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Architektur

«Gebäude aus Holz kann man schnell hochziehen»

In Rotkreuz entsteht das erste Holzhochhaus der Schweiz. Überhaupt scheint Holz als Baumaterial zur Zeit im Trend zu liegen. Was das Geheimnis dahinter ist, erklärt ein Experte von Zug Estates.

Gabriel Knupfer

Hohe Häuser aus Holz sind heute noch rar. In Risch-Rotkreuz entsteht mit zehn Stockwerken und 36 Metern Höhe bis 2018 das erste Holzhochhaus der Schweiz. Geplant ist auf demselben Areal zudem ein 60 Meter hohes Holzgebäude für die Hochschule Luzern. Zug Estates
Mit 49 Metern Höhe holte 2014 ein Wohnhaus im norwegischen Bergen den Rekord. Das Gebäude könnte zum Vorreiter einer ganzen Generation von Bauten werden.Artec
Ebenfalls aus Skandinavien stammt der Entwurf für diesen 19-stöckigen Turm im schwedischen Skellefteå. Trotz einer Höhe von 76 Metern fügt sich das Haus schön ins Stadtbild ein. White arkitekter
Sogar rund 100 Meter hoch wäre dieser Bau von CF Møller in Stockholm. Doch die Holzbauweise ist nicht nur ein nordisches Phänomen... CF Møller
... Jean-Paul Viguier will bis 2019 diesen futuristischen Holzbau in Bordeaux errichten. Jean-Paul Viguier
In eine neue Liga der Holzhochhäuser möchte PLP Architecture in Zusammenarbeit mit der Universität Cambridge vorstossen. Der Oakwood Tower in London soll 300 Meter hoch werden und wäre damit das zweithöchste Gebäude der Stadt. PLP Architecture
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Hohe Häuser aus Holz sind heute noch rar. In Risch-Rotkreuz entsteht mit zehn Stockwerken und 36 Metern Höhe bis 2018 das erste Holzhochhaus der Schweiz. Geplant ist auf demselben Areal zudem ein 60 Meter hohes Holzgebäude für die Hochschule Luzern. Zug Estates RMS

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Hochhäuser aus Holz liegen im Trend. Seit 2015 ist auch hierzulande die Anwendung von Holz in allen Gebäudekategorien und Nutzungen zugelassen. Zug Estates nutzt als erste Firma diese Möglichkeit – und baut bis 2018 auf dem Areal Suurstoffi in Risch-Rotkreuz das erste Holzhochhaus der Schweiz.

Mit zehn Stockwerken und 36 Metern Höhe ist das in der Holz-Beton-Verbundkonstruktion errichtete Gebäude zwar noch kein Koloss. Doch die Firma will noch weit höher hinaus, wie Geschäftsleitungsmitglied Kim Riese gegenüber handelszeitung.ch erklärt.

Sie bauen das erste Holzhochhaus der Schweiz. Welche Überlegungen stecken hinter der Wahl des Materials?
Kim Riese*: Ein wichtiger Aspekt für uns war die Geschwindigkeit. Ein Mieter will möglichst rasch einziehen. Weil wir in der Holzbauweise mit vorfabrizierten Elementen arbeiten können, ist es uns möglich, das Gebäude schnell hochzuziehen. Zudem passt Holz in unsere Nachhaltigkeitsstrategie.

Holz scheint als Baumaterial zur Zeit im Trend zu liegen. Warum?
Zu den Vorteilen von Holz gehört das geringe Gewicht. Das kann je nach Baugrund sehr wichtig sein und hilft uns auch auf dem Suurstoffi-Areal, wo wir unterschiedliche Böden vorfinden. Daneben kann mit Holz eine hohe Präzision erreicht werden und die Kosten sind nicht grundsätzlich höher als in einer konventionellen Bauweise.

Lange Zeit hiess es, Holz sei brandgefährdet. Gilt das plötzlich nicht mehr?
Früher hat man sich zu wenig mit der Holzbauweise beschäftigt, deshalb gibt es durchaus neue Erkenntnisse. Holzgebäude sind nicht brandgefährdeter als andere Gebäude: Dicke Holzbalken sind schwer anzuzünden und verkohlen in einem allfälligen Feuer an der Oberfläche. So entsteht eine Schutzschicht.

Haben Sie weitere Holzprojekte bei Zug Estates?
Ja, auf dem selben Areal ist zusätzlich ein 60 Meter hohes Holz-Beton-Hybridhochhaus für die Hochschule Luzern geplant. Dieses wird gleich neben dem Bahnhof Risch-Rotkreuz stehen und so den Auftakt zum Areal bilden.













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* Kim Riese ist Mitglied der Geschäftsleitung von Zug Estates und verantwortlich für Entwicklung und Bauprojekte.

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