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Gespräch

Oberster Notenbanker Carstens: «Das Risiko für eine Lohn-Preis-Spirale ist hoch»

Der Mexikaner Agustín Carstens leitet in Basel den mächtigsten Wirtschaftsclub der Welt: In der BIZ ­treffen sich alle zwei Monate die Notenbankchefs. Jetzt schlägt er Inflations-Alarm – und gibt sogar Interviews.

Dirk Schütz

Agustín Carstens
Herr über Basel Der oberste Notenbanker gibt sich selbstkritisch: «Wir haben die Disruption durch Corona nicht vollkommen klar gesehen.» Karin Hofer / NZZ
Der 17.  Stock im ikonischen BIZ-Turm in Basel: Der Blick aus dem Sitzungszimmer der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, einer Dachorganisation der Zentralbanken, zeigt die Stadt am Rheinknie in schönstem Licht. Der Mexikaner Agustín Carstens, seit 2017 Chef der 629-Mitarbeiter-Organisation, kommt in blauem Hemd, ohne Krawatte – für Notenbanker noch immer ungewöhnlich. Sanfte Stimme, aber eine harte Botschaft: In seiner jüngsten Jahresbilanz schlägt er angesichts der hohen Inflationszahlen regelrecht Alarm. Interviews in der Schweiz gibt er selten. Doch jetzt muss es sein.

Alle zwei Monate treffen sich die Chefs der grössten Notenbanken hier bei Ihnen in Basel zu einem dreitägigen Austausch – die Zusammenkunft gilt als mächtigster Wirtschaftsclub der Welt. Findet das «Global Economy Meeting» wieder physisch statt?

Wir hatten im Mai wieder unser erstes grosses physisches Treffen nach der Pandemie. Unsere Mitglieder waren sehr froh, sich endlich wieder persönlich zu treffen. Fast alle sind gekommen.
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