Die Rubelkrise hat vielen russischen Milliardären geschadet, nur wenige profitieren - wie der in der Schweiz lebende Viktor Vekselberg. Erst die Krise liess ihn zum reichsten Russen aufsteigen.
Mathias Ohanian
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Das sind die reichsten fünf Russen im Januar 2015 gemäss Angaben des UBS Wealth-X Reports.
Rang 5: Alexei Mordashov mit 11.7 Milliarden Dollar
Der Tui-Grossaktionär konnte seine Position in der Rangliste verteidigen.RMSRang 4: Mikhail Fridman 12.5 Milliarden Dollar
Mit einem Verlust von 2.7 Milliarden Dollar hat auch Fridman Schaden erlitten. Dank seiner guten Kontakte mit anderen Oligarchen sitzt er in einigen Verwaltungsräten. So ist er beispielsweise im Vorstand der russischen Alfa-Bank.RMSRang 3: Roman Abramowitch 12.7 Milliarden Dollar
Bereits im vergangenen Winter konnte Abramowitch im Nickelgeschäft einige Plätze gutmachen. Nun zahlen sich auch die Investitionen im Ausland aus.RMSRang 2: Alischer Usmanow 13.8 Milliarden Dollar
Der ehemals reichste Russe wird vom Thron gestossen. Sein Verlust durch die Rubelkrise beträgt seit März 4.5 Milliarden Dollar. Als Eigentümer der Investmentholding USM kontrolliert er unter anderem den grössten russischen Eisenerzproduzenten Metalloinvest und das Verlagshaus Kommersant.RMSRang 1: Viktor Vekselberg 14.7 Milliarden Dollar
Der Renova-Chef Viktor Vekselberg hat sein Vermögen gut diversifiziert und so nur 200 Millionen Dollar eingebüsst. Damit ist er nun der reichste Russe.
Bilder: Bloomberg/Keystone/WikipediaRMS
Der in der Schweiz lebende Investor Viktor Vekselberg ist neu der reichste Mann Russlands. Der Mitbegründer der Renova Gruppe übernimmt mit einem geschätzten Vermögen von 14.7 Milliarden Dollar die Spitzenposition von Alischer Usmanow, wie ein heute veröffentlichtes Ranking des Informationsdienstes Wealth-X zeigt. Beide Investoren litten wie viele andere russische Magnaten in den vergangenen Monaten unter den Wirtschaftssanktionen des Westens im Zuge der Ukraine-Krise, fallenden Ölpreisen und dem Wertverlust des Rubels.
Doch im Gegensatz zu Usmanow, der zwischen März und Dezember beinahe ein Viertel seines Vermögens verlor, musste Vekselberg demnach nur ein Minus in Höhe von rund 200 Millionen Dollar hinnehmen. Der Viertplatzierte, Investmentmogul Mikhail Friedman, büsste in dieser Zeit fast ein Fünftel ein, sein geschätztes Vermögen steht heute bei rund 12.5 Milliarden Dollar.
Auch Bloomberg führt Vekselberg als reichsten Russen
Die neuen Zahlen von Wealth-X sind nur Schätzungen. Doch sie decken sich mit tagesaktuellen Erhebungen von Bloomberg: Auch die Nachrichtenagentur führt Vekselberg seit Mitte Dezember vergangenen Jahres auf Rang eins der reichsten Russen.
Vekselberg profitierte offenbar davon, dass er weniger Geld in russischen Firmen investiert hat als der inzwischen zweitplatzierte Usmanow, der das Ranking mehrere Jahre anführte. Der gebürtige Usbeke ist unter anderem an Russlands zweitgrösstem Telekommunikationsunternehmen Megafon beteiligt. Daneben gehört er zu einem der ersten Investoren bei Facebook und ist Miteigentümer des Fussballclubs Arsenal London.
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Chelsea-Eigentümer Abramowitsch steigert Vermögen
Wie die Rangliste von Wealth-X zeigt, konnten in den vergangenen Monaten nur zwei russische Top-Milliardäre ihr Vermögen vergrössern. Einer von ihnen ist Roman Abramowitsch, der Eigentümer des Fussballclubs Chelsea London. Laut Wealth-X ist auch das Vermögen von Abramowitsch kaum in russischen Firmen investiert und deshalb nicht von den westlichen Sanktionen betroffen. Alexei Mordaschow ist demnach der grösste Gewinner. Sein Vermögen stieg seit März um knapp 16 Prozent auf 11.7 Milliarden Dollar.
Noch vor einem Jahr listete Bloomberg Vekselberg lediglich als viertreichsten Russen. Doch die Schwergewichte vor ihm in der Rangliste verloren im Zuge der schweren Russland-Krise seitdem massiv. So lag das Vermögen von Leonid Mikhelson Anfang Januar 2014 noch bei 17.5 Milliarden Dollar – und hat sich bis heute auf rund 9.6 Milliarden Dollar beinahe halbiert. Zwar hat Vekselberg binnen Jahresfrist ebenfalls eingebüsst. Jedoch deutlich weniger als andere russische Top-Milliardäre, nämlich lediglich rund 700 Millionen Dollar.