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Society: Sie existiert: die weltoffene Schweiz

In der ersten Februarhälfte feierte DKSH 100 Jahre Diethelm Thailand, in Zürich informierte die Swiss-American Chamber im «Widder» über Foreign Companies in Switzerland, Emanuel Berger lud ins «Eden au Lac», und an der Swiss Finance Conference im Kongresshaus stand Europa zur Debatte.

Von Silvia Pfenniger
14.02.2006

Das Lob von Coca-Cola-CEO Neville Isdell war Balsam für die eidgenössische Seele. Deshalb hier noch ein kurzer WEF-Rückblick. «Ich bin stolz, in der Schweiz zu sein, in dem Jahr, in dem wir 70 Jahre Coca-Cola in der Schweiz feiern. Es ist uns gelungen, integraler Bestandteil der Schweizer Gesellschaft zu werden. Coca-Cola produziert fast alle Produkte im Land, beschäftigt über 1100 Personen und engagiert sich im gesellschaftlichen Bereich», sagte Isdell im Davoser «Pöstli».

Die Studie «Switzerland and Foreign Companies» der Swiss-American Chamber und der Boston Consulting Group weist auf einen Sektor hin, der in Bern (noch) keine Lobby hat. Mit fast 10 Prozent des Bruttosozialproduktes der Schweiz und 23 Prozent des Wachstums in den letzten zehn Jahren spielen die ausländischen Firmen eine bedeutende Rolle für unsere Volkswirtschaft. Auf dem Podium diskutierten: Paul Polman, Ex-CEO von Procter & Gamble Western Europe und seit Januar CFO bei Nestlé, Per Etholm, Managing Director Citigroup, Botschafter und Seco-GL-Mitglied Eric Scheidegger und Swiss-American-Chamber-CEO Martin Naville. Das Fazit: Die ausländischen Firmen, die mehr Wert als etwa die Schweizer Maschinenbauindustrie oder das gesamte Gesundheitswesen erbringen, verdienen mehr Anerkennung. Ziel: neue Firmen hierher zu holen und die anwesenden zu behalten.

Die 100-Jahr-Feier von Diethelm in Thailand dient in vielem als hervorragendes Beispiel. Ihre Königliche Hoheit, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, ehrte das grösste Schweizer Handelshaus mit ihrer Präsenz. In einem Land, wo der König und seine Familie als göttlich verehrt werden, ist dies für ein Unternehmen die allerhöchste Auszeichnung. Auf dem Menam-Fluss kündigte eine ganze Flotte von militärischen Begleitschiffen die Anwesenheit der beliebtesten Tochter des thailändischen Königs Bhumibol am Galadiner im Thon Buri Palace an.

Aus der Schweiz kamen der VR-Präsident der Diethelm Keller Holding, Andreas Keller, Urenkel der beiden Firmengründer Wilhelm Heinrich Diethelm und Eduard Keller, sowie Adrian Keller, Urenkel von Eduard Keller und VR-Präsident der DKSH Holding (Diethelm Keller Siber Heg- ner), des mit 6 Milliarden Franken Umsatz grössten Schweizer Handelshauses. Unter den Gästen waren auch Jean-Pierre Blancpain und Jean-Daniel de Schaller, Verwaltungsräte des Familienunternehmens. (Mehr dazu in der nächsten Bilanz.)

Die Thai, die gegenüber den Ausländern enorm tolerant sind, pflegen in ihrer Verehrung der königlichen Familie konservative Sitten. Andreas Keller, Adrian Keller und ihre Familien verbrachten am Vortag des Galadiners einen Nachmittag mit Proben, um ja keinen Fauxpas zu machen, ein Beispiel für den traditionellen Respekt gegenüber Asien, der den Erfolg des Handelshauses begründete und weiterhin festigt. An der religiösen Feier im Diethelm Tower leitete einer der ältesten Mönche Bangkoks das Gebets- und Segnungsritual.

Tradition und Weltoffenheit werden auch im Fünfsternehaus Eden au Lac gross geschrieben, das bloss ein paar hundert Meter vom DKSH-Hauptsitz in Zürich entfernt liegt. Emanuel Berger ist als VR-Delegierter der neuen Besitzerin, der Victoria-Jungfrau AG, ein Garant für diese Werte. Für die Direktion des Hotels Victoria-Jungfrau in Interlaken suchen Rosmarie und Emanuel Berger einen Nachfolger.

Die Schweiz – ein Eldorado der Weltoffenheit? Zum guten Teil, besonders wenn wir hier die sture Europa-Debatte zwischen Joschka Fischer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler auslassen

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