Die ersten Ford Mustang galoppieren in die Schweiz
Erstmals verkauft Ford den Mustang im Ausland. Die ersten Export-Exemplare haben nun das Werk in den USA verlassen. Im Sommer kommen sie in die Schweiz.
Marc Iseli
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Nach mehr als 50 Jahren kommt der Ford Mustang offiziell nach Europa. Im Mai beginnt die Produktion im US-Werk nahe Detroit.RMSIm Sommer 2015 kommt der legendΓ€re Sportwagen dann in den Schweizer Handel. Der Preis: 38'000 Franken fΓΌr die 2,3-Liter-Ecoboost-Variante. 43'000 Franken kostet der krΓ€ftigere 5.0-Liter-V8-Motor.RMSDas Cabrio wird preislich dazwischen liegen. Das Dach soll sich in 15 Sekunden wegfalten lassen.RMSAlle Versionen kommen serienmΓ€ssig mit Performance-Paket, das unter anderem dank einer modifizierten Fahrwerksabstimmung inklusive angepasster Fahrwerkslager, einer verbesserten KΓΌhlleistung, einer zusΓ€tzlichen Strebe zwischen oberer RadaufhΓ€ngung und Motorraum-Stirnwand, verstΓ€rkten Stabilisatoren hinten sowie einer speziellen Abstimmung der Fahrer-Assistenz-Systeme sowie der elektrischen Epas-Servolenkung noch bessere Handling- und Fahreigenschaften garantieren soll.RMS1979 kam die dritte Generation des Mustangs als Cobra-Edition mit einem 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo unter der Haube und bescheidenen 116 PS. Der 2,3-Liter-Ecoboost-Turbo im neuen Mustang hat 314 PS und stemmt 434 Newtonmeter (Nm) Drehmoment auf die Hinterachse.RMSMaximal liegen 234 km/h drin.RMSSo muss sich der KΓ€ufer nicht gleich von jedem Golf GTI an der nΓ€chsten Ampel vernaschen lassen, erspart sich aber die Saufeskapaden des 5,0-Liter-V8-Motors, der mit Automatikgetriebe satte zwΓΆlf, mit Sechsgang-Handschaltung 13,5 Liter Sprit schluckt.RMSDer Achtzylinder leistet 441 PS und 542 Nm, schafft Tempo 250 und wird fΓΌr echte Fans wahrscheinlich der einzig wahre Antrieb sein.RMSSprintleistungen liefert Ford noch nicht, aber ein Mustang ist keine Rennmaschine, sondern ein GT fΓΌr die flotte Reise. Der Sportwagen wird mit einer manuellen Sechsgang-Box gekoppelt, auf Wunsch gibt es eine Automatik mit sechs Stufen und Schaltwippen am Lenkrad. Insgesamt streckt sich der Mustang auf 4,78 Meter LΓ€nge, ist aber nur 1,38 Meter hoch.RMSEin neuer Mustang muss auch immer irgendwie ein Retro-Mobil bleiben, deshalb hat sich Ford auf einen Mix aus Neu und Alt besonnen. Besonders das Heck zitiert die Vorfahren der 60er.RMSVorne gelingt eine Mischung aus Retro und aktuellem Ford-Design: Der grosse Grill ist eingerahmt von schmalen Scheinwerfern statt der runden Leuchten wie beim VorgΓ€nger.RMSDer Kofferraum ist flach und hat eine hohe Ladekante.RMSHinter mindestens 19 Zoll grossen RΓ€dern warten standfeste Bremsen auf Zugriff.RMSUnd, kleiner Gag am Rande: Die Ingenieure haben in die Aussenspiegel Minibeamer eingebaut, die einen galoppierenden Hengst mit wehender MΓ€hne auf den Boden projizieren. Bilder: FordRMS
Zum 50. Geburtstag des legendΓ€ren Pony-Cars hatte Ford angekΓΌndigt, den amerikanischen Zaun um den Mustang nieder zu reissen und das Kult-Auto in die Welt galoppieren zu lassen. Am Dienstag verkΓΌndete Ford Schweiz die offiziellen Schweizer Verkaufspreise: Die 2,3-Liter-Ecoboost-Variante kommt ab 38'000 Franken in den Handel; der krΓ€ftigere 5,0-Liter-V8-Motor ist ab 43'000 Franken erhΓ€ltlich.
