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Kunst

Begehrte Designobjekte: Erschwingliche Klassiker

Die ganz grossen Design-Klassiker werden mittlerweile zu Kunstmarktpreisen gehandelt. Doch gibt es immer wieder originelle Objekte, die erschwinglich sind.

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Walter Pichler, 1966, zwei Paar Β«Galaxy 1Β»-Armsessel, Β«Galaxy 2Β»-Couchtisch, (Dorotheum Wien) RMS

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Was haben Design-Klassiker wie Eileen Grey, Charles & Ray Eames, Verner Panton oder Gaetano Pesce gemeinsam? Ihre Objekte sind ebenso rar wie teuer und bewegen sich inzwischen nicht selten im sechs- bis siebenstelligen Bereich. So verkaufte das Auktionshaus Phillips kΓΌrzlich in seiner Londoner Design-Auktion am 28. April Marc Newsons Β«Lockheed LoungeΒ» fΓΌr 2,43 Millionen Pfund und stellt damit einen neuen Rekord fΓΌr einen noch lebenden Designer auf. Dass originelles Design aber auch erschwinglich sein kann, zeigt ein Blick auf kommende Auktionen.
Der Schwerpunkt der Design-Auktion im Wiener Dorotheum am 20. Mai liegt diesmal auf Mid-Century Design und zeitgenΓΆssischen Objekten. Nicht nur im Zuge der derzeitigen Zero- und Op-Art-Renaissance sind derzeit Kunst und Design aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sehr gefragt. Den Geist des Space Age verstrΓΆmen der Β«Galaxy 1Β»-Armsessel und der Β«Galaxy 2Β»-Couchtisch des Γ–sterreichers Walter Pichler von 1966. Aus leichtem Aluminium gebaut, entstammt die futuristische MΓΆbelΓ€sthetik dem Flugzeugbau. Die seltenen und gut erhaltenen Ikonen ΓΆsterreichischer Design-Geschichte sind pro Sesselpaar auf je 20 000 bis 25 000 Euro geschΓ€tzt, der Tisch auf 15 000 bis 20 000 Euro.

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HΓΆhepunkte aus Italien und New York
Aus einer italienischen Privatsammlung eingeliefert wurde eine Reihe rarer avantgardistischer Objekte von Ettore Sottsass, darunter das seltene Β«ElledueΒ»-Kunststoff-Doppelbett (SchΓ€tzpreis 35 000–40 000 Euro). Zwischen Kunst und Design angesiedelt ist GΓΌnther Dohrs kinetisches Op-Art-Lichtobjekt Β«CylindrogramΒ» (50 Γ— 100 cm, Auflage 3/10, 5000 und 8000 Euro). Konzeptuelles zeitgenΓΆssisches Design kommt von Xaver Sedelmeier, der alltΓ€gliche Objekte wie Sessel- und LiegeflΓ€chen aus Wellblech mit Porsche-Lack ΓΌberzieht, sowie der nach einem Algorithmus lasergeschnittene Β«Breeding TableΒ» von Clemens Weisshaar/Reed Kram, ein Unikat mit einer SchΓ€tzung von 11 000 bis 15 000 Euro. Die ΓΆsterreichische Gruppe breadedEscalope interpretierte die Stabelle, den typisch schweizerischen Stuhl im alpenlΓ€ndischen Stil, neu. Etwa als Β«RetinoΒ»-Bank mit verstellbaren RΓΌckenlehnen (2400–3500 Euro).
Zu den Highlights der rund 300 Objekte umfassenden Design-Auktion bei Quittenbaum in MΓΌnchen am 10. Juni gehΓΆren einige originelle Sitzobjekte mit konzeptueller, skulpturaler Wirkung. Allen voran der leuchtend rote Β«pied chaiseΒ» der New Yorker KΓΌnstlerin Nicola L. 1967/68 entworfen, wurde er in limitierter Auflage von rund 50 Exemplaren produziert (SchΓ€tzpreis 3000–3500 Euro). Spielfreude zeigt sich auch in Mario Bellinis Objekten Β«gli scacchiΒ» (1971), die wie geometrische moderne Schachfiguren im Raum Position beziehen und je nach Bedarf als Sitz oder Tisch dienen (600–800 Euro). GegensΓ€tzliche gestalterische Prinzipien zeigen zwei Sixties-Schminktische aus Italien. Mit Kunststoff und rotem Kunstleder zelebriert Luigi Massoni bei seinem Β«Dilly DallyΒ»-Rolltisch mit integriertem Hocker einen glamourΓΆsen Disco-Chic (900–1200 Euro, inklusive zwei Nachttische), wΓ€hrend Ico Parisi auf Bauhaus-Γ„sthetik setzt (1000–1200 Euro).

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Design auch in der Galerie Fischer

Auch die Galerie Fischer Auktionen in Luzern hat bei ihren Auktionen vom 17. bis 19. Juni Design im Programm. Zu den ganz grossen Namen gehΓΆrt Le Corbusier, der mit dem Fauteuil Β«LC PJΒ», einem Original-CP-Modell (um 1928) aus verchromtem Stahlrohr und braunem Leder, vertreten ist (SchΓ€tzpreis 4000–4500 Franken). Vom MailΓ€nder Designer Gio Ponti stammt ein Schaukelstuhl, Modell 572, 1955 fΓΌr Ed. Cassina (4000–6000 Franken). Ein zweitΓΌriges BarmΓΆbel von Osvaldo Borsani aus Mahagoni, innen verspiegelt und mit integrierten GlΓ€serablagen in den TΓΌren (3500–4500 Franken), entfΓΌhrt einen mit seiner Entstehungszeit um 1940/1950 zurΓΌck in die FrΓΌhzeit der Cocktailpartys.

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