Das US-Repräsentantenhaus hat in einem neuen Anlauf für einen Umbau des amerikanischen Gesundheitssystems gestimmt und Präsident Donald Trump damit zu seinem bisher grössten Erfolg in der Gesetzgebung verholfen. Die Kongresskammer votierte mit knapper Mehrheit für einen Gesetzentwurf, mit dem Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama weitgehend zurückgenommen wird.
Trump hatte sich schon im Wahlkampf auf die Abschaffung von «Obamacare» eingeschossen, mit der 20 Millionen Amerikaner über eine in den USA bis dahin unübliche Versicherungspflicht erstmals eine Krankenversicherung bekamen. Der Präsident zeigte sich nach dem Votum zuversichtlich, den Obamacare-Abschied auch im Senat durchzusetzen. Eine Zustimmung dort gilt aber auch unter seinen Republikanern als ungewiss.
Im März das erste Mal gescheitert
Im Repräsentantenhaus war Trump mit seinem Vorhaben im März das erste Mal gescheitert, weil er auch in seiner eigenen Partei nicht genug Stimmen für das Ende von Obamacare zusammenbekam. Nach einem zweiten fehlgeschlagenen Anlauf binnen der vergangenen zwei Monate billigten die Abgeordneten nun mit 217 zu 213 eine überarbeitete Gesetzesvorlage. Sie sieht die Rücknahme grosser Teile von Obamacare vor, darunter die Abschaffung einer Strafgebühr für Menschen ohne Krankenversicherung.
Seit Jahren hatten die Republikaner Obamacare grundsätzlich als einen zu starken Eingriff des Staates in das Gesundheitswesen abgelehnt. Sie halten das System zudem für zu teuer. Die jetzt gebilligte Gesetzesvorlage sieht auch vor, dass ein Alternativsystem anstelle von Obamacare eingeführt wird. Kurz vor Ende der Debatte unmittelbar vor dem Votum erklärte Trump auf Twitter, mit dem Plan der Republikaner werde der Versicherungsschutz für Amerikaner billiger und besser. Noch während die Abgeordneten ihre Stimme abgaben, lud Trump zur Siegesfeier im Garten des Weissen Hauses ein. Für seinen Vorgänger Obama war die eigene Gesundheitsreform ein innenpolitisches Prestigeprojekt, ihre Abschaffung damit für den amtierenden Präsidenten ein noch grösserer Triumph.
If victorious, Republicans will be having a big press conference at the beautiful Rose Garden of the White House immediately after vote!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump)
Grosse Hürde zu überwinden
Doch so wie Obamacare stets in den USA umstritten war, sind dies auch die nun verabschiedeten Veränderungen - sogar innerhalb der Republikaner, von denen einige noch weitergehen wollten. Deshalb hat Trump im Senat mit der eigenen Reform der Reform noch eine grosse Hürde zu überwinden. In der 100 Sitze umfassenden Kammer haben seine Republikaner nur eine hauchdünne Mehrheit. Im Repräsentantenhaus stimmte keiner der Demokraten für die Rücknahme von Obamacare. Die Partei hofft jetzt, dass der durch Trumps Vorgehen ausgelöste Verlust von Krankenversicherungen ihnen bei den nächsten Kongresswahlen Zulauf aus dem Lager der Republikaner beschert.
Mit Blick auf die nun eingeleiteten Änderungen im Gesundheitssystem befürchten die Demokraten starke Einschnitte besonders für Arme und Menschen mit Vorerkrankungen. Das überparteiliche Haushaltsbüro des Kongresses hatte für den ersten Entwurf berechnet, dass 14 Millionen Amerikaner innerhalb eines Jahres ihre Krankenversicherung verlieren würden. Bis 2026 würde diese Zahl auf 24 Millionen steigen. Über die aktuelle Gesetzesvariante liessen die Republikaner abstimmen, bevor das Büro neue Berechnungen vorlegen konnte. Die Abgeordneten sollten noch vor Freitag ihre Stimme abgeben, wenn sie turnusgemäss für eine Woche in ihre Wahlbezirke zurückkehren.
