Die Freunde
Abklatschen hier, Hände schütteln dort, ein Schulterklopfen da. Fifa-Präsident Sepp Blatter mimt gerne den Jovialen. Doch meist scheinen die öffentlichen Freundschaftsbekundungen der Galerie geschuldet. Echte Freunde habe Blatter nicht, heisst es bei jenen, die ihn schon lange begleiten. Blatter habe vielmehr Interessenvertreter: no friends, only interests. Seit Jahr und Tag an seiner Seite ist Wirtschaftsanwalt
Peter Nobel von Nobel & Hug, der Mann fürs Grobe, heisst es intern. Treuer Weggefährte ist der frühere GC-Präsident Fritz Peter, der den jährlichen «Gusti-Cup» am Fifa-Sitz organisiert. Weniger bekannt, aber treu ergeben ist ihm Julio Grondona. Der Präsident des argentinischen Verbands ist formell Blatters Stellvertreter und amtsältester Vizepräsident. In die Fifa-Familie zurück holte Blatter 2007 den Generalsekretär Jérôme Valcke, nachdem dieser wenige Monate zuvor entlassen worden war. Ein Sponsoringvertrag mit Kreditkartenanbieter Visa war nicht rechtens, was die Fifa 90 Millionen Dollar kostete. Valcke sagt heute, er sei zwar Generalsekretär der Fifa, aber vor allem Generalsekretär des Präsidenten. Gut versteht er sich weiterhin mit «Kaiser» Franz Beckenbauer, der jeweils am jährlichen «Sepp-Blatter-Turnier» in Ulrichen VS mit vielen anderen Stars auftaucht. Und auch beim «Blick» ist Blatter gern gesehener Gast. Zuletzt arrangierte
Ringier-Chef Marc Walder über Zürichs Dächern ein Doppelinterview mit Nati-Coach Ottmar Hitzfeld.