Abo

Bally: Schönenwerd ade – Archiv verreist

Nach Produktion und Verwaltung wird auch das Schuhmuseum Abschied von Schönenwerd nehmen und geht auf Wanderschaft.

Werbung

Die umfangreiche Sammlung Bally in der Schönenwerder Villa Felsengarten, wo Schuhe, Kleider, aber auch Plakate und grafische Kunst aus der Schweiz aus den letzten 150 Jahren zu sehen sind, soll auf eine weltweite Wanderausstellung gehen. Das lässt Abel Halpern in London verbreiten. Halpern ist Europa-Chef der Texas Pacific Group (TPG), die seit 1999 das Schweizer Traditionsunternehmen hält und nun in die Vergangenheit investieren will. Genau so, wie er dies bereits bei der italienischen Edelmarke Ducati gemacht hat: «Bei Ducati haben wir auch als Erstes ins Archiv investiert und ein Museum gegründet», sagt Halpern und freut sich über das Bevorstehende bei der neu ausgerichteten Schuhmarke Bally.
Halperns Ankündigung klingt für die Solothurner Gemeinde Schönenwerd bitter. Die Solothurner besitzen zwar das Museum, aber nicht dessen Inhalt. Und was ist ein leeres Museum wert? Im Frühling hat die Gemeinde deshalb den Kanton Solothurn mobilisiert und die Absicht kundgetan, die einzigartigen Ausstellungsstücke erwerben zu wollen.
Was Schönenwerd bleibt, ist ein Buch. Dieses will Halpern ebenfalls in den nächsten Monaten über die Exponate anfer- tigen lassen. Abel Halpern hofft, mittels Buch und Wanderaus-stellung den Brand Bally als Edelmarke mit Kunst- und Geschichtsanspruch positionieren zu können. Nötig wärs, denn noch hapert es finanziell.

Partner-Inhalte

Werbung