Die demokratische Fraktionschefin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, kritisierte die überarbeitete Version der Gesetzesvorlage scharf. «Sie ist wie ein Zombie zurückgekommen, noch gruseliger als zuvor», sagte sie.
Das sind die Uhren von Donald Trump und anderen mächtigen Politiker:
Das sind die Uhren der mächtigen Politiker: US-Präsident Donald Trump bekam zur Amtseinführung eine Uhr der Schweizer Marke Vulcain. Die Tradition gilt seit Harry Truman für alle US-Präsidenten. Ob er die Vulcain Cricket auch tragen wird, ist aber noch offen. Der Milliardär besitzt zahlreiche weitere Luxusuhren. RMS Der damalige US-Präsident Barack Obama geht – was die Uhr betrifft – fremd. Er wurde schon mit vielen Modellen gesehen. In den letzten Jahren trug Obama meistens eine Smartwatch von Fitbit für rund 250 Dollar. RMS Noch bescheidener ist die mächtigste Frau der Welt. Angela Merkel trägt eine Uhr der deutschen Lifestyle-Marke Boccia. Die Boccia Titanium gibt es für 89 Euro zu kaufen. RMS Kein Prasser ist auch der griechische Premier Alexis Tsipras. Seine Gc Watch hat ein Schweizer Uhrwerk und gleicht äusserlich einer Omega, ist aber für einige hundert Franken zu haben. RMS Auch der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat ein Flair für Schweizer Uhren. Hier handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Tissot. Dafür spricht zumindest das frühere Beuteschema des Präsidenten. RMS Wladimir Putin soll einen Uhrensammlung im Wert von mehreren hunderttausend Franken besitzen. Die Stücke stammen von Patek Philippe, Breguet oder wie hier auf dem Bild von Blancpain. Dafür musste sich der Präsident mit einem offiziellen Jahreslohn von rund 150'000 Franken schon kritische Fragen anhören. RMS Auch der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte gibt sich gern als Mann des Volkes. Seine Uhrensammlung spricht indes eine andere Sprache. Zu seiner Sammlung gehören die Luxusuhr links, wahrscheinlich von Jaeger-LeCoultre, sowie die Pilotenuhr von IWC (r.). RMS Israels Benjamin Netanjahu hat einen klare Linie – auch was die Armbanduhr betrifft. Die zwei Luminor-Modelle von Panerai sehen beide sehr ähnlich aus. RMS Südafrikas Präsident Jacob Zuma ist in der Heimat unter anderem wegen seiner Verschwendungssucht unter Beschuss. Die Ulysse Nardin hilft sicher nicht den Ruf loszuwerden. RMS Eher politisch motiviert ist die Wahl von Japans Premier Shinzo Abe. Er trägt immer Modelle der japanischen Firma Seiko. RMS Die Jahre in der Schweiz haben Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un geprägt. Kein Wunder trägt er eine Schweizer Uhr. Überraschend ist indes die Wahl der billigen Movado, die er auf vielen Fotos trägt. Die Movado Moderna kostet nur rund 400 Franken. RMS Die Identifizierung der Politikeruhren ist nicht immer leicht. Die Armbanduhr von Chinas Präsident Xi Jinping ist beispielsweise nur auf sehr wenigen Fotos zu sehen und deshalb kaum zu bestimmen. Ausserdem besteht immer die Möglichkeit, dass es sich um Fälschungen oder billige Lookalikes handelt, solange die Politiker nicht selbst offenlegen, welche Uhr sie tragen. (Disclaimer: Diese Bildergalerie entstand Ende 2016, aktualisiert: 5. Februar 2018.) RMS Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, ist im Besitz einer teuren Uhr: Er trägt eine Longines Dolce Vita. RMS