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Noch nie in seiner langen Karriere als CEO war Severin Schwan derart gefordert wie jetzt. Aus dem Leben eines Pharmachefs in Zeiten von Corona.
Der Chef: Die grossen Pharmaunternehmen gelten als Hoffnungsträger im Kampf gegen Corona. Severin Schwan, CEO von Roche, steht im Zentrum.
Arnd Wiegmann / ReutersWenn das Telefon auf dem Pult von Severin Schwan läutet, dann ist die Chance gross, dass ein Regierungschef den CEO von Roche zu sprechen wünscht. Vor allem seit der Pharmagigant Mitte März im Schnellverfahren die Zulassung für seinen neuen Corona-Test erhalten hat, laufen die Drähte heiss. «Ich hatte noch nie so viele Anrufe von Staatschefs in so kurzer Zeit», sagt Schwan.
Um sich die Gunst des Schweizer Medikamentengiganten zu sichern, sind sich die Granden der Welt jedenfalls nicht zu schade, allerlei Schmeicheleien abzusondern. Wie jüngst Donald Trump, der Roche öffentlich lobte: Eine «grossartige Firma» sei das, Roche habe einen «unglaublichen Job» gemacht.
Auch wenn Roche die Produktion ihres neuen Tests gewaltig hochgefahren hat und heute bereits vier Millionen Stück pro Woche produziert, ist die Nachfrage weltweit immer noch deutlich grösser als das Angebot. «Der Druck der Regierungen ist gross», so Schwan.
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