Die Idee gegen Lebensmittelverschwendung ist in Dรคnemark lanciert worden und ist simpel: Auf der Plattform ยซToo Good To Goยป wird am Ende des Tages Verderbliches verkauft statt weggeschmissen. Und zwar zu einem Drittel des ursprรผnglichen Preises. Anbieter erzielen damit zusรคtzlich Umsatz und sparen Kosten fรผrs Entsorgen. Konsumenten kommen zu Esswaren zum Schnรคppchenpreis.
In der Schweiz feiert die Tech-Firma gerade ihr fรผnfjรคhriges Bestehen. In der Zeit sind aus anfรคnglich 50 Partnerfirmen 7100 geworden, darunter die Grossverteiler Migros, Denner und Coop, zahlreiche Bรคckereien und Gastrobetriebe wie das Vegi-Restaurant Tibits und der Sushi-Produzent Yoojis. Sie verhรถkern tรคglich kurz vor Schluss ihre Leftovers via die App Too Good To Go. Davon erhรคlt die Tech-Firma gemรคss Schweiz-Chef Georg Strasser (35), 20 bis 40 Prozent des Umsatzes plus eine Jahresgebรผhr. Wie viel Geld das der Tech-Firma mit weltweit 1200 Angestellten einspielt, wird nicht kommuniziert. ยซWir messen unseren Erfolg nicht nach Umsatz, sondern nach geretteten Pรคckliยป, sagt Strasser und ergรคnzt: ยซDie Expansion kรถnnen wir jedenfalls aus dem Cashflow finanzieren.ยป In der Schweiz funktioniert die Initiative hervorragend. Die Bilanz: 2,1 Millionen Menschen sind auf der App aktiv. Letztes Jahr haben sie รผber acht Millionen Pรคckli ergattert.
Ein Pรคckli ist eine Wundertรผte. Der Inder stellt die รberbleibsel des All-you-caneat-Buffets zusammen, Grossverteiler ein Allerlei aus den Kรผhlregalen, der Konditor einen Karton mit Patisserie und Canapรฉs. Garantiert ist nur eins: Es gibt viel fรผr wenig Geld. Der von der Tech-Firma geforderte Preisabschlag von zwei Dritteln fรคllt dabei bewusst massiv aus. ยซNiemand soll extra fรผr Too Good To Go produzierenยป, sagt Strasser. Inzwischen ist die Firma bislang in 17 Lรคndern aktiv und ehrgeizig auf Expansionskurs, nicht nur geografisch, sondern auch inhaltlich. ยซWir prรผfen, ob wir grosse Nahrungsproduzenten wie Nestlรฉ und Unilever einbinden kรถnnenยป, so Strasser.