Die Schweiz ist fΓΌr viele Aussenstehende ein Hort der Geborgenheit und des soliden Reichtums, in der man den hΓΆchsten Wohlstand innerhalb Europas findet. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fΓΌr Unternehmen scheinen auf den ersten Blick ausgezeichnet zu sein und um die geringe Arbeitslosigkeit werden die Eidgenossen in der ganzen Welt beneidet.
Aber seit Monaten herrscht bei den Unternehmen eine gewaltige Unruhe, denn es ziehen schwarze Wolken am Horizont auf. Die verantwortlichen Manager sind es leid, dass immer mehr Volksinitiativen fΓΌr die Schweizer Wirtschaft zur Belastung werden. Denn nur hunderttausend Stimmen reichen, um ein Begehren zur Abstimmung in den Kantonen zu bringen. Bei einem positiven Stimmenverhalten werden die Ergebnisse in die Verfassung als festen Bestandteil verankert.
Gigantisches Loch in der Schweizer Rentenkasse
In diesem Jahr stehen weitere Entscheidungen an, die besonders der Industrie Kopfzerbrechen machen. Dabei sind der Wohlstand und die WettbewerbsfΓ€higkeit in Gefahr. Das Rentensystem, das von vielen anderen Nationen in Europa als ein Vorzeigeobjekt bezeichnet wird, steht durch die ErhΓΆhung der staatlichen Renten in heftiger Kritik. Die Initiative sieht eine satte ErhΓΆhung der Renten um zehn Prozent vor. Ein solcher Anstieg, wΓΌrde ein gigantisches Loch in die sonst so solide schweizerische Rentenkasse reissen. Dadurch mΓΌssten die BeitrΓ€ge bei den Arbeitnehmern und den Unternehmern erhΓΆht werden, um ein bilanzielles Gleichgewicht in der Rentenversicherung zu schaffen.
ErhΓΆhungen haben den Nachteil, dass diejenigen die zahlen mΓΌssen, weniger Geld im Portemonnaie vorfinden, aber andererseits haben die EmpfΓ€nger dadurch auch mehr auf dem Konto. Es wΓ€re somit eine kleine soziale Umverteilung zu Gunsten der ehemaligen BeschΓ€ftigten.
Rohstoffverbrauch soll um 50 Prozent gesenkt werden
Ein weiterer Schlag ins Gesicht fΓΌr die Wirtschaft wΓ€re die Abstimmung ΓΌber die Effizienz der Ressourcen fΓΌr die Firmen, dabei soll der Rohstoffverbrauch und die Energie um 50 Prozent in den nΓ€chsten zwei Jahrzehnten gesenkt werden. Dieses ambitionierte Ziel wΓΌrde die Schweizer Wirtschaft abwΓΌrgen und von der BevΓΆlkerung enorm viele Einengungen abverlangen. Zumal sich die Unternehmen von dem Schock der Aufwertung der FrankenwΓ€hrung langsam erholen und die Wirtschaft wieder Tritt gefasst hat. Neben den anderen Gesetzes Vorhaben, wie den Schutz der heimischen Landwirtschaft ist es noch lange nicht entscheiden, ob diese Vorhaben einen Erfolg fΓΌr die BefΓΌrworter bescheren.
Trotz der Vielfalt der Stimmabgaben ist die BevΓΆlkerung nicht wahlmΓΌde, da sie ΓΌber Jahrhunderte grosse Γbung ΓΌber Anpassungen haben. Die Abstimmung ΓΌber die FreizΓΌgigkeit von Menschen war eine Fehlentscheidung, da die Schweiz als hochtechnisierter Standort besonders qualifizierte Mitarbeiter auch in der Zukunft benΓΆtigt, um den Wohlstand und den technologischen Fortschritt zu halten.
Deindustrialisierung droht
Die Entwicklung des Exportlandes mit ihren ausgezeichneten Erzeugnissen wird zunehmend riskanter. Immerhin werden fast 70 Prozent der Produktion ins Ausland transferiert, hauptsΓ€chlich in die EuropΓ€ische Union. Betriebe erwΓ€gen zunehmend die Werkbank ins Ausland zu verlegen, um dort kostengΓΌnstiger und wettbewerbsfΓ€higer zu arbeiten. Standorte zur Herstellung von Fabrikaten im europΓ€ischen Ausland sind daher bevorzugt. Der Schweiz droht somit eine Deindustrialisierung, mit einem nicht kalkulierbaren Ausgang. Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfΓ€ltig ausgewΓ€hlt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion ΓΌbereinstimmen.