menschenrechtler klagten die Zusammenarbeit von Herzog & de Meuron mit der chinesischen Regierung an, während andererseits die Chinesen ihr Land als Experimentierfeld missbraucht sahen.

Skandalbau Elphilharmonie

Ein weiteres Projekt sorgte noch für viel lautere Buh-Rufe: der Skandalbau der Elbphilharmonie in Hamburg. Das Konzerthaus sollte eigentlich 77 Millionen Euro kosten und 2010 eingeweiht werden. Inzwischen ist die Eröffnung auf 2017 verschoben worden und die voraussichtlichen Kosten betragen unglaubliche 789 Millionen Euro. Wer am Fiasko schuld ist, soll ein Untersuchungsausschuss klären.
Auch in Basel lief für Herzog & de Meuron nicht immer alles glatt: Der erste Roche-Turm sollten ursprünglich ganz anders aussehen – als Doppelhelix war das Gebäude geplant. Das Vorhaben wurde 2008 beerdigt, weil die Kosten explodierten und die Struktur zu kompliziert war.

«Roche setzt langfristig auf Basel»

Immerhin vertraut die Konzernführung von Roche weiterhin auf das renommierte Büro. «Roche setzt langfristig auf die Schweiz und Basel als Konzernhauptsitz und gleichzeitig einen unserer weltweit wichtigsten Standorte», erklärte Konzernchef Severin Schwan heute bei der Vorstellung der Pläne für den Roche-Campus.

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Die Worte zeigen das Ausmass  des Projektes für die Stadt: Die Pharmatempel werden das Stadtbild  dominieren. Und Herzog & de Meuron ist in der Stadt nicht nur für Roche tätig. Auch wenn das Unternehmen mittlerweile Zweigstellen in London, München, Barcelona, San Francisco und Tokio hat – der Showroom bleibt Basel. Und so ist ein weiteres Projekt die Erweiterung des Basler Stadtcasinos – und damit gestaltet Herzog & de Meuron den Barfüsserplatz um, den bekanntesten Platz in  der Basler Innenstadt.
Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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