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Onlinehandel

Die teuersten Angebote von Galaxus, Ricardo und Co.

Onlineplattformen sind ein Paradies für Schnäppchenjäger. Das es auch anders geht zeigen teure Produkte bei Ricardo, Galaxus und Co.. Dabei sind in manchen Kategorien Millionenpreise keine Ausnahme.

Gabriel Knupfer

Oldtimer, Schmuck, Luxusuhren und Hightechgeräte aus dem Netz müssen nicht günstig sein. Wir stellen die teuersten Produkte auf Schweizer-Onlineplattformen vor.
Beginnen wir mit Galaxus. Die Migros-Tochter verkauft diese (hoffentlich hochwertige) Nähmaschine für gut 10'000 Franken.
Ebenfalls bei Galaxus findet man diese Drohne für 10'900 Franken. Dafür gibt es statt der üblichen vier gleich acht Rotoren.
Viel teurer und auch etwas sperriger ist indes diese Photovoltaik-Anlage. Wer sie über den Onlineshop von Galaxus bestellt, bekommt sie inklusive Montage für 53'900 Franken.
Der neue Schweizer Onlineshop Siroop ist ein Marktplatz für lokale Geschäfte. Teuer ist zum Beispiel dieses Velo. Thömus aus Thörishaus verkauft den «Lightrider CT 29 XX1 Super Light» für 13'240 Franken.
Noch etwas mehr kostet bei Siroop dieses Teleskop von Foto Video Zumstein in Bern. Für 16'490 Franken kann man sich den Ausflug in die Sternwarte künftig sparen.
Bei der Inserate-Plattform Tutti ist im Moment ein grosser Fernseher im Angebot. Das 117-Zoll-Display kommt nicht ganz billig: Der Verkäufer möchte 56'000 Franken dafür haben.
Ebenfalls bei Tutti will jemand seinen McLaren P1 Black loswerden. Der 916-PS-Bollide soll 2'690'000 Franken kosten.
Immobilien bilden bei Tutti grundsätzlich die teuerste Kategorie. Diese Villa im Tessin wird für 13'000'000 Franken angeboten...
... was diesem potenziellen Käufer aber noch zu billig ist. Er sucht eine Immobilie für 20 bis 70 Millionen Franken. Auf der Angebotsseite ist auf Tutti indes zur Zeit nichts in dieser Preisspanne aufgeschaltet.
Bei Ricardo gibt es ebenfalls einige hochpreisige Artikel zu kaufen. Für dieses Ölgemälde des russischen Strategen Alexander Suworow will das Suworow-Museum in Linthal rund 30'000 Franken.
Dieser Diamantring auf Ricardo soll einst Napoleon gehört haben. Das gute Stück ist für 38'500 Franken zu haben.
Bedeutend teurer können indes Luxusmarkenuhren sein. Die IWC Portugieser von 1944 ist auf Ricardo mit 69'000 Franken zur Zeit das teuerste Angebot in dieser Kategorie.
Die Angebote auf Autoricardo sind klar die umsatzstärksten des Internet-Auktionshauses. Wer den schönen Ferrari aus den 60er-Jahren haben will, muss 1'500'000 Franken auf den Tisch legen.
Auf dem Onlineportal Anibis gibt es eine riesige Variation an unterschiedlichen Angeboten. Dieses Pferd ist im Moment mit 45'000 Franken das teuerste Tier.
Kunst boomt, auch bei Anibis. Ob das Gemälde aus dem 19. Jahrhundert aber wirklich 1'000'000 Franken wert ist, muss jeder potenzielle Käufer für sich selbst entscheiden.
Die teuerste Kategorie bei Anibis ist Immobilien. Eine Getränkefabrik im polnischen Wadowice mit 250 Angestellten kann für 15'000'000 Franken übernommen werden.
Dieser Gewerbekomplex in Muttenz wird bei Anibis sogar für 25'000'000 Franken angeboten.
Allerdings müssen die kolportierten Preise auf der Webseite bei Anibis und anderen Plattformen nicht auch den tatsächlich bezahlten entsprechen. Die Betreiber von Anibis sind nicht in die Transaktion involviert und verdienen auch nicht daran. Es können deshalb auch Fantasiepreise wie 1'111'111'111 Franken veranschlagt werden.
Screenshots/Webseiten
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Viele Käufer wollen im Internet vor allem eines – einen möglichst guten Preis erzielen. Allerdings kann man auf Schweizer Internetplattformen auch richtig viel Geld ausgeben. Oldtimer, Schmuck, Luxusuhren und Hightechgeräte aus dem Netz müssen nicht billig sein. In einer Kategorie sind sogar Millionenpreise keine Ausnahme.

Während Verkaufsplattformen wie Galaxus oder Siroop quasi als Onlineableger von Warenhäusern und Geschäften figurieren, ist der Fantasie von Anbietern und Verkäufern bei Auktionshäusern und Kleinanzeigenportalen wie Ricardo, Tutti und Anibis kaum Grenzen gesetzt. Es sind deshalb diese Webseiten, wo die meisten der besonders teuren Produkte zu finden sind.

Nähmaschine und Teleskop

Der Onlineshop Galaxus verkauft von Sport über Wohnen bis hin zu Spielwaren alle möglichen Produkte. Zu den teuersten Angeboten gehört eine Nähmaschine für über 10'000 Franken. Doch abgesehen von einer kompletten Photovoltaik-Anlage sind die teuersten Preise bei Galaxus direkt moderat – verglichen mit den Inserateseiten.

Auch Siroop, der neue Online-Marktplatz von Coop und Swisscom, hat keine ultrateuren Produkte auf der Seite. Ein Teleskop und ein Velo, angeboten von zwei lokalen Spezialgeschäften bei Bern, bewegen sich immerhin in der Preisklasse von mehr als 10'000 Franken.

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15 Millionen Franken für eine Fabrik

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei den Internet-Auktionshäusern. Sowohl bei Ricardo als auch bei Tutti und Anibis sind Preise im siebenstelligen Bereich keine Seltenheit. Bilder, Schmuck und Uhren gehören dabei aber nicht dazu – wirklich teuer sind meist Autos und vor allem Immobilien.

Ob aber zum Beispiel wirklich 15 Millionen Franken für eine Fabrik in Polen bezahlt werden, wie in einem Inserat bei Anibis gefordert wird, lässt sich für die Betreiber nicht überprüfen. «Was tatsächlich über Anibis verkauft wird, darüber haben wir keine Angaben, da der Handel dann zwischen Verkäufer und Käufer stattfindet, wir nicht in die Transaktion involviert sind und auch nicht daran verdienen», so eine Sprecherin.

Fantasiepreise und Milliardenumsätze

Klar ist, dass einige Anbieter Fantasiepreise angeschrieben haben. Über 1 Milliarde Franken für «Heizeinsätze für offene Kamine» sind wohl eher als Platzhalter gedacht. Grundsätzlich seien solche Angaben erlaubt, erklärt die Anibis Sprecherin. Manchmal würden die Kunden einfach nicht realisieren, das sie auch «verhandelbar» als Preisangabe wählen könnten.

Klar ist aber auch, dass die Online-Marktplätze riesige Umsätze generieren. Anibis publiziert 900'000 Inserate und verzeichnet monatlich 9,9 Millionen Besuche. Eine Erhebung vor einem Jahr ergab ein Transaktionsvolumen von 3,95 Milliarden Franken im Monat, hochgerechnet auf ein Jahr wären das über 47 Milliarden Franken oder knapp 8 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Sehen Sie mehr Beispiele für Rekordpreise bei Online-Schnäppchen in der Bildergalerie oben.



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Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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