Mitte Januar enthüllte Kia das atemberaubende, viertürige Stinger Coupé. Es ist wirklich anders, als alles, was wir bisher von dem koreanischen Autohersteller gesehen haben.
In den vergangenen Jahren hat sich Kia einen festen Ruf aufgebaut, indem es stylische, gut gebaute Autos und Geländewagen für die breite Masse anbot. Nun möchte die Marke den Premiummarkt in Angriff nehmen und grossen Herstellern wie Audi oder BMW Konkurrenz machen.
Obwohl Kia die K900 Luxus-Limousine bereits im Jahr 2014 vorstellte, verkaufte sie nur eine beschränkte Anzahl und war nicht wirklich dafür ausgerichtet, auf dem Premiummarkt mitzumischen.
Aber Kia hat seit dem jede Menge gelernt. Und nun hat das Unternehmen zum ersten Mal ein Produkt, das die deutschen Marken beunruhigen sollte.
Die technischen Details:
Der Standard 2018er Kia Stinger wird von einem 2,0 Liter, 255 PS starken, turbogeladenen vier-Zylinder Motor angetrieben und die sportlichere GT Version bekommt einen 365 PS starken Twin-Turbo V6. Beide Motoren sind mit einem Acht-Gang-Automatikgetriebe verbunden und bringen ihre Kraft entweder mit einem Heck- oder einem Allradantrieb auf die Strasse. Stinger mit Allradantrieb bekommen Kias Dynamic Torque Vectoring System, während heckbetriebene Autos ein Sperrdifferential erhalten. Bremskraft kommt durch ein Set gelüfteter Brembo-Bremsen.
Nach Angaben von Kia sollte der V6 Stinger 100 km/h in nur 5,1 Sekunden schaffen und eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 269 km/h haben.
«Ein komplett anderes Tier»
«Ich denke für die Kia Marke ist der Stinger ein besonderes Event», sagte Albert Biermann, Kias Leiter für Hochleistungsentwicklung in einem Statement. «Denn niemand erwartet so ein Auto, nicht nur die Art, wie es aussieht, sondern auch die Art, wie es fährt. Es ist ein komplett anderes Tier.» Als viertüriges Coupé ist der Stinger bereit, es direkt mit dem Audi A5/S5 Sportback sowie der BMW 4er Gran Coupé Serie aufzunehmen. Ausserdem könnten Autokäufer, die ein Schwergewicht der Industrie in Erwägung ziehen, wie die BMW 3er Serie, die Mercedes C-Klasse, den Audi A4, den Cadillac ATS, den Lexus IS, den Infiniti Q50 und den Jaguar XE, könnten auch den Stinger in Betracht ziehen.
Der Premiummarkt ist ein hart umkämpftes Pflaster, aber Kia ist sich dessen mit Sicherheit bewusst.
Teure Talente aus Europa geholt
Das Unternehmen hat das vergangene Jahrzehnt damit verbracht, teure Talente aus Europa zu sich zu holen — vor allem aus Deutschland. Dazu gehört Chef-Designer Peter Schreyer, die Person, die hinter dem markanten Aussehen des Stingers steckt. Auf seinem Lebenslauf stehen auch Audi und Volkswagen, bei welchen er ebenfalls die Design-Abteilung leitete. Luc Donckerwolke, der frühere Design-Chef von Bentley und Lamborghini wurde ebenfalls an Bord geholt, um die Designarbeit bei Hyundai-Kias Premiummarke Genesis. Der grösste Coup, der dem Fahrzeughersteller jedoch gelungen ist, war die Einstellung von Biermann. Im Jahr 2014 hat Biermann seine Stelle als Vizepräsident für Ingenieurwesen der BMW-M-Division in Bayern für Südkorea verlassen. Während seiner drei Jahrzehnte bei BMW diente Biermann als Architekt für viele der hoch angesehenen Fahrzeuge der Firma. Darunter beispielsweise der BMW M3, M4, M5 und zahlreiche Gewinner-Fahrzeuge aus dem Motorsport-Team von BMW.
Koreaner mit starker Dosis deutscher DNA
Der deutsche Ingenieur wurde zu Kia geholt, um diese Fahrzeuge zu ähnlichen Legenden zu machen, wie er sie bei BMW so regelmässig erschaffen hat. Biermann und sein Team haben den Stinger ausgiebig auf der firmeneigenen Teststrecke sowie auf dem berüchtigten Nürburgring getestet. Der Stinger wurde sogar in Kias europäischen Design-Zentrum in Frankfurt gestaltet.
Also hatte der Stinger einen deutschen Designer, einen deutschen Ingenieur und wurde auf dem Nürburgring getestet. Es ist ein koreanisches Auto mit einer starken Dosis deutscher DNA.
