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Gradlinig auf Erfolgskurs

Die Prestigeauktionen in New York und London in den vergangenen zwei Monaten sind ein ermutigender Hinweis auf die ungebrochene Dynamik des Kunstmarktes. Vorausgesetzt, das Angebot stimmt.

Katrin Bachofen

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Begehrt: Werke grosser KΓΌnstler erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit als VermΓΆgensform mit bleibendem Wert. RMS

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Nicht zuletzt die wachsende geografische Vielfalt von reichen Sammlern aus aller Welt hat dazu gefΓΌhrt, dass der Markt fΓΌr hochpreisige Kunst seit Ende 2009 wieder sehr stark ist. Bei den Impressionisten und KΓΌnstlern der Klassischen Moderne - allen voran Monet und Picasso - hat besonders das wachsende Interesse chinesischer KΓ€ufer fΓΌr neue Tendenzen gesorgt. Γ„hnlich wie die Russen sammeln sie fast ausschliesslich grosse Namen. So haben chinesische KΓ€ufer bei Sotheby’s im vergangenen Jahr rund 10 Prozent der teuersten Lose im Sektor Impressionismus und Moderne ersteigert.
Dass fΓΌr Ausnahmewerke fast immer noch jeder Preis gezahlt wird, machten bereits die New Yorker Altmeisterauktionen Ende Januar 2011 deutlich. Tizians Β«Sacra ConversazioneΒ» aus dem Jahr 1560 ist bei Sotheby’s mit einem Rekordpreis von 16,9 Millionen Dollar zugeschlagen worden.
Das monumentale SpΓ€twerk des ve-nezianischen Meisters befand sich seit mehr als 50 Jahren in Privatbesitz. Das Werk mit lΓΌckenloser Provenienz war auf 15 bis 20 Millionen Dollar geschΓ€tzt gewesen. Insgesamt spielten die drei Hauptveranstaltungen bei Sotheby’s mit GemΓ€lden und Zeichnungen 95 Millionen Dollar ein und lagen damit deutlich ΓΌber den SchΓ€tzpreisen.

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Picassos Β«La LectureΒ» von 1932 war das Spitzenlos bei den Moderne-Auktionen bei Sotheby’s im Februar. GeschΓ€tzt auf 12 bis 18 Millionen Pfund, ging es schliesslich fΓΌr 25,24 Millionen Pfund an einen Telefonbieter. Zum grossen Triumph wurde die 60 Lose umfassende Versteigerung einer Privatsammlung bei Sotheby’s, bei der sΓ€mtliche Werke verkauft werden konnten. Die Bieter liessen sich von der angebotenen QualitΓ€t ΓΌberzeugen und viele Werke konnten ihre Taxen deutlich ΓΌbersteigen. Mit einem Gesamtergebnis von 93,52 Millionen Pfund bei einer SchΓ€tzung von 39,2 bis 54,9 Millionen Pfund stellte die Auktion einen Rekord fΓΌr eine Privatsammlung mit moderner und zeitgenΓΆssischer Kunst auf. Zum Spitzenlos avancierte mit 20,5 Millionen Pfund das kleine Bacon-Triptychon Β«Three Studies for Portait of Lucian FreudΒ» mit einer Taxe von 7 bis 9 Millionen Pfund. Einen Weltrekord fΓΌr DalΓ­s Β«Portrait de Paul EluardΒ» stellte der Zuschlag von 12 Millionen Pfund bei einer Taxe von 3,5 bis 5 Millionen Pfund dar.
Den hΓΆchsten Umsatz fΓΌr eine Londoner Auktion mit zeitgenΓΆssischer Kunst seit Juni 2008 machte Christie’s im Februar mit einer sehr internationalen Auswahl an Losen. 61,38 Millionen wurden fΓΌr 58 Lose erzielt, bei Sotheby’s waren es 44,36 Millionen Pfund fΓΌr 54 Lose. Fazit: Wenn die QualitΓ€t stimmt, ist auch die Gegenwartskunst nach wie vor gut fΓΌr Preisrekorde.

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