US-Staatsschulden überschreiten erstmals Marke von 40 Billionen Dollar
Trotz der rexplodierenden Finanzierungskosten und Warnungen von Ökonomen, ignorieren die US-Gesetzgeber weiterhin Forderungen, gegen die historisch hohen Haushaltsdefizite vorzugehen.
Die ausstehende öffentliche Verschuldung belief sich zum Geschäftsschluss am Dienstag auf 40,05 Billionen Dollar, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des Finanzministeriums hervorgeht. Damit ist die Staatsverschuldung in weniger als fünf Jahren um ein Drittel gestiegen. Zugleich ignorieren US-Gesetzgeber weiterhin Forderungen, gegen die historisch hohen Haushaltsdefizite vorzugehen.
Die Nachricht kam wenige Stunden nach einem erneuten Versuch von US-Finanzminister Scott Bessent, die langfristigen Kreditkosten von Mehrjahreshochs zu drücken. Das Finanzministerium teilte mit, sein Rückkaufprogramm für länger laufende Wertpapiere auszuweiten. Nach der Ankündigung sanken die Renditen.
Erst im Januar 2022 hatte die Verschuldung die Marke von 30 Billionen Dollar überschritten. Das verdeutlicht den raschen Anstieg des Kreditbedarfs der Bundesregierung. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Die Republikaner lehnen seit Langem Steuererhöhungen zur Steigerung der Einnahmen ab. Beide Parteien scheuen zudem politisch unpopuläre Kürzungen bei Gesundheits- und Altersleistungen für Senioren. Viele Beobachter erwarten, dass der Kongress und die jeweilige Regierung erst handeln werden, wenn sie durch Verwerfungen an den Finanzmärkten dazu gezwungen werden.
Partner-Inhalte
Werbung
An Diskussionen über das Problem mangelt es in Washington nicht. Bessent sagte etwa, ein wesentlicher Grund für seinen Einstieg in die Politik sei gewesen, zur Bekämpfung von Defiziten beizutragen. Diese bewegen sich in einem Tempo, das ausserhalb grosser Kriege, Pandemien oder schwacher Arbeitsmärkte beispiellos ist.
Zurückhaltende Ökonomen und Fokus auf Zinsen
Ökonomen, das Congressional Budget Office und die Wall Street erwarten jedoch in den kommenden Jahren kaum oder gar keine Fortschritte beim Verhältnis des Defizits zum Bruttoinlandsprodukt.
«Optisch bin ich sicher, dass das Überschreiten von Schwellenwerten wie 40 Billionen Dollar die Aufmerksamkeit kurzfristig auf das Problem lenken wird», sagte Matthew Luzzetti, US-Ökonom bei der Deutschen Bank. «Aber es stellt keine magische Schwelle für die Schuldendynamik dar, und Prognosen haben dieses Ergebnis seit einiger Zeit erwartet.»
Wichtiger ist laut Luzzetti der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Dadurch steigen die Kosten für die Bedienung der beispiellosen Schuldenlast kontinuierlich. Bei der jüngsten Auktion 30-jähriger Anleihen des Finanzministeriums am vergangenen Donnerstag ergaben sich die höchsten Kosten für eine solche Emission seit einem Vierteljahrhundert. Eine Auktion zehnjähriger Anleihen einen Tag zuvor brachte die höchsten Finanzierungskosten für diese Laufzeit seit 2007.