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Uhren-Ikone

70 Jahre Rolex Day-Date: Gold, Macht und Mechanik

Zehn Fakten zur Geschichte eines der wichtigsten Rolex-Modelle.

Iris Kuhn Spogat

<p>Seit 1956 ist die Rolex Day-Date ein Symbol für Prestige und Präzision (im Bild die Day-Date 40).</p>

Seit 1956 ist die Rolex Day-Date ein Symbol für Prestige und Präzision (im Bild die Day-Date 40).

Rolex/JVA Studios

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Als Hans Wilsdorf in den frühen 1950ern die Idee hatte, das Datum plus den voll ausgeschriebenen Tag gleichzeitig in einer wasserdichten Automatikuhr anzuzeigen, hielten das viele zuerst einmal für nicht machbar. Das Problem war nicht nur der Platz auf dem Zifferblatt, sondern die komplexe Mechanik: zwei grosse Scheiben (Tag und Datum), Sprungmechanismus um Mitternacht, dazu Automatik, Chronometer-Präzision und Oyster-Qualitäten – alles in einem vergleichsweise kompakten Goldgehäuse – nie da gewesen, unrealistisch.

<p>Rolex-Gründer Hans Wilsdorf (Bild um 1942) gilt als Marketinggenie.</p>

Rolex-Gründer Hans Wilsdorf (Bild um 1942) gilt als Marketinggenie.

Rolex
<p>Rolex-Gründer Hans Wilsdorf (Bild um 1942) gilt als Marketinggenie.</p>

Rolex-Gründer Hans Wilsdorf (Bild um 1942) gilt als Marketinggenie.

Rolex

1956 kam die Day-Date mit 36-Millimeter-Gehäuse auf den Markt. Sie war die erste Armbanduhr ihrer Art und vereinte fast alles, was Rolex damals technisch konnte, in einem einzigen Modell – eine mechanische Meisterleistung,

Die Day-Date ist nun seit 70 Jahren im Rolex-Sortiment – unterbruchsfrei. Die Uhr ist vergleichsweise unscheinbar – doch wer sie kennt, erkennt sie auf einen Blick, wegen der geriffelten Lünette, wegen des dreiteiligen sogenannten «President-Armbands». Beides hat sich über die Jahrzehnte kaum verändert. Vielleicht kommt es zum 70. Jubiläum zu einem Remake? In Foren und Blogs wird jedenfalls emsig darüber spekuliert, wie Rolex dieses Jubiläum zelebrieren wird – und ob.

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<p>Oyster Perpetual Day Date</p>
©Rolex
<p>Oyster Perpetual Day Date</p>
©Rolex

Am 13. April, dem ersten Tag der Uhrenmesse Watches and Wonders, werden wir es wissen und darüber auch berichten. Rolex zeigt die Neuheiten immer erst dann. Und keinen Tag früher. Dies ist einer von zahlreichen ehernen Grundsätzen, die die Marke mit der Krone von vielen Mitspielern unterscheidet.  

Im Sinn einer kleinen Laudatio zum Jubiläum haben wir in der Geschichte der Day-Date gewühlt und zehn Dinge herausgepickt, die Sie über die 70-Jährige wissen sollten. 

1. «It’s possibly the most distinguished wrist timepiece in the world» (Sie ist vermutlich der beste Zeitmesser der Welt.) – lautete der unbescheidene Werbeslogan bei der Lancierung der Day-Date 1956. 

2. 1963 wird wahr, wovon Marketinggenie Hans Wilsdorf bei der Lancierung vermutlich geträumt hat, als er sagt, die Day-Date sei gemacht für «Männer, die die Geschicke der Welt lenken»: Der Zeitmesser zieht am Handgelenk von Präsident Lyndon B. Johnson ins Weisse Haus ein und erhält den Beinamen Präsidentenuhr. Donald Trump besitzt auch mindestens eine.  

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<p>Lyndon B. Johnson präsidierte von 1963 bis 1969 – und machte die Day-Date zur Präsidentenuhr.</p>

Lyndon B. Johnson präsidierte von 1963 bis 1969 – und machte die Day-Date zur Präsidentenuhr.

