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Analyse von 200 Wertpapierlösungen

Das sind die besten 3a-Fonds zur Stärkung der dritten Säule

Günstige 3a-Produkte von kleinen digitalen Anbietern schneiden in der Regel besser ab als aktiv verwaltete Fonds der Banken.

Peter Rohner

Säule 3a
Die dritte Säule ist Gold wert, um den Lebensstandard nach der Pensionierung zu halten, kann aber auch Risse aufweisen, wenn es an den Börsen kracht. (Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert.) Tessy Ruppert

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Das mit den Zinsen auf dem Ersparten war eine kurze Episode. Sie schmelzen dahin, seit die SNB als Reaktion auf den schnellen Rückgang der Inflation die Leitzinsen wieder senkt. Das betrifft auch die gebundenen Vorsorgegelder in der dritten Säule (3a). Die durchschnittliche Verzinsung eines 3a-Kontos ist in den letzten zwölf Monaten von knapp 1 auf rund 0,4 Prozent gesunken. Damit wird es schwierig, das Vorsorgevermögen gegen die Inflation zu schützen, geschweige denn es zu vermehren.
Umso mehr lohnt sich der Blick auf 3a-Wertschriftenlösungen. Mit ihnen nimmt man zwar mehr Risiko in Kauf, dafür ist langfristig die Rendite höher. Mehr Risiko heisst: mehr Aktien. Diese können im Wert schwanken, aber über die Zeit sorgen Wachstum und Dividenden für bessere Anlageergebnisse, als sie mit stabileren festverzinslichen Produkten zu erzielen sind.
Maximalbeträge beachten: Dieses Jahr können Angestellte mit einer Pensionskasse maximal 7258 Franken in eine 3a-Lösung einzahlen und von den Steuern abziehen. Selbstständige dürfen 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen, maximal aber 36 288 Franken. In Zukunft können die jährlich zulässigen Beiträge bis zu zehn Jahre rückwirkend noch einbezahlt werden.
Mehrere 3a-Konten: Wer mehrere Konten oder Wertpapierlösungen besitzt, kann das Kapital später gestaffelt beziehen und so Steuern sparen.
Aktien berücksichtigen: Wer sein 3a-Vorsorgegeld breit gestreut in Aktienmärkte investiert, hat gute Chancen auf mehr Rendite. Zwar steigt mit den Aktien auch das Risiko von Kursverlusten. Doch wer fünfzehn Jahre und mehr investiert bleibt, hat statistisch betrachtet wenig zu befürchten.
Das bestätigt die neueste Auswertung der 3a-Angebote durch die Hochschule für Wirtschaft Freiburg, mit Daten bis Ende April. Fonds mit hohem Aktienanteil haben im Liberation-Day-Crash Anfang April zwar besonders gelitten. Sie haben die Delle dank der Erholung der Aktienindizes aber rasch wieder ausgemerzt. Über fünf Jahre sind sie im Schnitt um fast 50 Prozent gestiegen, während die Produkte aus der defensiven Kategorie mit geringem Aktienanteil maximal 20 Prozent gewonnen haben. Wer Schwankungen aushalten kann und einen langen Anlagehorizont hat, das heisst, wer weder kurz vor der Pensionierung steht noch Vorsorgevermögen für einen Wohnungskauf braucht, sollte die steuerlich begünstigten 3a-Gelder in einen Fonds mit hohem Aktienanteil stecken.

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Hohe Gebühren nagen an der Rendite

Die zweite Lehre aus dem Fondsvergleich ist: Passive Fonds schneiden mit einem Notendurchschnitt von 4,5 besser ab als aktiv verwaltete Angebote, die im Mittel nur eine 4,2 erhalten. Sie dominieren in allen Kategorien die vorderen Ränge. Die aktiven Fonds schaffen es in der Summe nicht, den Malus der im Schnitt um 0,5 Prozent höheren Gebühren durch eine bessere Performance wettzumachen. Das ist keine neue Erkenntnis: Dass auf effizienten Märkten aktives Fondsmanagement nur selten Früchte trägt und statistisch die Mehrheit nach Gebühren den Markt nicht schlagen kann, ist in der Finanzmarktwissenschaft bestens erforscht. Es gibt keinen Grund, weshalb es bei Schweizer 3a-Fonds anders sein soll.

Natürlich gibt es Ausnahmen – das beweist derzeit der aktiv verwaltete Spectravest Fonds von Quantex mit einer Rendite von 90 Prozent über die letzten fünf Jahre eindrücklich. Doch Anleger wissen: Vergangener Erfolg ist keine Garantie für künftige Gewinne. Und die Chance ist gering, einen der wenigen aktiven Fonds zu erwischen, der über die kommenden Jahre die passiven Produkte schlägt.

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Klein schlägt gross

Ebenfalls auffällig ist in der Auswertung die Überlegenheit kleiner Digitalanbieter. Am häufigsten auf dem Podest stehen Viac und Descartes Finance. Von den Grossbanken UBS und Raiffeisen schafft es nur gerade ein Anleihenprodukt der früheren Credit Suisse unter die Top Ten, und dies ausgerechnet in der Kategorie der Festverzinslichen, wo kaum mehr Renditen zu holen sind.
Michael Heim, Ressortleiter Unternehmen und Politik der «Handelszeitung»

Der Aufpreis für aktiv gemanagte Fonds lohnt sich nicht

3a-Vorsorgegelder legt man am besten passiv mit ETF an. Das ist günstiger und gibt eine bessere Rendite.
Die Zürcher Kantonalbank kann immerhin neben einem erfolgreichen Swisscanto-Produkt in der Kategorie Aktien mehrere gut benotete Fonds seiner digitalen Vorsorge-App Frankly vorweisen. Dass es sich dabei allesamt um gebührenarme passiv verwaltete Produkte handelt, passt zur Auswertung. Das Fazit des Rankings: Wer auf passive Fonds kleiner Anbieter mit hohem Aktienanteil setzt, kann beim 3a-Sparen nicht viel falsch machen.
So wurde getestet In die Auswahl kamen nur Angebote, die seit mindestens drei Jahren auf dem Markt sind. Insgesamt wurden so 194 Fonds analysiert. Produkte, die weniger als fünf Jahre alt sind, erhielten einen Abzug. Die Note setzt sich zusammen aus gewichteten Scores für die relative Performance und das Risiko über ein, drei und fünf Jahre sowie die Kosten.
Kosten Bei institutionellen Fonds wurde eine Depotgebühr von 0,3 Prozent eingerechnet, die bei Retailprodukten meist in den Fondskosten enthalten ist.
Performance Alle Performancezahlen sind netto, also nach Abzug aller Kosten. Das zentrale Performancemass für die Benotung ist die Entwicklung im Verhältnis zum Referenzindex. Zum besseren Verständnis wurde jedoch die absolute Performance abgebildet, also das Ergebnis, das der Fonds effektiv erzielt hat.

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Über die Autoren
Peter Rohner
Peter Rohner
ist Chefökonom der Handelszeitung.

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