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Schlager

Das millionenschwere Helene-Fischer-Imperium

Helene Fischer ist nicht nur ein Schlager-Superstar, sondern auch eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Allein ihre vier Konzerte in Zürich dürften ihr bis zu 1,3 Millionen Franken in die Kasse spülen.

Julia Fritsche

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Helene Fischer: Die fünf Konzerte in Zürich sind ausverkauft. Keystone RMS

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Das hat vor ihr nur Tina Turner geschafft: An fünf Abenden begeistert Helene Fischer diese Woche in Zürich das Publikum im vollbesetzten Hallenstadion. Bis am Sonntag geniessen rund 55'000 Fans das deutsche Schlagerphänomen. Und während Fischers wechselnde Kostüme im Scheinwerferlicht glitzern und funkeln, rattert die Geldmaschine. Willkommen in der Helene Fischer Inc.

Pro Ticket fliessen rund 18 bis 24 Franken zur Künstlerin. Das jedenfalls ist die Schätzung des deutschen Wirtschaftsmagazins «Wirtschaftswoche». Das heisst: Die fünf Zürcher Auftritt könnten der Geschäftsfrau bis zu 1,3 Millionen Franken einbringen. Und Zürich ist nur eine Station der aktuellen Tour. Bis März folgen 34 weitere Konzerte mit Hits wie «Achterbahn» und «Atemlos».

Privat-Konzert gefällig? Macht 350'000 Franken

Kaum ist Fischer mit der aktuellen Tour durch, folgt im Juni die nächste. Auch dann macht sie nochmals Halt in der Schweiz. Ende Juni pilgern die Fans in den Basler St. Jakob-Park – ein volles Stadion ist programmiert.

Wer die Konzerttour verpasst oder mehr Nähe zum Star wünscht, kann sich Helene Fischer auch privat buchen. Allerdings nur, wenn er über das nötige Kleingeld verfügt. Eine Helene-Fischer-Darbietung in der heimischen Villa soll rund 350'000 Franken kosten.

Die Begeisterung ihrer Fans zeigt sich auch bei den Albumverkäufen. Ihr jüngstes Werk «Helene Fischer» legte im Mai den erfolgreichsten Albumstart der letzten 15 Jahre hin. Allein in Deutschland verkauften sich innert weniger Tage 300'000 Tonträger. Damit ist das Album auf dem besten Weg die Atemlos-Platte «Farbenspiel» zu übertreffen. Die 2,5-Millionen-Marke muss dafür aber fallen.



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Youtube steuert Kleingeld bei

Helene Fischer ist nicht erst seit gestern im Geschäft. Und so spülen sechs ältere Studioalben und diverse Live-Mitschnitte ebenfalls Geld in die Kassen der Geschäftsfrau. Alles in allem soll sie bislang über 10 Millionen Tonträger verkauft haben. Dies dürfte ihr mindestens 12 Millionen Franken eingebracht haben. Kenner jedenfalls halten es für realistisch, dass erfolgreiche Künstler rund 1.20 Franken pro verkauftem Tonträger einnehmen.

Wenigstens einen kleinen Beitrag zur Bottom Line der Helene Fischer Inc. leistet auch das Video-Portal Youtube. 1 Million Views bedeuten 1000 Franken für den Künstler. Das erklärte unlängst der Schweizer Musiker DJ Antoine gegenüber der «Bilanz». Helene Fischer hat mit ihren Videos in den vergangenen drei Jahren insgesamt 63 Millionen Aufrufe generiert. Die daraus resultierenden Einnahmen von etwas über 60'000 Franken sind vernachlässigbar. Aber Fischer hat schon wieder nachgelegt: Das Video zum neuen Hit «Achterbahn» wurde in sechs Tagen über 2,3 Millionen mal angeschaut – und rangiert auf den Youtube-Trends auf dem zweiten Platz.

