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Die schwimmende Alternative zu Airbnb

Die Plattform «GetMyBoat» wandelt auf den Spuren von Airbnb. Einziger Unterschied: Statt in Wohnungen sollen Touristen auf Yachten übernachten.

Julia Fritsche

«GetMyBoat» ist der grösste Online-Marktplatz für Bootsvermietung. 2013 gegründet sind bereits über 35'000 Boote online zu mieten. Der neuste Dienst «Sleep Aboard» ist quasi ein Bed-and-Breakfast-Angebot für Boote, dabei wird der Hafen nicht verlassen.
Innerhalb von zwei Wochen nach der Lancierung kamen laut der Plattform bereits 1'000 Angebote dazu. In Barcelona etwa bieten schon elf Boote den neuen Service an.
In London gibt es ebenfalls die Möglichkeit über «GetMyBoat» ein schwimmendes Bed and Breakfast zu mieten. Die Preise sind aber derart hoch, dass sie nicht als günstige Alternative zu Hotels taugen, wie es sich das Unternehmen vorgestellt hat.
Im Hafen von Badalona, zehn Kilometer von Barcelona entfernt, können Bootsinteressierte auf dieser 27-Meter-langen Motoryacht übernachten. Bis zu zehn Personen finden darauf Platz. Auf Wunsch kann die Yacht auch für Ausflüge gemietet werden, dann inklusive Kapitän und Crewmitglied. Das Angebot ist mit Kosten von 39 Dollar pro Nacht und Person preisgünstig.
Ebenfalls günstig ist das Hausboot am Bull Shoals See in Arkansas, USA. Es bietet Platz für 12 Personen, die Gesamtkosten betragen 170 Dollar pro Nacht.
Im Hafen von San Pedro, einem Stadtteil von Los Angeles, können bis zu sechs Touristen auf dieser Motoryacht übernachten. Zwei Kabinen mit je einer Dusche bieten genügend Platz dafür. 110 Dollar pro Nacht kostet dieses Alternativ-Hotel.
Nicht weit von Houston, Texas, im Hafen der Kleinstadt Kemah, können vier Leute zum Preis von 275 Dollar übernachten.
Ein richtig englisches Hausboot findet sich in Bath. Das Boot «Grand Cru» kostet für zwei bis vier Personen 300 Dollar und für 429 Doller können sogar sechs Peronen darauf übernachten. Inbegriffen ist das Frühstück und eine Flasche Wein.
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Wer träumt nicht davon, mit dem eigenen Boot über den See zu brausen oder zu einsamen Stränden zu fahren. Aber genauso wie Ferienwohnungen werden Boote und selbst die teuersten Yachten meist nur während weniger Wochen im Jahr genutzt. Den Rest der Zeit ankern sie im Hafen oder stehen in Einstellhallen und verursachen Kosten für Unterhalt und Reinigung.
Doch das muss nicht sein, zumindest wenn es nach dem grössten Marktplatz für Bootsvermietung «GetMyBoat» geht. Ihre Idee: ein Service, wie es ihn mit Airbnb bereits für den klassischen Übernachtungssuchenden gibt. Brauchen Besitzer ihre Yacht nicht selbst, können Touristen sie als Übernachtungsmöglichkeit mieten – eine Art Airbnb mit Yachten also.

Übernachtung, ohne abzulegen

Unter dem Namen «Sleep Aboard» wird der Service angeboten, der den Bootsfreunden lediglich erlaubt, an Bord zu schlafen – in der Regel ohne abzulegen. Für die Vermieter liegt damit der Vorteil auf der Hand: Ein netter Zuverdienst, der die teuren Unterhaltskosten schmälert, bei relativ geringem Risiko. Denn bleibt das Boot am Ankerplatz, ist auch das Risiko für Boot und Besitzer geringer.
Auf der Angebotsseite soll das Geschäftsmodell bereits auf Interesse stossen. In den ersten beiden Wochen nach der Lancierung wurden laut Plattform 1'000 neue Vermietungsangebote aufgeschaltet.

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Durchschnittlich 200 Dollar je Nacht

Und auch auf der Nachfrageseite bringt der Service Vorteile: Eine Übernachtung im Hafen bietet Bootsneulingen die Möglichkeit, erstmals Schifffahrtsluft zu schnuppern. Zudem sieht «GetMyBoat» seine Option als günstige Alternative zu Hotels, die besonders während Grossanlässen häufig überteuert sind. Einen Grossteil der Angebote gibt es bereits für rund 200 Dollar je Nacht (siehe Bildergalerie oben).
Während der Service «Sleep Aboard» neu angeboten wird, gibt es «GetMyBoat» schon einige Zeit. Die Plattform bündelt insgesamt rund 35'000 Boote in 143 Ländern, um sie zu vermieten. Lediglich ein Bruchteil davon sind «Sleep Aboard»-Angebote, von denen noch nicht einmal alle den Dienst im Sinne der Plattform anbieten. Anders wie bei Airbnb, macht die Plattform den Hotels vorerst also wohl keine Konkurrenz.

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