Meritokratie statt Hierarchie, begrenzte Arbeitsverträge und Zeitarbeit statt Festarbeit: Die neue Arbeitswelt wird sich durch flache Organisationen und wenig Kontinuität auszeichnen. Die Generationen Y und Z rücken in die Chefetagen auf. Ihre Stärken: Digitalität und Agilität. Ihre Schwäche: «Sie haben Mühe mit der Face-to-Face-Kommunikation und mit Verbindlichkeit», weiss Charles Donkor, Partner beim Beratungsriesen PricewaterhouseCoopers. Er glaubt, dass Toptalente ihren eigenen Manager haben werden.

Eine weitere Herausforderung: die Überalterung. Laut Bundesamt für Statistik wird der Anteil der 65-Jährigen und darüber pro 100 Erwerbstätige zwischen 20 und 64 Jahren von heute 32,3 Prozent auf 50,2 Prozent im Jahr 2030 steigen.

Gesuchte Ausländer. Wo sollen diese Senioren, deren Pensionsalter angehoben wird, arbeiten? Pascal Scheiwiller, Chef des Outplacement-Spezialisten Lee Hecht Harrison, glaubt nicht an den grossen Boom bei älteren Arbeitskräften – auch wenn Demografen dies schon lange prophezeiten. «Der Fachkräftemangel wird in einem globalisierten Arbeitsmarkt primär durch ausländische, hoch qualifizierte und vor allem jüngere Arbeitskräfte kompensiert.»

Das Büro – bisher ein Pflichtort – erhält in Zukunft eine neue Bedeutung: Es mutiert in den nächsten 20 Jahren zum Ort, an den man hingeht, um ­endlich mal wieder die anderen zu ­treffen. Denn arbeiten kann man künftig überall. Gärtchendenken können sich Firmen in einer eng verzahnten Welt nicht mehr leisten. Das Open Lab auf dem Novartis Campus ist ein Abbild davon: Forscher sollen nicht mehr ­einzeln tüfteln, sondern miteinander. «Schwarm­intelligenz wird das Silodenken ­ablösen», sagt Christoph Jordi, der mit seiner Agentur DoDifferent Firmen in­ Sachen Arbeitgeberattraktivität berät und im ­August eine interdisziplinäre ­Tagung zum Thema «Die Arbeitswelt der Zukunft» ­abhalten wird. Ganz im Sinne der neuen Trends wird dort die Basis ­bestimmen, welche Themen diskutiert werden – also die Besucher. 

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