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Auf leisen Sohlen

So breitet sich Alvarez & Marsal in der Schweiz aus

In der Öffentlichkeit sind sie kaum bekannt. Doch die Berater mit amerika­nischen Wurzeln mischen die Firmenlandschaft auf – auch hierzulande.

Marc Kowalsky

Sean Peyer

Wachstumskurs: Sean Peyer, Managing Director und Co-Head von A&M in der Schweiz.

ZVG

Es war der Ritterschlag: Als die UBS bei der CS-Übernahme vom Staat eine Verlust- und eine Liquiditätsgarantie von bis zu 100 Milliarden Franken forderte, liess sich die Eidgenossenschaft nicht von McKinsey, BCG oder Bain beraten. Das Mandat bekam Alvarez & Marsal.

Alvarez wer? A&M, wie die Firma in der Szene genannt wird, wurde 1983 von Bryan Marsal und Tony Alvarez in New York als Beraterboutique mit Schwerpunkt Restrukturierung gegründet. Der Durchbruch kam 2002 mit dem Enron-Skandal, als A&M nach der Verurteilung von Buchprüfer Arthur Andersen dessen Operations weltweit herunterfuhr. «Das hat uns erlaubt, in der Folge ein viel breiteres Offering anzubieten», sagt Sean Peyer, seit dem Markteintritt in die Schweiz 2019 hierzulande Co-Head. Ähnlich war es 2008 nach der Pleite von Lehman Brothers.

Heute bietet man fast das ganze Spektrum an inklusive Performance Improvement, Transformation, M&A, Dispute & Investigation, Tax usw. Seit 2002 wächst die Firma weltweit im Schnitt mit 20 Prozent pro Jahr, in der Schweiz hat sie in Zürich und Genf über 90 Mitarbeiter. Über Kunden schweigt Peyer in üblich-übler Beratermanier, aber wenn man sich umhört, kommt das Who’s who der Schweizer Wirtschaft zusammen: ABB (Due Diligence, Steuern), Nestlé, Novartis, Partners Group, Sulzer, Sika, OC Oerlikon (Verkauf des Chemiefasergeschäfts), Dormakaba etc.

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Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky

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