Guten Tag,
Eurobonds, Teilaustritt der Peripheriestaaten oder Crash der Eurozone: die Folgen für die Schweiz.
Harald Fritschi
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Erstes Szenario:
Schaffung von Eurobonds
Eurobonds ohne ähnliche Modelle zur Vergemeinschaftung der Schulden gelingen nur, wenn sie unter dem Krisendruck als rasche Notlösung eingeführt werden.Dazu müssten sie von allen Parlamenten – im Zweifel als nationale Lösungen – umgesetzt werden.
Konsequenzen für die Schweiz: Die Frankenstärke lässt nach, es geht wieder in Richtung 1.20 für den Euro oder höher. Die Schweizerische Nationalbank kann die Liquidität im Geldmarkt wieder zurückfahren und die Leitzinsen leicht erhöhen. Die Entspannung im Devisenmarkt stützt die Exportkonjunktur, den Tourismus und den Privatkonsum. Die Schweizer Wirtschaft wächst weiter solid.
Eintretenswahrscheinlichkeit: 40 Prozent
Zweites Szenario:
Spaltung der Eurozone
Eine Aufspaltung der Eurozone durch Austritte einzelner Mitglieder wird einzelne Staatsbankrotte provozieren.
Konsequenzen für die Schweiz: Es kommt zu einer massiven Kapitalflucht aus den schwachen Austrittsländern in die Schweiz. Sie bleibt ein «Safe Haven», der Franken mithin stark, und so muss die Nationalbank ihre expansive Geldpolitik weiterführen. Die Exporte brechen vollends ein, da die Wirtschaftsflaute auch die USA und die Schwellenländer erfasst hat. Die Arbeitslosenzahlen steigen, da die Unternehmen auf die Exportkrise mit Entlassungen und Auslagerungen reagieren. Der Privatkonsum bricht ein und treibt die Wirtschaft in die Rezession.
Eintretenswahrscheinlichkeit: 40 Prozent
Drittes Szenario:
Auflösung der Eurozone
In einer Geheimaktion legen die Notenbanken der Eurostaaten über Nacht den Wechselkurs des Euro zur einheimischen Währung fest. Der Euro ist Geschichte.
Konsequenzen für die Schweiz: Der Dollar fällt auf 50 Rappen. Der wichtige Exportmarkt Deutschland gerät aufgrund der starken D-Mark in eine schwere Wirtschaftskrise. Die SNB flutet den Finanzmarkt weiterhin mit billigem Geld, doch wird sie der Frankenstärke nicht Herr. Die um sich greifende Weltwirtschaftskrise treibt die Schweizer Konjunktur in eine schwere Rezession. Der Bund greift zu ausserordentlichen Massnahmen wie Kapitalverkehrskontrollen und milliardenschweren Konjunkturprogrammen.
Eintretenswahrscheinlichkeit: 20 Prozent
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