Die Preise sind vorerst fix, obschon Ford Schweiz am Mittwoch angekΓΌndigt hat, dass wegen dem starken Franken per sofort eine Euro-PrΓ€mie eingefΓΌhrt werde. Schweizer Kunden kΓΆnnen bei Kleinwagen von einem Rabatt in HΓΆhe von 1500 Franken profitieren. Bei grΓΆsseren Fahrzeugen kann sogar mit einem Nachlass von bis zu 4000 Franken gerechnet werden. Die Mustang-Preise bleiben davon aber unberΓΌhrt, sagt Pressesprecher Kaspar Haffner.
Produktion fΓΌr Asien ist angelaufen
Am Dienstag wurden aber nicht nur die Preise verΓΆffentlicht. Die ersten fΓΌr den Export bestimmten Fahrzeuge haben das Ford Werk nahe Detroit in Flat Rock, Michigan, verlassen. Die Lieferung geht nach Asien. Mit der Produktion fΓΌr Europa werde erst im Mai oder Juni begonnen, fΓΌhrt Haffner aus.
Die ersten Modelle werden demnach wie versprochen im SpΓ€tsommer im europΓ€ischen und schweizerischen Handel sein. Damit wird das Wildpferd unter den Sportwagen zum ersten Mal in seiner ΓΌber 50-jΓ€hrigen Historie in mehr als 100 LΓ€ndern offiziell vertrieben.
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Minus 13 Prozent in der Schweiz
Der amerikanische Autobauer setzt grosse Hoffnungen in das Kult-Auto. Das GeschΓ€ft entwickelte sich 2014 eher schwach. In Europa, Fords wichtigstem Auslandsabsatzmarkt, rutschten die Amerikaner zuletzt wieder in die roten Zahlen. Sie verloren 439 Millionen Dollar. Davor resultierte nach langer Durststrecke erstmals wieder ein kleiner Gewinn. Aber nicht nur in Europa, auch insgesamt lief es schleppender.
Das GeschΓ€ft in der Schweiz war keine Ausnahme. Im letzten Jahr brachen die Absatzzahlen des US-Autobauers ein. 2014 verkaufte Ford 13 Prozent weniger Neuwagen. Damit halten die Amerikaner, zusammen mit dem franzΓΆsischen Hersteller Renault, den Negativrekord. Die Daimler-Marke Mercedes-Benz und die VW-Tochter Skoda konnten im gleichen Zeitraum dagegen um fast 10 und 9 Prozent zulegen.
Branche unter Konsolidierungsdruck
SchwΓ€che kann sich derzeit aber kein Autobauer leisten. In der Branche herrscht ein grosser Konsolidierungsdruck. Im letzten Jahr fusionierte beispielsweise das italienische Traditionshaus Fiat mit dem US-Konzern Chrysler. Und die Ratingagentur Fitch rechnet mit weiteren Fusionen und Γbernahmen.
Auch wenn die Zahl der grossen, globalen Anbieter im Vergleich zu anderen Branchen bereits begrenzt erscheine, dΓΌrfte sich der Automobilsektor weltweit weiter konsolidieren, heisst es in einer kΓΌrzlich publizierten Studie. Haupttreiber der Konsolidierung sei der hΓΆhere Bedarf, Investitionen und Entwicklungskosten zu teilen und sich weiter zu diversifizieren. FΓΌr schwΓ€chere Hersteller kΓΆnnte dieser Schritt langfristig unausweichlich sein, um zu ΓΌberleben.
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Unsere Schwesterpublikation Autobild ist den neuen Mustang bereits gefahren. Sie berichtet unter anderem von einem hoffnungslos unvernΓΌnftigen und absolut pubertΓ€ren Spass, der nicht nur sΓΌchtig macht, sondern auch fΓΌr ein breites Grinsen im Gesicht der ReifenhΓ€ndler sorgt.