Bekanntes Werbegesicht

Lukrativer als die Youtube-Peanuts sind Fischers Auftritte im Fernsehen. Die Weihnachtssendung «Die Helene Fischer Show» begeistert seit 2011 jedes Jahr Millionen. Für die Namensgeberin lohnt sich die Arbeit – 1,5 Millionen Euro pro Sendung soll ihr Lohn sein, wie die «Wirtschaftswoche» weiss. Weitere TV-Auftritte sollen ihr bis zu 25'000 Euro einbringen.

Nicht nur Stimme und Aussehen vermarket die Schlagerkönigin höchst erfolgreich, auch ihre Bekanntheit generiert kräftig Einnahmen. Sie hat bereits für Produkte von VW, Garnier Nutrisse, Tchibo und der Molkerei Meggle geworben.

Ob auch die portugisische Biermarke «Superbock» zu ihren Sponsoren zählt, wie ein Eintrag auf Fischers Twitter-Account vermuten lässt, ist offen, aber naheliegend.



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Frühstück!!! die wichtigste Mahlzeit des Tages.Los goaht's zum Ääändspurt Züri!
Ich hab' SUPER BOCK auf euch#helenefischer pic.twitter.com/1OiUGQACtB
— Helene Fischer (@_Helene_Fischer)
Ein Experte hat 2014 gegenüber der «Wirtschaftswoche» geschätzt, dass sie pro Deal und Jahr wohl eine Million Euro verdienen könnte. Neun von zehn Deutschen kannten die Sängerin bereits damals. Seither dürfte ihre Bekanntheit – und ihr Werbewert – noch makant gestiegen sein.

Für die ganze Familie

Natürlich vermarktet sich Helene Fischer auch über einen eigenen Onlineshop. Dort gibt es von Babylätzchen mit I-love-Helene-Fischer-Schriftzug (18.90 Euro), über Tournée-Tassen (17.90 Euro), Autokennzeichenhalter (im 2er-Set für 19,90 Euro) bis zu Kissenbezügen mit Weihnachtsmotiv (24.90 Euro) alles, was das Herz eines  Fans begehren könnte. Als Favorit sind die 80-seitigen Hochglanzmagazine «Paradies» gekennzeichnet. Für 9.90 Euro gibt es viele Fotos und ein grosses Poster.

Ihr Onlineshop zeigt, dass Helene Fischer und ihr Management unter dem Hamburger Uwe Kanthak – einer der mächtigsten Männer im deutschen Musik-Business – bestens wissen, wie Selbstvermarktung funktioniert. «Helene Fischer» ist seit 2010 als Marke in Deutschland eingetragen. In der Schweiz ist die erfolgreiche Sängerin seit Mai 2016 als Marke eingetragen. Dabei hat sich ihr Management eine breite Palette von Parfüms, über Schmuck, CDs und Papeterie-Artikel bis zu Teppichen und Spielen schützen lassen.

