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Airline-Test: Im Linien-Business-Jet nach New York

Halten Grossraum-Flugzeuge, die nur mit Business-Class-Sitzen ausgestattet sind, was sie versprechen? Zwei Angebote im Praxisvergleich.

Matthias Niklowitz

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New York vom dritten auf den zweiten Rang: Das Hotelzimmer kostete 2010 im Schnitt 330 Franken. RMS

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Sowohl die Lufthansa-Tochter Swiss als auch British Airways bieten GeschΓ€ftsreisenden nach New York reine Business-Class-Verbindungen an. Das heisst, die eingesetzten Flugzeuge sind jeweils nur mit Sitzreihen der jeweiligen Klasse bestuhlt. Im Fall von Swiss landet man in New York Newark, startet dafΓΌr vom Flughafen ZΓΌrich. Im Fall von British landet man in New York JFK, startet indes vom London City Airport. Die Reisezeit betrΓ€gt jeweils rund 9 Stunden.
Swiss: LX 18 – ZΓΌrich–New York Newark
Swiss lΓ€sst diesen Flug von der Genfer Fluggesellschaft PrivatAir mit einer umgebauten Boeing B-737-800 vornehmen. Die 56-plΓ€tzige Maschine weist eine reine Business-Class-Bestuhlung auf. Das fliegende Personal stellt PrivatAir, die Service-Prozeduren sind die gleichen wie bei Swiss. Auch das GetrΓ€nke- und Essensangebot ist mit den Β«normalenΒ» Business-Class-FlΓΌgen von Swiss auf dieser Strecke weitgehend identisch.
Allerdings verwΓΆhnt Swiss hier die Passagiere vor dem Abflug kurz nach 17 Uhr noch etwas: Direkt vor dem Einstieg gibt es – von einer Β«mobile LoungeΒ» aus gereicht – Drinks und Snacks fΓΌr die Passagiere, die es erst in letzter Minute auf diesen Flug geschafft haben.
An Bord gab es wΓ€hrend des Testflugs als Auswahl drei Abendessen, kurz vor der Landung noch einen kleinen Snack. Das Entertainment-Programm besteht hier aus mobilen DVD-Playern und einem reichhaltigen Filmangebot.

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Der Sitz ist fast der gleiche wie in der Business-Class der Swiss-Mutter Lufthansa: Blau, schrΓ€g, die FΓΌsse kommen unter den Vordersitz. Β«Ich bin beim Lie-gen nach vorne gerutschtΒ», notierte unser Testkunde, Β«denn auch die leichte Decke aus Kunststoff gibt wenig Halt.Β» Die jetzt in den Airbus A330 von Swiss eingebauten neuen Business-Class-Sitze sind bequemer. DarΓΌber hinaus hΓΆrt man auch, dass die Aerodynamik der Boeing 40 Jahre alt ist – der LΓ€rm in der Kabine ist hoch, hΓΆher als in den viel jΓΌngeren Airbus-Modellen. Aufschlussreich ist zudem ein Spaziergang durch die Kabine: In den ersten drei Reihen ist es deutlich ruhiger als dahinter, weil es in der Mitte drΓΆhnt und eine laute Resonanz aus dem Flugzeugboden gibt; weiter hinten hΓΆrt man den TriebswerklΓ€rm am deutlichsten. Β«Ich wΓΌrde deshalb hier nur ganz vorne mitfliegenΒ», rΓ€t unser Testkunde.
Die Einreise in Newark – der Flughafen liegt westlich von Manhattan – war problemlos, zumal dann kaum andere internationale FlΓΌge ankommen. Β«Die US-Immigration war innert drei Minuten erledigt, drei Minuten spΓ€ter sitzt man im TaxiΒ», lautet das Fazit – allerdings hatte der Proband wie ΓΌblich lediglich sein leichtes HandgepΓ€ck dabei.
British: BA 001 – London–New York JFK

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British Airways vermarktet diese Verbindung unter einer der alten Concorde-Flugnummern. Der zu einem Drittel besetzte Airbus A318-100 – es ist eine Spezialversion mit ausschliesslicher Business-Class-Bestuhlung und nur 32 statt 107 SitzplΓ€tzen – startet um 13 Uhr.
Weil auf dem London City Airport die Piste zu kurz ist, muss das Flugzeug einen kurzen Tankstopp im irischen Shannon einlegen. Shannon ist aus historischen GrΓΌnden einer der ganz wenigen Orte ausserhalb der USA, wo die amerikanische Einreise- und ZollbehΓΆrde prΓ€sent ist. Β«Die 40 Minuten Aufenthalt wurden so produktiv genutzt – die Abfertigung ist sehr rasch, das jeweils fΓΌr einige Jahre hier freiwillig rekrutierte Personal freundlichΒ», notierte unser Testkunde. Den grΓΆssten Vorteil hat man als Passagier bei der Einreise in die USA selbst: In New York JFK gilt dieser Flug dank der Kontrolle in Shannon als Inlandverbindung. Zehn Minuten nach der Landung sitzt man im Taxi Richtung Manhattan. In die umgekehrte Richtung ist der Flug nonstop. Wer den London City Airport kennt, weiss, dass sich Landungen wie auf einem FlugzeugtrΓ€ger anfΓΌhlen: Es geht steil runter, dann wird etwas unsanft aufgesetzt, es folgt eine Vollbremsung und die Maschine biegt kurz vor dem Pistenende ab. Hier schaffte der Pilot eine ausgesprochen sanfte Landung. Der Rest, wie die fΓΌnf Minuten zwischen Flugzeugtreppe und GepΓ€ckband, erwies sich als Kinderspiel. Aber das hat vor allem mit dem kleinen Flughafen zu tun – und weniger mit der Wahl der Airline.

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Das Essen an Bord war branchenΓΌblich: Drei HauptgΓ€nge (Fleisch, Fisch und vegetarisch), das Entertainment-System wird aus GewichtsgrΓΌnden jeweils als iPad-Γ€hnliches Teil auf Wunsch dem Passagier ausgehΓ€ndigt und in eine entsprechende Halterung eingeschoben.
Der grΓΆsste Pluspunkt gegenΓΌber dem Swiss-Flug mit PrivatAir ist der Sitz: British hat hier richtig komfortable Flat-Betten eingebaut. Sie gleichen etwas den Sitzen, welche Swiss in der First Class hat (die FussstΓΌtze ist ein Teil des Betts) und sind deutlich bequemer als die jetzt bei der Swiss neu installierten Modelle. Zudem ist der A318-100 deutlich angenehmer und leiser als die B-737-800. FΓΌr New-York-Reisende, die in London in der nahen Canary-Wharf-Umgebung einige Stunden zu tun haben, ist dieser Flug trotz Umsteigen ab der Schweiz perfekt.
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