Smartwatches hin oder her: Auch im Jahr 2018 erfreuen sich mechanische Uhren grΓΆsster Beliebtheit. Aber: Sind es die Neuheiten der letzten Baselworld, die das UhrengeschΓ€ft prΓ€gen? Oder sind es andere Zeitmesser? MΓΆglicherweise Vintage-Modelle aus lΓ€ngst vergangenen Tagen?
Chrono24, der global grΓΆsste Online-Marktplatz fΓΌr Luxusuhren, hat den Markt 2018 analysiert. Die Zahlen des Unternehmens mit Sitz im deutschen Karlsruhe haben Gewicht: Die Internet-Seite verzeichnet monatlich 12 Millionen Besucher, hat ΓΌber 400'000 Uhren auf der Seite und dΓΌrfte 2018 auf ein Transaktionsvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro kommen. Kurz: Die Analyse von Chrono24 kann durchaus fΓΌr sich in Anspruch nehmen, reprΓ€sentativ zu sein.
Rolex ist das Mass aller Dinge
In der Schweiz ist die Sache klar: Rolex ist das Mass aller Dinge. Nicht weniger als sechs von zehn der unter Schweizer beliebtesten Uhren stammen von Rolex (siehe Bildergalerie unten).
Auf dem Podest allerdings herrscht Vielfalt. Gold holt sich das Modell Β«SpeedmasterΒ» von Omega, Silber die Rolex Β«DatejustΒ» und Bronze die Β«ProspexΒ» des japanischen Herstellers Seiko. Es ist das einzige Modell in den Top 10, das nicht aus der Schweiz kommt.Auf Rang 7 schafft es mit dem Β«Pilot ChronographΒ» auch eine IWC.
Chrono24-Chef Tim Stracke sagt: Β«Wir erleben eine RΓΌckbesinnung auf handwerkliche Uhrmacher-Kunst.Β» Das Tragen von mechanischen Uhren sei im digitalisierten Alltag so etwas wie Β«Ausdruck persΓΆnlicher GelassenheitΒ».
Stracke sieht sein Urteil insbesondere durch das rasante Wachstum von Vintage-Uhren aus der Zeit zwischen 1940 bis 1989 bestΓ€tigt. Auf seinem Marktplatz sei die Nachfrage nach Vintage-Modellen in den letzten fΓΌnf Jahren um 160 Prozent angestiegen. Insbesondere gefragt seien alte Taucheruhren. Die Nachfrage in diesem Segment habe sich versechsfacht.
Secondhand ist ein gigantischer Markt
Stracke glaubt, dass die Nachfrage nach alten Zeitmessern weiterhin rasant zulegen wird. Β«Wir sehen hier global ein jΓ€hrliches Volumen von rund 15 Milliarden Euro oder knapp 17 Milliarden Franken.Β» Zum Vergleich: 2017 hat die Schweizer Uhrenindustrie Zeitmesser im Wert von rund 20 Milliarden Franken exportiert.