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Sehen Sie in der Bildergalerie, wie man im Musikmarkt Geld verdient:
Wie Schweizer Musiker heute gutes Geld verdienen:Nur eine kleine Minderheit der Musikschaffenden profitiert auch wirtschaftlich. Experten schätzen, dass in der Branche knapp ein Dutzend Künstler gut von der Musik leben können. Mit dem Rückgang der CD-Verkäufe verkam den meisten die wichtigste Einnahmequelle zu einem Rinnsal.
Im Rekordjahr 2000 wurden in der Schweiz 19,6 Millionen CDs verkauft. 2015 waren es noch 3,6 Millionen. An jeder verkauften CD verdienen die Musiker, sofern sie die Stücke selber komponiert haben, rund 10 Prozent des Verkaufspreises, also zwischen 2,50 und 3 Franken. Bei den Downloads ist der Verdienst leicht tiefer.
Doch wer heute Musik hören will, der streamt. Die Musikverwertungsgesellschaft Suisa geht für Schweizer Komponisten von einem ungefähren Durchschnittsumsatz von 0,0018 Franken pro gestreamten Song aus. Je nach Deal zwischen Label und Komponist schaut mehr oder weniger heraus.
Zu den besten Zeiten konnten sich die Bands nach der Albumaufnahme zurücklehnen und die Kasse klingeln lassen. Heute geht nach dem Studio die Arbeit erst richtig los. Früher waren Konzerte eine Art Zugabe, heute spielen die Musiker das ganze Jahr durch. Wer dann auf der eigenen Tour nicht in vollen Clubs und Sälen spielt, zahlt oftmals drauf. Mittelgrosse Acts zahlen ihren Livemusikern um die 400 Franken pro Auftritt.
Die Musikproduktionsfirma HitMill, hinter der die drei Partner Georg Schlunegger, Roman Camenzind und Fred Herrmann stehen, nehmen neu auch Künstler unter Vertrag. Camenzind: «Ein Album aufzunehmen, zu gestalten und zu promoten, kostet um die 100'000 Franken. Weil die Labels dieses Risiko immer seltener eingehen, übernehmen wir nun das Gesamtpaket.»
Eine schöne Nebeneinkunft sind die Tantiemen. Radios, Konzertveranstalter, Clubbetreiber, Download-Plattformen und Streaming-Portale müssen sie den Verwertungsgesellschaften, allen voran der Suisa, abgeben. Die behält 12 Prozent und zahlt den Rest den Komponisten aus. Es heisst, dass der Sänger Charles Aznavour («La Bohème») Schweizer Tantiemen-König ist. Der 92-jährige Franzose, der seit einiger Zeit in Genf lebt, bezieht jedes Jahr über 500'000 Franken an Urheberrechtsentschädigungen.
«Captain Of Her Heart», der Welthit von der Zürcher Band Double, gilt aus Tantiemen-Sicht als einträglichster Schweizer Song aller Zeiten. Er schaffte es 1985 in die US-Top-20 und wird noch heute weltweit am Radio gespielt. Co-Verfasser Kurt Maloo, der heute in Hamburg lebt, erhält jedes Quartal einen fünfstelligen Betrag.
Der Glarner Produzent Fridolin Walcher, alias Freedo, hat die letzten zwei Jahre mit Hits für die schwedische Sängerin Zara Larsson («Lush Life») und den deutschen Rapper Cro («Traum»; Bild) viel Geld verdient. Die Suisa zahlte ihm für «Traum» gut 200'000 Franken aus.
Über die letzten Jahre betrachtet, hat kein Schweizer Künstler mehr Geld verdient als DJ Antoine. In Vierrad-Währung umgerechnet, liege pro Suisa-Abrechnung «zwischen einem Kleinauto und einem Sportwagen» drin.
Besonders lukrativ und die wachstumsstärkste Einnahmequelle sind Auftritte an Firmenanlässen. Die Gagen sind bis zu doppelt so hoch wie für Konzerte. Bei DJ Antoine ist jeder vierte Auftritt ein Corporate Gig, er zählt auch Privatanlässe von Neureichen dazu. Seine Gage liegt zwischen 25'000 und 50'000 Franken.
Marc Sway erhält laut seinem Manager Hugo Mauchle für einen Firmenauftritt rund 25'000 Franken. «Das Geld teilt er aber mit der sechsköpfigen Band, der Technik, dem Mischer und dem Booking.»
Daneben zählen Anna Rossinelli, Seven und Bastian Baker (Bild) zu den beliebtesten Corporate-Acts. Laut Konzertagentur Gadget reicht das Spektrum von 5000 bis 70'000 Franken – je nach Bekanntheit, Formation und Anlass.Bilder: Keystone/ZVG
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Wie Schweizer Musiker heute gutes Geld verdienen:Nur eine kleine Minderheit der Musikschaffenden profitiert auch wirtschaftlich. Experten schätzen, dass in der Branche knapp ein Dutzend Künstler gut von der Musik leben können. Mit dem Rückgang der CD-Verkäufe verkam den meisten die wichtigste Einnahmequelle zu einem Rinnsal. RMS

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