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Ladenhüter Tether

Schwierige Kapitalerhöhung beim Stablecoin-Riesen

Tether versucht sich seit dem Herbst an einer Kapitalerhöhung. Im Umfeld einbrechender Kryptopreise ist der Deal schwieriger als gedacht.

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Giancarlo Devasini zieht als grösster Anteilseigner abseits der Öffentlichkeit die Fäden. Alberto Giuliani

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Kryptoanlagen haben an den Finanzmärkten eine schwere Zeit. Bitcoin hat in den vergangenen Monaten die Hälfte seines Wertes verloren. In diesem Umfeld versucht sich der Herausgeber des dominanten Stablecoins Tether an einer Kapitalerhöhung. Das Projekt läuft offenbar harziger als gedacht. Wollte sich Tether-Chef Paolo Ardoino im Herbst noch 15 bis 20 Milliarden Dollar von neuen Investoren holen, gibt er sich laut «Financial Times» nun mit 5 Milliarden zufrieden. Die 15 bis 20 Milliarden bezeichnet er als «Missverständnis». Sie seien das Maximum, das Tether zu verkaufen bereit gewesen sei.
Die 15 bis 20 Milliarden, die Tether für rund drei Prozent der Anteile verlangen würde, brachte Bloomberg im September ins Spiel. Hochgerechnet hätte sich so eine Bewertung von 500 bis 666 Milliarden Dollar ergeben. Damit hätte Tether zu den wertvollsten privaten Firmen der Welt gezählt, in einer Liga mit Firmen wie SpaceX. Die Kapitalerhöhung verzögere sich laut Ardoino auch, weil Anteilseigner zögern, Aktien abzugeben. Sie könnten auf eine Erholung des Kryptomarkts spekulieren.
Der zeitweise in Lugano ansässige Tether-Präsident Giancarlo Devasini soll einen grossen Teil der Tether-Anteile halten. Die Schätzungen reichen von 47 bis zu 71 Prozent. Neben CEO Paolo Ardoino zählen der ehemalige CEO Jean-Louis van der Velde und Christopher Harborne zu den grössten Eigentümern. Den Verkauf führt Cantor Fitzgerald durch. Die Investmentbank wird von den Kindern des US-Handelsministers Howard Lutnick geführt. Auch sie besitzen Anteile am Stablecoin-Riesen.

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Die Investoren könnten auf die US-Krypto-Regulierung in Form des Digital Asset Clarity Act warten. Donald Trump macht Druck – eine Lösung steht bevor. Tether kommt aber auch ohne frisches Kapital gut zurecht. Wegen der Bitcoin-Korrektur brach der Nettogewinn zwar ein, lag aber immer noch bei zehn Milliarden Dollar.

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