Der Investmentbanker
Brady Dougan verlässt die Credit Suisse nach einer für Bankmanager halben Ewigkeit von acht Jahren. Schlechte Noten von der Nationalbank, eine Milliardenbusse in den USA und ein dünnes Kapitalpolster brachten den Stuhl des einstigen Vorzeigebankers ins Wanken.
Das Urteil war vernichtend: Am 14. Juni 2012 sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, die Credit Suisse (CS) verfüge über zu wenig hartes Kapital. Ein Euro-Crash wäre für die CS eher noch mühsamer zu verkraften als ausgerechnet für die lange Zeit kriselnde UBS, urteilte der Währungshüter.
Während der CS-Aktienkurs innert kürzester Zeit um bis zu 10 Prozent tauchte, verschärften sich die Spekulationen um den 55-jährigen Amerikaner an der Spitze der Bank. Der drahtige Mann aus Illinois konnte sich damals jedoch halten.
Die Kritik am CS-Chef schwoll jedoch im vergangen Sommer erneut bedrohlich an. Nach dem Schuldbekenntnis und der Milliardenbusse in den USA forderte ihn selbst die NZZ zum Rücktritt auf. Gemessen an der dramatisch gesunkenen Halbwertszeit von Grossbankenchefs ist es aber auch ohne diese Kritik ein mittleres Wunder, dass sich Dougan überhaupt so lange an der Spitze der CS halten konnte.