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Start-up

Das sind die Drohnenfluglotsen

Involi hat ein System entwickelt, um Drohnen sicher durch den bemannten und unbemannten Verkehr am Himmel zu steuern.

Marc Kowalsky

BIL 04/24 Startup Involi
Manu Lubrano und Cristina Mihalachioiu รผberzeugten bisher รผber 500 Flugsicherungsempfรคnger. Roger Hofstetter

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Die Geschรคftsidee?

Unser System versorgt Drohnen mit wichtigen Luftverkehrsdaten, um sie sicher in den immer stรคrker frequentierten Himmel zu integrieren. Das gemischte Hard- und Softwaresystem ist kombiniert mit fortschrittlicher KI.

Wie ist sie entstanden?

Nach dem Erdbeben in Nepal eilten Drohnenbetreiber zur Unterstรผtzung von Rettungseinsรคtzen herbei, durften aber nicht in dem hohen Helikopteraufkommen fliegen. Da wurde uns klar, wie wichtig es ist, sowohl den bemannten als auch den unbemannten Verkehr auf einer einzigen Plattform abzubilden, damit die Drohnen anderen Fluggerรคten ausweichen kรถnnen.

Warum der Name?

Involi ist ein originelles Wort, das die Freiheit des Fliegens suggeriert, mit dem Vorteil, dass die Wurzel ยซvolยป in vielen Sprachen vorkommt.
Website: www.involi.com
Gegrรผndet: September 2016
Grรผnder: Manu Lubrano (41), CEO; Cristina Mihalachioiu (40), Legal
Firmensitz: Lausanne
Anzahl Mitarbeiter: 13
Umsatzziel fรผr 2024: 2 Millionen Franken
Profitabel: ab 2025

Woher stammt das Startkapital?

Involi hatte eine kleine Pre-Seed-Runde von 300'000 Franken, die von einem Family Office und dem Corporate-Venture-Arm eines Schweizer Unternehmens kam. Zudem sicherte das Unternehmen die Finanzierung fรผr Proof-of-Concept-Einsรคtze von Interessengruppen aus der Branche.

Womit erzielen Sie die Umsรคtze?

Unser Geschรคftsmodell besteht aus dem Verkauf von Live-Flugverkehrsdaten, die von selbst entwickelten Flugverkehrsempfรคngern stammen, und dem Verkauf von Datenanalysen, die auf den vom System gesammelten historischen Daten basieren, sowie dem direkten Verkauf von Flugverkehrsempfรคngern an unsere Kunden.

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Die Vision?

Die Vision von Involi ist es, den Himmel fรผr alle fliegenden Objekte sicher und effizient zu รถffnen, als universelles und vernetztes Medium fรผr Unternehmen, indem es in Echtzeit genaue Informationen รผber den nahen Luftverkehr liefert.
Alex Fries
Alex Fries lebt als VC im Silicon Valley. Derzeit lanciert er Digital Twins Capital und einen Venture-Debt-Fonds.zVg
Alex Fries
Alex Fries lebt als VC im Silicon Valley. Derzeit lanciert er Digital Twins Capital und einen Venture-Debt-Fonds.zVg

ยซVergesst es!ยป

ยซIch kannte die Firma schon von frรผher, als sie sich 2018 hier im Silicon Valley prรคsentierte. Seither ist sie zwar technologisch weiter, aber nicht wirklich kommerziell. Sieben Jahre nach der Grรผndung hat sie noch immer kaum Umsatz. Ein guter VC wรผrde sagen: Vergesst es! Das Problem: Die Kunden sind meist Regierungen oder Flughรคfen, da sind die Sales Cycles sehr lange. Und es muss alles zertifiziert sein. Auch deshalb sucht Involi jetzt neue Mรคrkte wie Gefรคngnisse oder Windparks, das sieht fast schon ein bisschen verzweifelt aus. Immerhin kommt auf diese Weise etwas Umsatz rein. Aber bis einer dieser Mรคrkte wirklich abhebt, wird die Firma viel Zeit und damit Geld brauchen. Zumal sie ja auch Hardware installiert, das ist schwierig zu skalieren. Und es gibt andere Technologien, um vor Drohnen zu warnen.
Das Team ist mir etwas zu technisch, der Chief Business Officer ist zwar erfahren, aber er sitzt in Spanien. Das ist nicht ideal, wenn der US-Markt der grรถsste ist. Vermutlich wรคre es gut, mehr Leute mit kommerziellem Hintergrund hineinzubringen. Und ich wรผrde vermehrt privaten Kunden nachgehen, die mรผssen keine Ausschreibungen machen und kรถnnen schneller entscheiden. Oder in den Militรคrbereich expandieren: Im Ukraine-Krieg sieht man, wie wichtig Drohnen inzwischen sind. Insgesamt glaube ich nicht, dass Involi eines Tages eine grosse Firma wird. Mit Glรผck wird sie รผbernommen.ยป
Damian Zaker: ist Spezialist unter anderem fรผr Deep Tech beim St.โ€‰Galler DACH-fokusยญsierten VC-Fund B2venture.
Damian Zaker ist Spezialist unter anderem fรผr Deep Tech beim St.โ€‰Galler DACH-fokussierten VC-Fund B2venture.zVg
Damian Zaker: ist Spezialist unter anderem fรผr Deep Tech beim St.โ€‰Galler DACH-fokusยญsierten VC-Fund B2venture.
Damian Zaker ist Spezialist unter anderem fรผr Deep Tech beim St.โ€‰Galler DACH-fokussierten VC-Fund B2venture.zVg

ยซKรถnnte spannend werdenยป

ยซInvoli hat eine interessante Geschichte, weil der Grรผnder in seinem frรผheren Leben in der humanitรคren Hilfe realisiert hat, wie schwierig es ist, mit Drohnen zu operieren, weil die Daten fehlen. Diese will Involi nun verkaufen an Drohnenfirmen. Aber die haben meist nur kleine Budgets, deshalb war die Nachfrage bisher gering. Vor allem in den letzten beiden Jahren ist eine stetige Traktion dazugekommen. Es dรผrfte noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Nachfrage rasant zunimmt, weil nun immer mehr Drohnenfirmen Starterlaubnis von den Regulatoren erhalten.
Involi setzt auf proprietรคre Sensoren und bรผndelt sie mit Software. Das ist smart, weil es Lock-in-Effekte generiert. Ich hoffe, zukรผnftig gesteigerte, wiederkehrende Softwareumsรคtze sehen zu kรถnnen. Die Skalierbarkeit ist natรผrlich eingeschrรคnkt wegen der Hardware, aber immerhin setzt Involi auf Partner fรผr Produktion und Installation. Es ist beeindruckend, was man bisher mit nur 13 Angestellten technologisch erreicht hat. Und die Firma war ziemlich kapitaleffizient, sie hat nur wenig externes Geld aufgenommen, das ist ein gutes Zeichen. Involi will die ISO-Zertifizierung der Drohnenindustire liefern. Wenn das klappt, sehe ich eine riesige Opportunitรคt. Dann kรถnnte das eine sehr spannende Firma werden. Zuvor muss sie beweisen, dass sie sich in dem wachsenden Markt etablieren und mit den Kunden mitwachsen kann. Ich bin vorsichtig optimistisch.ยป
รœber die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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