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Wie Rolex zur Ikone wurde

Die Rolex-Bibel vom Uhrenpapst

Gisbert Brunner, profilierter Kenner der Uhrenwelt, legt sein zweites Buch über Rolex vor. Ein Muss – nicht nur für die Fans der Marke.

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Pierre-André Schmitt

<p>Buchautor Gisbert Brunner mit einer Rolex Daytona Le Mans in Gelbgold.</p>

Buchautor Gisbert Brunner (nicht im Bild, aber mit dabei: seine Rolex Daytona Le Mans in Gelbgold).

ZVG

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Man nennt ihn den «Uhrenpapst». Und das zu Recht. Denn Gisbert Brunner hat gegenüber all den heutigen Sponti-Influencern in der Uhrenwelt den Vorteil, das tickende Universum seit Jahrzehnten hautnah verfolgt zu haben. Seine erste Uhr kaufte er schon 1964 als Schüler – mit Geld, notabene, das er als Zeitungsjunge verdient hatte. Rasch mutierte er zum leidenschaftlichen Sammler und profunden Kenner – niemand weiss mehr als er über die Materie. Er hat über dreissig Bücher zum Thema geschrieben und unzählige Artikel in Fachzeitschriften und Tageszeitungen veröffentlicht.

Und er hat sie alle getroffen, die die Branche geprägt haben: Swatch-Gründer Nicolas Hayek, Günter Blümlein, Architekt der Renaissance von IWC und Jaeger-LeCoultre, die Scheufeles von Chopard, die Sterns von Patek Philippe, Georges Golay, der als CEO von Audemars Piguet die Royal Oak in Auftrag gab, Frédéric Dufour, der seit 2015 die Geschicke von Rolex leitet, und auch – mehrmals – Betty Wilsdorf-Mettler, die zweite Ehefrau von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf.

Kein Wunder, geriet schon sein erstes grosses Rolex-Buch zum Standardwerk schlechthin über die Marke – über 180’000-mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt. Mit «The Watch Book Rolex Next Generation» legt der 78-jährige Brunner nun nach und zeichnet das aktualisierte Porträt einer Uhrenmarke, die wie kaum eine andere Technik, Mythos und Marketing zum Erfolgsfaktor verschmilzt.

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Brunner spannt den Bogen von den Anfängen des Gründers Hans Wilsdorf im frühen 20. Jahrhundert bis zu den jüngsten Neuheiten wie der 2025 vorgestellten Land-Dweller. Kapitelweise werden Ikonen wie Submariner, Daytona, GMT-Master oder Day-Date vorgestellt – flankiert von Geschichten über Flieger, Forscher, Rennfahrer und Schauspieler, die mit Rolex am Handgelenk Geschichte schrieben.

<p>James Bond und Rolex.</p>

James Bond und Rolex.

© Rolex, The Watch Book Rolex — Next Generation, teNeues 2025_ (Timeline Uhrenmodelle)
<p>James Bond und Rolex.</p>

James Bond und Rolex.

© Rolex, The Watch Book Rolex — Next Generation, teNeues 2025_ (Timeline Uhrenmodelle)

Das Buch zeigt, warum Rolex als Synonym für Beständigkeit gilt: Technische Innovationen wie das Oyster-Gehäuse oder der Rotor-Selbstaufzug werden ebenso herausgestellt wie die Marketingstrategie, die sehr früh auf Prominenz setzte – von der Schwimmerin Mercedes Gleitze, die 1927 mit einer Oyster den Ärmelkanal durchschwamm, bis zur Hollywood-Ikone Paul Newman, von Tennis-Ass Roger Federer bis Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio.

Ergänzend liefern Gastbeiträge vertiefende Blicke in die Welt der Vintage-Modelle, in die Sammlerszene und den Zweitmarkt. Darunter ein aufschlussreiches Kapitel über Fälschungen und sogenannte «Franken-Uhren» – so nennen Uhrenkenner Fälschungen aus zusammengestiefelten Originalteilen.

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<p>Timeline von Uhrenmodellen.</p>

Timeline von Uhrenmodellen.

© Rolex, The Watch Book Rolex — Next Generation, teNeues 2025_ (Timeline Uhrenmodelle)
<p>Timeline von Uhrenmodellen.</p>

Timeline von Uhrenmodellen.

© Rolex, The Watch Book Rolex — Next Generation, teNeues 2025_ (Timeline Uhrenmodelle)

Gisbert Brunner – man merkt es im Buch – ist ein grosser Fan von Rolex. Und natürlich von Uhren ganz generell. Phasenweise war er wegen seiner Sammelleidenschaft bis zum Hals verschuldet: «Ich konnte», sagte er kürzlich in einem Gespräch mit der «NZZ», «nicht an einer guten Uhr vorbeigehen.» Dass Brunner längst selbst zu einer Figur der Uhrenwelt mit globaler Ausstrahlung geworden ist, zeigt sich daran, dass er sogar in einem japanischen Manga-Comic über Uhren auftaucht – als Held.

«The Watch Book Rolex Next Generation», Verlag teNeues, 99 Franken, 256 Seiten.

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