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Viele Schweizer Familienfirmen rutschen in den USA in die roten Zahlen – Auswege aus Donald Trumps Zollfalle sind riskant.
Düstere Aussichten? Clevere KMU finden Wege, um die Zölle zu umgehen – so wie Ypsomed-Chef Simon Michel, der einen Teil der Produktion nach Deutschland verlagern könnte
keystone-sda.chJetzt sind die Zahlenmenschen gefragt. Ganze Teams in KMU rechnen Szenarien durch, kalkulieren Zolltarife, Arbeitskosten je Stunde und Steuersätze, verschieben Fabriken und Arbeitsplätze. Wo soll künftig produziert, wo sollen Halbfabrikate eingekauft, wo welche Ware zu welchem Preis an die Kundschaft gebracht werden? Ausgelöst hat die Hektik US-Präsident Donald Trump, der im Stundentakt den Importfirmen, die in den USA Geschäfte machen wollen, neue Zollabgaben abnötigt.
Beim Küchenutensilienhersteller Kuhn Rikon hat die «Taskforce USA» in den letzten paar Monaten schon zehnmal das Geschäftsmodell neu durchgerechnet, weil der US-Präsident ständig an den Warenzöllen schraubt und Strafzölle verhängt. Mal gegen China, Indien oder eben die Schweiz.
So etwas wie Planungssicherheit gebe es im Moment nicht, sagt Tobias Gerfin, Chef von Kuhn Rikon. Das Familienunternehmen aus dem Kanton Zürich produziert in China und in der Schweiz – beide Länder wurden von Washington mit Zöllen abgestraft. Zudem drückt noch eine Sondersteuer von 50 Prozent auf Stahl, der in rauen Mengen verbaut wird. Dabei ist Kuhn Rikon mit seinen Edelpfannen und dem Sparschäler «Swiss Peeler» der Industriestandard in den amerikanischen Gaststättenküchen. Nach 20-prozentiger Preiserhöhung stellt sich aber auch beim Sortiment der Schweizer Firma die Frage, wie viel die Preissensibilität der US-Kundschaft noch verträgt.
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