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Messe

Baselworld: Mitschwimmen mit den grossen Fischen

Nur wenige Aussteller bekommen einen Platz in der schillernden Halle 1 der Baselworld. Doch wichtig ist die Veranstaltung auch für alle anderen Teilnehmer. Was hat sie 2015 am meisten beschäftigt?

Gabriel Knupfer

Eindrücke von der Baselworld 2015: Der Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, lässt sich auf der Baselworld mit Fans ablichten.
Der Blick in die pompöse Haupthalle der Messe zeigt, dass auch dieses Jahr viele Besucher ihren Weg zum Branchentreff gefunden haben. Über 150'000 Gäste kamen laut Veranstaltern.
Die diesjährige Uhren- und Schmuckmesse Baselworld dauerte vom 19. bis 26. März.
Sie ist die weltweit wichtigste Messe der Uhren- und Schmuckindustrie.
Nicht fehlen dürfen natürlich die charmanten Hostessen: Hier bei Graff Diamonds.
Auch der rollende Stand von Swiza macht Halt am Messeplatz.
Die Ausstellungsfläche beträgt 160'000 Quadratmeter. Es werden 150'000 Besucherinnen und Besucher aus über 40 Ländern erwartet.
Geklotzt wird vor allem in Halle 1: Wie hier bei Tag Heuer, die mit einem mehrstöckigen Stand auftrumpfen wollen. Die Firma aus La Chaux-de-Fonds gehört dem Luxuskonzern LVMH.
Nicht alle Uhren an der Baselworld sind gleich alltagstauglich. Diese Arnold-Schwarzenegger-Uhr im Stand der Magnum Group orientiert sich an einem bekannten Science-Fiction-Film.
Die Schweizer Delegation ist erneut am prominentesten vertreten: 288 Marken präsentieren sich, davon 219 aus der Uhren-, 39 aus der Schmuckbranche und 30 aus verwandten Branchen.
Selbstverständlich darf auch der Altmeister Jean-Claude Biver nicht fehlen.  Der Uhren-Chef des Luxusgüterkonzern LVMH war einst «Mr. Hublot» – und ist seit letztem Herbst «Mr. TAG Heuer».
Die Genfer Uhrenmanufaktur Patek Philippe ist mit einem grossen Pavillon vertreten. 175 Jahre jung ist die Luxusmarke. Den Geburtstag feierte die Firma mit Jubiläumsuhren, darunter auch der kompliziertesten Armbanduhr der Welt.
An der Messe steht die gesamte Schmuck- und Uhrenindustrie im internationalen Schaufenster. In der «Hall of Elements» stellen Juweliere aus.
Reges Treiben bei einem Edelsteinhändler.
Die erste Uhren- und Schmuckmesse in Basel geht auf das Jahr 1917 zurück. 1931 erhielt die Messe einen eigenen Pavillon. Im Jahr 1963 zog die Messe um. Erst 1972 öffnete sich die Baselworld für ausländische Aussteller, damals aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien, ab 1986 dann auch für aussereuropäische Aussteller.
Die diesjährige Messe steht nun ganz im Zeichen der sich anbahnenden Revolution durch Smartwatches. Das Produkt gebe es zwar schon seit einiger Zeit, sagte Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld am Tag vor der Eröffnung. Aber die Lancierung der Apple-Watch mische die Branche, insbesondere die Traditionsbetriebe, auf.
Nach der Baselworld ist vor der Baselworld. 2016 findet die Messe vom 17. bis 24. März statt. Bilder: Keystone, Gabriel Knupfer
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Die Baselworld 2015 ist zu Ende. Nach acht Tagen an der wichtigsten Uhren- und Schmuckmesse der Welt sind die grossen Verkäufe gemacht – und wer bei den Kunden nicht gepunktet hat, muss sich wieder ein Jahr gedulden. Zwar ist die Zahl der Einkäufer in diesem Jahr leicht zurückgegangen. Doch 150'000 Besucher aus über 100 Ländern beweisen die ungebrochene Faszination der Luxusbranche.
Die Weltmesse in Basel ist für Unternehmen aus 40 Ländern das entscheidende Ereignis im Jahr, bei dem die ganze Industrie im Rampenlicht steht – wie die Meerestiere im riesigen Aquarium am Breitling-Stand. Denn es ist klar: Die Baselworld, das sind nicht nur die Millionenstände der grossen Luxusmarken. 1500 Uhren- und Schmuckhersteller haben die 43. Ausgabe der Baselworld als Ort für die Vorstellung ihren neusten Kreationen gewählt.

