Schnelle Reaktion
Nach dem Brexit-Votum reagierte Carney sofort: Am Freitagmorgen
reagierten die Anleger an den Finanzmärkten äusserst beunnruhigt. Das Pfund stürzte auf den niedrigsten Wert seit 1985 ab, an den Börsen zogen Gewitterwolken auf und
die Investoren flüchteten in sogenannte sichere Häfen wie etwa Staatspapiere. Da trat der Notenbanker vor die Fernsehkameras, um zu beschwichtigen: Die Bank of England (BoE) sei bereit, sich gegen Marktturbulenzen zu stemmen. Man werde nicht zögern, 250 Milliarden Pfund stünden bereit. Das Signal war eindeutig: Carney ist fest entschlossen, einen Finanzcrash zu verhindern.
Schon vorab hatte sich der Notenbanker auf den Fall der Fälle vorbereitet und sich mit anderen führenden Währungshütern rund um den Globus abgesprochen. Über sogenannte «Swap-Linien» kann Carney nun beispielsweise mit der Europäischen Zentralbank (EZB) auf einen Schlag Milliardenbeträge in Pfund gegen Euro tauschen und dadurch den Briten Zugang zu Euros ermöglichen, selbst wenn sich die Banken wegen des taumelnden Pfunds zurückziehen sollten. Vor allem für britische Unternehmen, die im Aussenhandel aktiv sind, ist das unerlässlich.