Das sagen Schweizer Politiker zu US-Präsident Trump
Nach der US-Wahl äusserten internationale Politiker und Wirtschaftsgrössen ungewöhnlich deutlich ihre Betroffenheit. Auch in der Schweiz folgten schnell die Reaktionen.
Karen Merkel-Gyger
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Bilder und Reaktionen zur US-Wahl 2016:Bundespräsident Johann Schneider-Ammann hat Donald Trump zur seiner Wahl zum Präsidenten der USA gratuliert. Die Schweiz wolle unter ihm «die engen Beziehungen und die Zusammenarbeit pflegen», schreibt das Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).RMSWie andere Rechtspopulisten zeigt sich auch Nigel Farage auf Twitter euphorisch: «I hand over the mantle to @RealDonaldTrump! Many congratulations. You have fought a brave campaign.»RMSViktor Orban, der ungarische Ministerpräsident, freut sich: «Was für grossartige Nachrichten. Die Demokratie ist immer noch am Leben.»RMSAuf die Frage von AWP, ob die Nationalbank am Devisenmarkt interveniert hat antwortete ein Sprecher der SNB: «Kein Kommentar.»RMSBundesrat Didier Burkhalter fordert: «Ich glaube, es ist wichtig, dass die Vereinigten Staaten sich als Kraft für den Frieden einsetzen.»RMSViele Prominente reagieren mit Posts bei Twitter auf den überraschenden Ausgang der Wahlen, so auch US-Schauspielerin Kristen Bell: «Will sonst jemand kotzen?»RMSEllen DeGeneres: «Wie auch immer diese Nacht ausgeht, ich bin so stolz auf dich und so geehrt, deine Freundin zu sein.» (Hier rechts neben Hillary Clinton)RMSGael García Bernal twittert: «Was für ein Land, wie peinlich, was für ein Land.»RMSDonald Trump: «Werden mit allen anderen Nationen gut zurechtkommen, die mit uns zurechtkommen wollen.»RMSDonald Trump wird nächster US-Präsident. Er hat die Wahl gegen Hillary Clinton gewonnen.RMSHillary Clinton wird nicht an der zentralen Wahlveranstaltung der Demokraten in New York sprechen. John Podesta, Kampagnenmanager der Demokratin, gab bekannt, dass Clinton nicht mehr auftreten wird. Er forderte die Anhänger auf, nach Hause zu gehen und am nächsten Morgen weiterzusehen.RMSDer sich abzeichnende Wahlsieg Donald Trumps sei ein «schwerer Schock», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. «Auch wir Europäer wissen natürlich als Bündnispartner in der Nato, dass Donald Trump als Präsident fragen wird, was leistet Ihr im Bündnis. Aber auch wir fragen, wie steht Ihr zum Bündnis?» ... «Ich glaube auch, dass Donald Trump weiss, das dies nicht eine Wahl war für ihn, sondern gegen Washington, gegen das Establishment ist. »RMSMarine Le Pen äussert sich auf Twitter wie folgt:
«Glückwünsche an den neuen Präsidenten der USA, Donald Trump, und an das freie amerikanische Volk!»