Noch in diesem Jahr auf den US-Markt
Warum nicht? Schliesslich soll der Stinger gerade in einem von deutschen Herstellern dominierten Markt in den Wettbewerb gehen. Ob der 2018er Kia Stinger die deutschen Hersteller wirklich schlagen kann, wird sich erst noch zeigen. Aber zumindest auf den ersten Blick scheint der Stinger für diesen Kampf so gut ausgerüstet zu sein, wie es noch kein Fahrzeug der koreanischen Automobilindustrie zuvor war.
Der 2018er Kia Stinger soll noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt kommen, auf dem europäischen Markt könnte es vielleicht noch etwas länger dauern. Nach Angaben von «Autobild» soll die Produktion in der zweiten Jahreshälfte von 2017 starten und kosten soll das gute Stück etwa 35'000 Euro (etwa 38'000 Franken).
Sieben verrückte Autos, die 2016 vorgestellt wurden, sehen Sie in der Bildergalerie:
Mit ihren Konzeptstudien gehen selbst traditionelle Autobauer gerne ungewöhnliche Wege, die sie sich bei den Autos in Serienproduktion vermutlich nie trauen würden. Zumindest noch nicht. Sieben Autos, die 2016 präsentiert wurden:Rolls-Royce Vision 100Dieses Konzeptauto ist gleich in mehrfacher Hinsicht überwältigend. Das Design ist zwar insgesamt alles andere als gewöhnlich, aber ein besonderer Hingucker sind die Räder, die in einer Box zu stecken scheinen. RMS Es handelt sich übrigens um das Konzept für ein selbstfahrendes Auto. Daher besteht der Innenraum aus einem «Sofa» für zwei Personen und einem riesigen Fernseher. RMS Toyota uBoxDer japanische Autobauer hat dieses Jahr einen kantigen Elektro-SUV präsentiert, der passenderweise «uBox» genannt wird. Der Wagen soll sich laut Toyota an junge Unternehmer richten, die im Auto genug Platz zum arbeiten haben wollen. RMS Die Sitze des uBox können verschoben werden, so dass genug Arbeitsfläche entsteht — oder man ganz bequem sein Fahrrad verstauen kann. RMS FFZERO1Der Elektroautobauer Faraday Future hat im Januar dieses Konzeptfahrzeug enthüllt. Es wirkt wie eine Mischung aus Rennwagen und Batmobil und wird wohl nicht in Serienproduktion gehen. RMS Auch das Innendesign ist aussergewöhnlich. Die Sitze sind in einem 45-Grad-Winkel angelegt und das Lenkrad sieht aus, wie aus einem Formel-1-Wagen. RMS McLaren 675LT JVCKenwoodAuch bei diesem Konzeptfahrzeug zieht vor allem das Lenkrad die Aufmerksamkeit auf sich, denn es wirkt wie ein überdimensionaler Spiele-Controller. RMS Von aussen sieht das Auto schlank und edel aus — wie ein McLaren eben. Anstelle der Rückspiegels besitzt der Sportwagen übrigens zwei Kameras. RMS Audi Connected Mobility ConceptWenn Sie schon immer ein Auto wollten, in dass sich Ihr Longboard nahtlos einfügen lässt, dann ist dieser Audi genau das Richtige für Sie. In die hintere Stossstange des Konzeptwagens ist ein Longboard integriert, das man einfach herausziehen kann, wenn man es braucht. RMS Das Infotainment-System des Autos kalkuliert immer die beste Route — und schlägt einem dann auch mal vor, bei Stau in Städten doch auf das Longboard umzusteigen. Aber mal ehrlich: Mit dieser Idee dürfte Audi nur eine ganz kleine Teilmenge der üblichen Kunden erreichen. RMS Toyota Setsuna ConceptIm April hat Toyota ein Konzeptauto gezeigt, dass komplett aus Holz besteht. Das Fahrzeug wurde aus 86 handgefertigten Brettern hergestellt, die durch die Okuriari-Methode verbunden wurden. Das heisst, sie wurden so genau gefertigt, dass keine Nägel notwendig sind. RMS Dieses Auto kann tatsächlich fahren, darf aber aus gesetzlichen Gründen nicht auf die Strasse. Vielleicht zählt ein Instrument im Armaturenbrett auch deshalb die Lebensjahre des Autos bis 100 und nicht die gefahrenen Kilometer. RMS Jeep FC 150Dieses Auto ist nicht so futuristisch wie die anderen, sondern versucht eher, das Alte mit dem Neuen zu verbinden. Auch wenn das Auto so wirkt, als sei es etwas in die Jahre gekommen, handelt es sich unter der Haube eigentlich um einen 2005 Jeep Wrangler, der beste Off-Road-Eigenschaften mitbringt. RMS Die Ausstattungs-Highlights bei diesem Konzeptfahrzeug sind Sitzbezüge aus Vinyl und ein analoger Kompass.Bilder: PRDieser Text erschien bei unserer Schwester-Publikaton «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Das sind die 7 coolsten und verrücktesten Autos, die dieses Jahr bislang präsentiert wurden» RMS