Die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen in
Venezuela belasten die Wirtschaftsbeziehungen mit der Schweiz. Auch im vergangenen Jahr hat sich der Handel zwischen beiden Ländern weiter verschlechtert. Das zeigen die Statistiken der Eidgenössischen Zollverwaltung: Die Importe aus Venezuela sanken um 7 Prozent, Schweizer Exporte gingen um rund 36 Prozent auf 49 Millionen Franken zurück.
Auch die Geschäfte der Schweizer Unternehmen vor Ort haben sich verlangsamt. Das liege vor allem an der Inflation, erklärt Pierino Lardi, Vizepräsident der schweizerisch-venezolanischen Handelskammer in Caracas. «Ein Schweizer Pharmaunternehmen, das in Venezuela Medikamente verkauft, kann keine Rohstoffe mehr importieren, weil die offiziellen Preise völlig überhöht sind.» Und selbst wenn die Versorgung wie gewohnt funktionieren würde, sind die Absatzmöglichkeiten weggebrochen. «In zwei Jahren hat Nestlé seine Produktion um zwei Drittel reduziert,» sagt Pierino Lardi. «Denn die Menschen haben einfach kein Geld für Milchpulver, Kekse und Schokolade.»