«Von der kleinsten bis zur grössten Marke»

Für François Thiébad, Präsident des Schweizer Ausstellerkommitees, hat die Baselworld ihre Position als wichtigstes Event der globalen Uhren- und Schmuckindustrie nochmals gefestigt. «Was die Messe so aussergewöhnlich macht: dass sie die hohe Qualität der Branche in all ihren Facetten widerspiegelt, indem sie allen Vertretern offensteht – von der kleinsten bis zur grössten Marke.»

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Doch wie ist die Stimmung, bei der zweiten Garde der Aussteller, an diesem Event der Superlative? Handelszeitung.ch hat am sich am siebten Tag der Messe auf Spurensuche begeben.

Dunkle Augenringe

Zwar sind die Hallen an diesem Mittwoch nicht schlecht besucht. Doch in den Ständen ist vielen Teilnehmern anzusehen, dass die intensiven Tage Spuren hinterlassen haben. Dunkle Augenringe sind keine Seltenheit. Und während in der schillernden Halle 1 der sogenannten «Global Brands» bis zur letzten Minute alles seinen gewohnten Gang nehmen muss, wird an den Ecken und Rändern der Baselworld bereits Bilanz gezogen.
«Nur hier hat man die Möglichkeit alle wichtigen Leute der Branche zu treffen», sagt Gordon Penza vom maltesischen Schmucklabel Mvintage. Als erster Schmuckhersteller habe man von der sonnigen Mittelmeerinsel den Sprung ins Ausland gewagt. «Für die Entwicklung der Marke ist eine Veranstaltung wie die Baselworld ideal.»

Sind acht Tage zu lang?

Viel diskutiert wird über die Dauer der Messe. Mit acht Tagen ist die Baselworld länger als vergleichbare Veranstaltungen in Las Vegas und Hongkong. Für Gordon Penza sind die acht Tage positiv. «So hat man als kleine Marke die Chance gesehen zu werden.» Auch bei anderen kleinen Labels denkt man ähnlich wie Penza. Ricardo Melamed aus Panama besitzt die Uhrenmarke Technosport. «Wenn die Messe nur vier Tage dauern würde, dann käme niemand, um neue Marken zu entdecken», ist er überzeugt.

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Doch es gibt auch kritische Stimmen. Für weniger bekannte Firmen sind die acht Tage ein grosser Aufwand. Für den Chef der Uhrenfirma Appella wären vier Tage «mehr als genug». In den letzten Tagen sei kaum mehr etwas zu erreichen, sagt Parth Trivedi. Und in der Hongkong-Abteilung in Halle 4 haben die Aufräumarbeiten am Mittwochnachmittag bereits begonnen.
Es sei verständlich, dass man den Besuchern etwas bieten wolle, sagt auch Peter Chan, der mit seiner Firma Verpackungen für Uhren herstellt und seit 15 Jahren an der Baselworld dabei ist. Auf der anderen Seite bedeuteten die acht Tage, dass er wegen der Anreise mindestens zehn Tage nicht in seinem Laden sein könne.

Schwierige Vorzeichen für 2015

Auch die schwierigen Vorzeichen für die Luxusindustrie beschäftigen nicht nur die «Global Brands». Wo man auch fragt, sind sich die Teilnehmer an der Baselworld einig, dass der Uhren- und Schmuckbranche ein weiteres schwieriges Jahr bevorsteht.
Neben den politischen Krisen in Nahost und in der Ukraine und anderswo macht vielen Herstellern der Antikorruptionskampf in China zu schaffen. Gerade die kleinen Uhrenfirmen sind stark betroffen. «Die Verkäufe in China werden immer weniger», sagt etwa Edward Ding vom Uhrenhersteller Survan aus Hongkong. Während sich Funktionäre früher mit Vorliebe mit Uhren bestechen liessen, hätten sie heute Angst überhaupt eine Uhr zu tragen, scherzt der Verkäufer.

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Dabei sein ist alles

Ob gross oder klein, über die tatsächlich abgeschlossenen Verträge der letzten Tage mag niemand Rechenschaft ablegen. Der Besucherandrang sei vergleichbar mit dem letzten Jahr, sagt Alain Wong von der Schuckfirma Denis Hazell. Andere sehen die Ausgabe 2015 leicht unter oder über dem Vorjahresniveau, je nach persönlicher Erfahrung.
Und nächstes Jahr? «Wir kommen wieder», sagt Parth Trivedi von Appella, stellvertretend für viele kleine Teilnehmer. Wenn man international dabei sein wolle, bleibe einem gar nichts anderes übrig. Dass man als kleiner Fisch im grossen Aquarium nur am Rande wahrgenommen wird, ist klar. Aber dass man einmal im Jahr mit den grossen Fischen schwimmen darf, ist für viele Firmen ein Grund immer wieder nach Basel zurückzukehren.
*Mitarbeit Yvonne Baldinini
Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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