Sven Kindler, Grüner Bundestagsabgeordneter hingegen meint: «A fucking nightmare.» («Ein Albtraum.»)RMSKleiner Lichtblick für Hillary Clinton bei den US-Wahlen: Im US-Bundesstaat Nevada geht die Demokratin als Siegerin hervor.RMSWirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman ist entsetzt über Donald Trumps gutes Abschneiden bei der US-Wahl. «Ich dachte wirklich, ich kenne mein Land besser als es sich nun zeigt», schrieb der 63-Jährige am frühen Mittwoch auf Twitter.RMSDie Gesichter werden nun immer länger in Manhattan, berichtet unser Korrespondent aus den USA.RMSFast schon gespenstische Ruhe herrscht bei den demokratischen Unterstützern, die gekommen sind. Sie hatten sich die grosse Party in der Wahlnacht versprochen. Jetzt ist der Big Apple fassungslos, dass der Rest des Landes derart anders tickt als die kosmopolitische Stadt.RMSDie Republikaner haben nach Hochrechnungen von US-Medien eine gute Chance, ihre Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zu behalten.RMSNervosität hat die asiatischen Börsen erfasst: Der Nikkei-Index und der Ölpreis fallen bereits deutlich. Trump wird seinem Ruf als Börsenschreck gerecht.RMSAuch in der Schweiz wird mitgefiebert und gezählt, zum Beispiel im Kornhaus in Bern organisiert von der US-Botschaft.RMSEnttäuschung macht sich bei dieser Clinton-Unterstützerin breit: Trump hat auch Florida gewonnen. Er vereint damit 216 Wahlmänner auf sich, Clinton liegt nach wie vor bei 197.RMSTrumps Anhänger feiern den wichtigen Sieg in Florida. Der Erfolg bringt ihn auf 216 Wahlmänner.RMSUnser Korrespondent berichtet von der Hillary-Clinton-Wahlparty in New York: «Tausende von Leuten stehen an, um Hillary Clinton zu sehen. Viele junge Gesichter sind da, viele weibliche Supporter von Hillary.»RMSVorbereitungen für Clintons Wahlparty in New York.RMSStar-Investor Warren Buffett liess Wähler höchstpersönlich mit Spezialbussen in die Wahllokale bringen. Hier spricht er mit Pedro Cruz, der heute zum ersten Mal seine Stimme abgibt.RMSSicherheitsvorkehrungen: Wagen der Müllabfuhr beladen mit Sand blockieren den Eingang zum Trump Tower in Manhattan.RMSSicherheitskräfte vor dem Jacob Javits Kongresszentrum in New York. Hier wird Hillary Clinton am Abend erwartet.RMSLange Schlangen vor dem Wahlbüro in Chelsea, New York.RMSDonald Trump und Frau Melania bei der Stimmabgabe in Manhattan. Secret-Service-Agenten begleiten sie bis zur Wahlurne. Laute Buhrufe begleiteten ihren Auftritt.RMSHillary Clinton und Ehemann Bill auf dem Rückweg von der Wahlkabine in Chappaqua, New York.RMSSohn Eric Trump wählte seinen Vater. Und postete stolz ein Foto vom Kreuzchen auf Twitter. Dumm nur, dass das im Staat New York illegal ist. Seine Stimme ist damit ungültig.RMSSie machens richtig: Abstimmende in der Wahlkabine in New York.RMSHerzig. Tim Kaine wollte als erster abstimmen in seinem Bezirk, Richmond. Eine 99-jährige Wählerin kam dem Kandidanten für das Amt des Vize-Präsidenten jedoch zuvor, wie er auf Twitter berichtet.RMSVorbereitungen für die Wahlparty der Demokraten, im Jakob Javis Center in New York.RMSEin Trump-Anhänger bekennt Farbe.RMSAnstehen zur Stimmabgabe: Wähler in Philadelphia.RMSFür wen entscheiden sich die US-Wähler: Die Demokratin Hillary Clinton oder den Republikaner Donald Trump?RMSDie Demokratin Hillary Clinton ging am Dienstag zwar als Favoritin in den Tag der Präsidentschaftswahl. Die Sorge vor einem Sieg des Populisten Trump ist aber weiterhin gross, vor allem in Europa. Bilder: KeystoneRMS
Murmeln und Kopfschütteln. Viele Besucher des Wahlfrühstücks der US-Handelskammer in Zürich hatten wohl gehofft, gemeinsam Clintons Sieg feiern zu können. Doch als auf den grossen Leinwänden die CNN-Reporter einen Punktsieg nach dem anderen für Trump verkünden, wird die Stimmung im Raum zunehmend gedrückter. Später, als Trump als Sieger feststeht, brandet kurz Applaus auf. Er gilt der Verliererin.
Es ist ein Ergebnis, mit dem nur wenige Beobachter in der Schweiz und in Europa ernsthaft gerechnet haben. Wie in der Brexit-Nacht schien ein solches Resultat, knappen Umfrage-Resultaten zum Trotz, schlicht undenkbar. Und doch ist es Realität: Donald Trump, Milliardär und selbsternannte Kultfigur, wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Der Brachialrhetoriker, dessen Kandidatur zu Beginn als Lachnummer erschien, hat sich durchgesetzt. An den Finanzmärkten sorgte das für Durcheinander - während in Japan die Kurse stürzten, der Dollar fiel und Gold teurer wurde, legt der SMI klar zu. Die Schweizerische Nationalbank SNB schweigt sich zunächst aus.