Yoichi Okamoto / LBJ Presidential Library
<p>Lyndon B. Johnson präsidierte von 1963 bis 1969 – und machte die Day-Date zur Präsidentenuhr.</p>

Lyndon B. Johnson präsidierte von 1963 bis 1969 – und machte die Day-Date zur Präsidentenuhr.

Yoichi Okamoto / LBJ Presidential Library

3. Die Day‑Date gibt es seit Beginn nur in Edelmetall. Heute ist das Modell in Gelb-, Weiss- und Everose-Gold sowie in Platin erhältlich. 

4. Die Golflegende Jack Nicklaus aka «The Golden Bear» war nicht nur auf dem Green ein Gewinner. Seine persönliche Day‑Date Ref. 1803, die ihn während 50 Jahren begleitet hat, hat er 2019 bei einer Auktion versteigert – und dafür rund 1,22 Millionen US-Dollar eingenommen, so viel, wie noch nie für eine Day-Date bezahlt worden ist. Den Erlös spendete er der Nicklaus Children's Health Care Foundation. 

5. 1973 nimmt Rolex für die Wochentaganzeige die 26. Sprache ins Repertoire auf: Chinesisch. 

6. 2023 hat Rolex die Day‑Date so weit aus ihrer Komfortzone gezogen wie nie zuvor: mit der Day‑Date 36 «Emoji Puzzle». Statt der Wochentage erscheinen im oberen Fenster Wörter wie «Glück», «Liebe» und «Hoffnung». Im Datumsfenster stehen keine Zahlen, sondern flanieren 31 verschiedene Emojis. Das Zifferblatt selbst ist ein farbiges, aufwendigst hergestelltes Email-Puzzle. ​

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<p>Day-Date Puzzle</p>
JVA Studios
<p>Day-Date Puzzle</p>
JVA Studios

7. In den 1980er Jahren schafft die Day-Date am Handgelenk von Tom Cruise in «Rain Man» den Durchbruch in Hollywood. An der Oscar-Verleihung ist Rolex nun schon seit Jahrzehnten im Green Room präsent, lädt ein, hält Hof und pflegt Nähe zu Stars – ohne formell in die Oscar-Partnerschaften eingebunden zu sein.

8. Rolex ist bekannt dafür, nicht zu ruhen – auch wenn etwas perfekt scheint. Das Kaliber 3055 der Ur-Day-Date wurde 1988 zum Kaliber 3155: Datum und Tag können seither über die Krone je einzeln und unabhängig voneinander eingestellt werden. Die Vereinfachung heisst «Quick Set». Vorher musste man Tag und Datum durch Vor- und Zurückdrehen über Mitternacht einstellen – hat bei länger liegenden Uhren je nach Situation etwas Meditatives oder etwas Nerviges gehabt. 

9. 2013 hatte Skifahrwunder Lindsey Vonn bereits einmal einen schweren Unfall. Rolex schickte ihr zusammen mit Genesungswünschen eine 18-Karat-Gelbgold Day-Date mit Diamantlünette. Eine Saison später war Vonn zurück an der Weltspitze und lässt sich auf der offiziellen Homepage zitieren mit: «Ich trage sie als Erinnerung daran, niemals aufzugeben.» Da ist die Uhr jetzt nach Vonns traurigem Unfall an den Olympischen Spielen wieder gefordert.

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<p>Lindsey Vonn</p>

Markenbotschafterin Lindsey Vonn mit ihrer Day-Date.

Rolex
<p>Lindsey Vonn</p>

Markenbotschafterin Lindsey Vonn mit ihrer Day-Date.

Rolex

10. Die Day-Date 40 ist 2015 eines der ersten Modelle mit der Zertifizierung «Superlative Chronometer». Ihr Kaliber heisst 3255, weicht maximal plus/minus zwei Sekunden von der Zeit ab – und übertrifft damit die COSC-Standards bei Weitem. 

 

Über die Autoren
Iris Kuhn Spogat
Iris Kuhn-Spogat
Iris Kuhn-Spogat

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