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Dulac gegen die US-Regierung

Wie eine Zürcher Firma in den Strudel der Russland-Sanktionen geriet

Die Finanzboutique kämpft um ihren Ruf, Löhne und Netflix-Accounts. Sogar Nachbarn sind betroffen. Wie kam Dulac Capital auf den Radar der USA?

Fabienne Kinzelmann

Dulac
Die beiden Gründer Domino Burki und Andreas Peterlik hatten den ehemaligen UBS-Manager Anselm Schmucki als Teilhaber an Bord geholt, von ihm erhofften sie sich Kontakte in Moskau. (Diese Illustration wurde mit Hilfe des KI-Modells Midjourney erstellt und von einem Menschen überprüft.) HZ MONTAGE/MIDJOURNEY

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Wenn es um Skandale geht, ist der Schweizer Finanzplatz sehr klein. Das hat Domino Burki am 19. Mai 2023 schmerzhaft erlebt. An diesem Tag setzte die Sanktionsbehörde der Vereinigten Staaten seine Firma Dulac Capital im Rahmen der Russland-Sanktionen auf die gefürchtetste Blacklist der Welt. Wer darauf steht, ist beruflich erledigt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der Bankenwelt und unter den Berufskollegen. Burki erhielt besorgte Nachrichten, SMS von Freunden. Dabei wusste er noch nicht einmal, was er getan haben sollte.
Er sagt, er weiss es bis heute nicht. «Was wird uns als Firma konkret vorgeworfen? Es muss sich um eine Verwechslung handeln. Es muss irgendein Missverständnis sein», sagt Burki.

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