Betroffenheit und Wut
Ungewöhnlich deutlich äussern Politiker und Wirtschaftsgrössen international ihre Betroffenheit. Die Wahlnacht hindurch machte sich Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman per Twitter Luft. «Ich bin im Moment wütend auf eine Menge Leute», schrieb er. «Jetzt geht es darum, was wir in dieser furchtbaren neuen Welt tun können.»
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to form an effective opposition to the governing nightmare we'll be seeing. I'm not really expecting it. But it's all I have so far 3/
Auch in der Schweiz folgten schnell die Reaktionen. Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP) sieht momentan «viele Fragezeichen». Sie sagt: «Trumps Wahlsieg lässt ein Klima der Unsicherheit entstehen, und das ist für Investitionsentscheide nachteilig.»
Schweiz will Beziehungen pflegen
Zugleich erinnert sie daran, dass viel im Parlament der USA entschieden werde. Nicht alles, was im Wahlkampf zu hören gewesen sei, könne den Kongress einfach passieren. Die Schweiz habe ein grosses Interesse daran, die guten Beziehungen zu den USA weiterhin zu pflegen. Die USA sind nach Deutschland das wichtigste Abnehmerland für Schweizer Exporte.
Die Offenheit für eine konstruktive Zusammenarbeit betonte auch Bundesrat Didier Burkhalter in einem Interview mit dem Westschweizer Radio (RTS). Es gelte, der neuen amerikanischen Regierung Zeit zu geben, ihren Weg zu finden. «Frieden und Sicherheit sind unsere Kernanliegen». Die Schweiz wolle diesen Weg mit der neuen Regierung in Washington beschreiten.
Sieg für die «neue Rechte»
SP-Nationalrat Cédric Wermuth schlägt weniger sanfte Töne an. «Jetzt ist es offiziell», schreibt er auf Twitter. «Liberalismus und Sozialliberalismus können die neue Rechte nicht schlagen. Im Gegenteil. Punkt.»
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Jetzt ist es offiziell: Liberalismus und Sozialliberalismus können die neue Rechte nicht schlagen. Im Gegenteil. Punkt. #Elections2016
Wermuths Parteikollege Tim Guldimann zeigt sich ebenfalls besorgt. «Die Wahrheit steht zur Disposition. Man kann lügen und kommt damit durch», sagt der SP-Aussenpolitiker zur Wahl von Trump. Er spricht von einem Bruch mit den Werten der europäischen Aufklärung. Erschütternd sei auch der Erfolg eines Kandidaten, der sich offen als Sexist präsentiere.
Diese Meinung teilt Adèle Thorens, die frühere Co-Präsidentin der Schweizer Grünen. Sie zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur sda erschüttert, «als Frau und als Grüne». Vor allem aber hat sie Angst um das Pariser Klima-Abkommen. Die USA seien eines der Länder mit dem grössten CO2-Ausstoss weltweit. Mit Trump an der Spitze dürfte das Klima-Abkommen von Paris auf amerikanischem Boden nicht umgesetzt werden, befürchtet die Waadtländer Nationalrätin.
«Brandgefährliches» Aufbegehren
Das Aufbegehren gegen die etablierte Politik sei «brandgefährlich», sagt Guldimann. «Die Folgen sind Konfrontation, Ausgrenzung und Rassismus», gab Guldimann zu bedenken. Die Schweiz werde Trumps Nationalismus auch als Protektionismus zu spüren bekommen. Dieser werde Schule machen und die Weltwirtschaft belasten.
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Guldimann ist der Ansicht, dass die Frage des Umgangs mit Rechtspopulisten offen angegangen werden müsse, und ihnen die Frustrationen gegen die etablierte Politik nicht überlassen werden dürfe.
SVP-Nationalrätin Natahlie Rickli will schauen, wie Trump sich schlägt. «Trump wird nun zeigen müssen, dass er mehr kann, als alle von ihm erwarten», schreibt sie per Twitter.
Wir können ja froh sein, mussten wir diese Wahl nicht treffen!Trump wird nun zeigen müssen, dass er mehr kann, als alle von ihm erwarten.
«Das Wahlergebnis schafft keine Klarheit, sondern Unsicherheit», sagt Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse. Ähnlich sehen es auch die Beobachter beim Wahlfrühstück in Zürich. Ein ähnliches Schicksal wie für Grossbritannien fürchtet die Britin Jeanette Bider. «Dort zeigt sich bereits: Der Brexit bringt keine Verbesserungen, alles wird teurer. So wird es auch mit Trump sein. Was er verspricht, kann er nicht halten.»